Fronfeste Burglengenfeld: Architektenwechsel kurz vor Start in die letzten Sanierungsphasen

Von Thomas Rieke · 4. Februar 2025 um 05:00

Steht die Sanierung der denkmalgeschützten Fronfeste unter einem ungünstigen Stern? Fast könnte man es meinen. Nicht nur, dass sich die aufwendige Maßnahme nun schon über mindestens vier Jahre hinzieht – jetzt musste sich die Stadt auch noch auf die Suche nach einem neuen Architekten machen.

Bekannt wurde dies im Vorfeld der jüngsten Bau- und Umweltausschusssitzung am 22. Januar. In den Unterlagen, die den Mandatsträgern zur Verfügung gestellt wurden, teilte Stadtbaumeister Franz Haneder mit, der Architekt, mit dem die Stadt nicht nur bei diesem Projekt über viele Jahre vertrauensvoll und erfolgreich kooperiert hatte, habe im Oktober vergangenen Jahres die Arbeit niedergelegt, und zwar aus gesundheitlichen Gründen. Die Arbeitsunfähigkeit sei von einem Arzt bestätigt worden.

Neuvergabe bei zwei Gegenstimmen

„Umgehend“, so der Stadtbaumeister weiter, habe die Verwaltung Rücksprache mit dem größten Fördermittelgeber, nämlich der Regierung der Oberpfalz, gehalten, um das weitere Vorgehen abzusprechen. Daraufhin seien sechs denkmalerfahrene Planungsbüros angeschrieben und um Abgabe eines Angebots gebeten worden.

Zur Submission lagen laut Haneder fünf Offerten vor. Mit rund 58 500 Euro unterbreitete das Architektur- und Planungsbüro Haneder & Kraus (AHK Planung) die günstigste. Sie liegt damit um rund 12 300 Euro unter der Schätzung der Verwaltung.

Aus Kostengründen hat die Stadt bei der Sanierung der Fronfeste längst den Rotstift angesetzt. Geopfert wurde ausgerechnet eine architektonische Besonderheit, mit der ursprünglich für das Projekt geworben worden war.

Bei zwei Gegenstimmen beschloss der Ausschuss, AHK den Zuschlag für die noch ausstehenden Architektenleistungen zu erteilen. Aktuell ausgeschrieben wurden noch vier Gewerke: die Innenputz- sowie Trockenbauarbeiten, ferner Türen und Fenster. Für diese Gewerke sowie die kürzlich vergebenen Blitzschutz-, Elektro- und Sanitärarbeiten soll es in diesen Tagen einen Besprechungstermin geben, berichtete Haneder. Dadurch soll es gelingen, die ins Stocken geratene Maßnahme insgesamt wieder auf den Weg zu bringen. Als neuer Fertigstellungstermin wurde der 30. Juni 2026 ins Auge gefasst.

Gesamtkosten belaufen sich bis jetzt auf rund 2,13 Millionen Euro

Trotz seiner gesundheitlichen Probleme hat der bisherige Architekt vor, sich weiter um die denkmalpflegerische Bauforschung und Dokumentation zu kümmern, heißt es in der Sitzungsvorlage weiter. Der durch den Wechsel entstandene Zeitverlust hält sich laut Verwaltung in Grenzen und sollte drei bis vier Monate nicht überschreiten.

Die Gesamtkosten für die Sanierung der Fronfeste belaufen sich nach derzeitigem Stand auf rund 2,13 Millionen Euro. Ursprünglich war mit rund 1,5 Millionen kalkuliert worden. Schon wegen dieser Summe, war das Vorhaben in der Planungsphase im Stadtrat umstritten gewesen. Weil die Finanzierung aber von vornherein über mehrere Haushaltsjahre verteilt werden sollte und Stadtbaumeister Haneder mit einer ungewöhnlich hohen Bezuschussung für die Umsetzung werben konnte, fand sich eine Mehrheit.

Nach MZ-Informationen hat die Regierung allerdings nur für eine bestimmte Summe Zuschüsse fest zugesagt. Die Kostenmehrungen, die im Laufe der vergangenen Jahre eingetreten sind, wurden ihr laut Verwaltung zwar stets angezeigt. Bearbeitet worden seien sie aber noch nicht, heißt es jetzt. Insofern sei derzeit keine Aussage möglich, ob die Förderung mit den Mehrausgaben Schritt halten werde.

Zur Erinnerung: Schon der Start war schwierig

Übrigens war der Architektenwechsel nicht die erste wesentliche personelle Veränderung im Laufe des Projekts. Noch vor dem Beschluss für die vom Stadtbaumeister favorisierte Sanierungsvariante verwarf sich die Stadt mit dem Tragwerksplaner eines Regensburger Ingenieurbüros.

Nach dem überraschenden Einsturz eines Gewölbes im Sommer 2018 sollte ein sogenanntes verformungsgerechtes Aufmaß erstellt werden. Dabei war man sich uneins, der Vertrag wurde gekündigt, was einen Streit um Honorarforderungen nach sich zog. Mit Unterstützung des kommunalen Prüfungsverbands konnten die Schlussrechnungen, die sich auf rund 20 500 Euro beliefen, auf 2000 Euro reduziert werden.