„Ein schwerer Verlust für unsere Gemeinde“: Breitenbrunn verliert seinen Verbrauchermarkt

Von Werner Sturm · 6. Februar 2025 um 11:00

Das ist ein herber Schlag für den Markt Breitenbrunn (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz): Der nah & gut Verbrauchermarkt in der Von-Tilly-Straße schließt nach etwas mehr als fünfeinhalb Jahren spätestens Ende März seine Pforten.

Damit bricht im Marktflecken, nach dem Gesundheitsladen im vergangenen November, innerhalb von kurzer Zeit ein zweites Standbein der Nahversorgung für die 1237 Einwohnerinnen und Einwohner des Marktfleckens sowie für die Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Dörfer weg.

Die Rettung war nicht von Dauer

Rückblick: Ein Aufschrei hallte im Jahr 2018 durch die Bevölkerung, als bekannt wurde, dass der in dieser Form seit 1976 bestehende Edeka Verbrauchermarkt zum Jahresende schließt. Um so größer war die Freude, dass zum 1. August des Folgejahres unter der Führung des Geschäftsmannes Fitim Thaqi an gleicher Stelle ein nah & gut Markt seine neugestalteten Verkaufsräume öffnete. „Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben, dass es wieder einen Vollversorger in Breitenbrunn gibt. Umso schöner ist es, dass es jetzt geklappt hat.“ Mit diesen Worten hatte Bürgermeister Johann Lanzhammer (FW) damals bei der Eröffnung seine Freude über die Situation ausgedrückt.

Bürgermeister: „Ich bin zutiefst enttäuscht“

Jetzt ist diese Freude der Ernüchterung gewichen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde, dass der Verbrauchermarkt wieder schließt. Auch Lanzhammer machte in einem Gespräch mit unserer Zeitung seinem Ärger Luft. „Ich bin zutiefst enttäuscht, dass Fitim Thaqi sein Geschäft zusperrt. Das ist ein schwerer Verlust für unsere Gemeinde.“

Schwerer Schlag für die Nahversorgung

Mit diesen Worten zielt der Rathauschef darauf auf, dass es fortan in Breitenbrunn, außer einer Bäckerei, kein Geschäft mehr gibt, in dem man Lebensmittel oder auch Dinge des alltäglichen Gebrauchs kaufen kann. Die letzte Metzgerei hat schon lange geschlossen. Wer frische Wurst- oder Fleischwaren kaufen möchte, muss entweder in Geschäfte anderenorts fahren oder sich auf Freitag vertrösten, wenn der Verkaufswagen eines Metzgers aus Döllwang einen Stopp im Marktflecken einlegt. Und laut Lanzhammer nicht zu vergessen: „Es fällt ein sozialer Treffpunkt weg, ein Ort, an dem sich Einheimische und Gäste zum Brotzeitmachen, zum Rasten und zur Unterhaltung zusammenfinden konnten.“

Nun: Der Ausverkauf läuft, die Regale sind schon in weiten Teilen leer geräumt, es gibt kein Obst und Gemüse mehr, die Fleisch- und Wursttheke hat zu und der Getränkeautomat vor dem Eingang wird nicht mehr aufgefüllt. Es ist das eingetreten, was gemeinhin als das Märkte-Sterben auf dem flachen Land bezeichnet wird. Für die großen Handelsketten scheinen die Dörfer auf dem Land immer uninteressanter zu werden, mit der Folge, dass es oft keine ausreichende Versorgung mehr mit Lebensmitteln oder Bedarfsgegenständen aller Art gibt.

„Geschäft nicht mehr gewinnbringend“

Doch was sagt eigentlich der bisherige Geschäftsführer Fitim Thaqi zu dem Thema? Auf telefonische Anfrage erklärte er: „Nachdem die Kundschaft in letzter Zeit immer mehr nachgelassen hat und es Kostensteigerungen in vielen Bereichen gibt, kann das Geschäft nicht mehr gewinnbringend fortgeführt werden. Seit fünfeinhalb Jahren haben wir jeden Tag um den Erhalt des Ladens kämpfen müssen, aber jetzt hat das alles keinen Zweck mehr.“ Thaqi betreibt nach eigenen Worten inzwischen einen Verbrauchermarkt in Augsburg und eröffnet demnächst welche in München und in Nürnberg. „Und da macht es absolut keinen Sinn, dass ich Einnahmen aus diesen Märkten ständig nach Breitenbrunn transferiere, nur um dort einen schleppend laufenden Laden am Leben zu erhalten“, so Thaqi.

Bürgermeister: „Hoffnung stirbt zuletzt“

Zum Schluss noch einmal der Bürgermeister: „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir werden alles versuchen und schauen, ob sich eine neue Lösung für den Verbrauchermarkt auftut.“