91-Jährige stirbt bei Brand in Brennberg – Einsatzleiter spricht von „besonderer Belastung“

Von Philip Hell · 3. Februar 2025 um 15:03

Am Sonntagabend geriet ein Einfamilienhaus in Brennberg (Landkreis Regensburg) in Brand. Im Moment deutet vieles darauf hin, dass dabei die Bewohnerin (91) ums Leben kam. Der Einsatzleiter und die Bürgermeisterin schildern die tragischen Stunden.

Die Polizei teilte in der Nacht auf Montag mit, dass die Integrierte Leitstelle gegen 20.45 Uhr informiert wurde. Als die Einsatzkräfte vor Ort ankamen, stand das Haus bereits in Vollbrand. Gegen 23.15 Uhr fanden Feuerwehrleute einen Leichnam im Haus. Laut Polizeimitteilung dürfte es sich dabei um die 91-jährige Bewohnerin des Anwesens handeln. Die Seniorin lebte alleine in dem Haus. Die Kriminalpolizei Regensburg hat die Ermittlungen vor Ort übernommen. Ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Oberpfalz teilte am Montag auf Anfrage mit, dass das Ergebnis der Obduktion noch nicht feststehe, somit ist auch noch nicht sicher, ob es sich bei der Toten um die 91-Jährige handelt. Es spreche allerdings vieles dafür. Auch die Brandursache ist noch nicht geklärt. Es entstand ein Schaden von rund 100.000 Euro.

Brand in Brennberg: Herausforderung für die Feuerwehr

Mario Sedmak übernahm vor Ort die Rolle des Einsatzleiters. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Brennberg sprach am Montag von einem schwierigen Einsatz. Das Haus liege etwas abseits, der Zugang sei schwierig gewesen. „Wir mussten zunächst die Einsatzkräfte koordinieren.“ Zu Beginn habe der Fokus darauf gelegen, die Flammen von außen zu bekämpfen, weil man das Haus nicht betreten konnte. Zu groß war die Hitze, die das Feuer entwickelte. Zudem bestand die Gefahr herabfallender Teile, weil sich die Flammen schon in den Dachstuhl gefressen hatten. Darüber hinaus ließen die Temperaturen die Löschwasser-Pfützen gefrieren. Nach Stunden gelang es den Feuerwehrleuten, sich einen Weg ins Gebäude zu bahnen. Die Einsatzkräfte wussten da bereits, dass jede Hilfe für etwaige Bewohner zu spät kommt. „Natürlich ist das eine besondere Belastung“, sagt Sedmak. Man nehme sich ein paar Minuten Zeit, um zu entscheiden, wer die Suche übernimmt. Zumeist setze man dabei auf erfahrene Kollegen, sagt Sedmak. „Wir kriegen für solche Situationen eine gute Ausbildung.“ Zudem gab es vor Ort psychische Unterstützung für die Feuerwehrleute. „In solchen Momenten ist Kameradschaft gefragt.“

Irmgard Sauerer, Brennbergs Bürgermeisterin, bekam den Einsatz hautnah mit. Sie lebt nur einige Schritte vom Brandort entfernt und kannte die vermutlich Verstorbene schon lange. Die Nachbarschaftshilfe habe ihr in der letzten Zeit viel geholfen. Im Ort herrsche Betroffenheit, sagt Sauerer. Sie habe noch in der Nacht den Pfarrer gerufen. „Wir haben am Sarg ein Vaterunser gebetet.“ Am Tag nach dem tragischen Vorfall fehlen Sauerer noch ein wenig die Worte. Was sie allerdings unbedingt betonen möchte: „Ich kann mich nur bei allen Ehrenamtlichen bedanken.“