Die Wahl steht an: Wer schafft es für Regensburg in den Bundestag?

Die Regensburger Stimmzettel gehen jetzt in den Druck. Trotz des vorgezogenen Wahltermins sind etliche Bewerber für Kleinparteien am Start. Wer hat Chancen auf einen Einzug in den Bundestag?
Dass künftig mindestens drei Abgeordnete die Regensburger im Bundestag vertreten, kann als sicher gelten. Darüber hinaus aber ist vieles offen. Im am Freitag bekannt gegebenen Kandidatenfeld sind weitere Bewerber, die sich ein Mandat erkämpfen könnten. Obwohl die Parteien vor der vorgezogenen Bundestagswahl weniger Zeit hatten als sonst, haben es wieder etliche Vertreter von Kleinparteien auf den Stimmzettel geschafft.
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Wie Stadtsprecherin Katrin Butz mitteilte, hat der Kreiswahlausschuss zwölf Direktkandidaten zugelassen. Fünf weitere Parteien werden auf dem Stimmzettel stehen, der jetzt in den Druck geht. Zum Vergleich: 2021 waren es 13 Kandidaten und 26 Parteien.
Ein Bewerber abgelehnt
Diesmal wurde mit Jörg Uhlig von der konservativen Werte-Union ein Bewerber abgelehnt, weil er nicht die erforderlichen 200 Unterstützer-Unterschriften vorweisen konnte.
Peter Aumer (CSU) verteidigt erneut sein Direktmandat. Auch mit dem neuen Wahlrecht, das die Zahl der Direktmandate beschränkt, gelten die Chancen des 48-Jährigen als sehr gut, weil er ein im Vergleich starkes Erststimmenergebnis erwartet. 2021 gewann der Betriebswirt aus Regenstauf den Wahlkreis mit 35,3 Prozent der Erststimmen. Aus seinem Büro heißt es dazu: „Damit hätte es auch nach dem neuen Wahlrecht gereicht.“ Aus diesem Grund hat Aumer auch keinen Platz auf der Landesliste. Beste Aussichten, ihr Mandat zu behalten, hat auch SPD-Bundestagsabgeordnete Carolin Wagner (SPD) aus Lappersdorf. „Es müsste schon sehr viel passieren, dass die Wiederwahl gefährdet ist“, sagt ihre Büroleiterin. Nach den derzeitigen Umfragen würden es 13 bis 16 bayerische SPD-Politiker ins Parlament schaffen. Die 42-jährige Wagner, die bis 2021 eine Studienberatung leitete und Co-Chefin der SPD-Landesgruppe ist, hat Listenplatz acht. AfD-Kandidatin Carina Schießl (Listenplatz zehn) bereitet sich auf einen Umzug nach Berlin vor. „Ich bin definitiv drin“, sagt die 34-Jährige aus dem Landkreis Schwandorf. Die medizinisch-technische Laborassistentin ist derzeit Büroleiterin des Regensburger AfD-Landtagsabgeordneten Dieter Arnold.
Der Regensburger Grünen-Abgeordnete Stefan Schmidt kämpft um sein Mandat. Der ausgebildete Lehrer (43) geht auf Listenplatz 14 ins Rennen. Das heißt ihm zufolge: „Bei 14 Prozent bin ich safe. 13 Prozent ist eine Zone, wo es darauf ankommt, wie es mit den Kleinparteien aussieht.“ Die Grünen liegen in den Umfragen aktuell zwischen 13 und 15 Prozent. Selbst wenn die FDP im Bundestag bleibt: Ulrich Lechte (47) ist wohl raus. Beworben hatte sich der Betriebswirt und Außenpolitiker um Listenplatz sieben, mit den Worten: „Es wäre ein Drama, wenn ich auch gehen müsste“. Der Lappersdorfer zog gegen den Jungliberalen Nils Gründer aus Amberg aber den Kürzeren, landete auf Platz elf. Als Senkrechtstarterin könnte Irmgard Freihoffer (63) in den Bundestag einziehen. Die Lehrerin, die als Einzelkämpferin im Regensburger Stadtrat sitzt – erst für die Linke, jetzt für das Bündnis Sahra Wagenknecht –, und seit Kurzem Co-Landesvorsitzende der jungen Partei ist, fühlt sich auf Listenplatz fünf „nicht ganz sicher“. „Ich hoffe natürlich, dass wir auch in Bayern an die fünf Prozent hinkommen“, sagt sie.
FW-Kandidatin auf Platz 15
Die Kandidatin der Freien Wähler, Regina Seebauer-Sperl (42) aus Mintraching, rechnet sich zumindest Außenseiterchancen aus. Sollten die FW 3,5 Prozent bekommen, dann wären für Bayern zehn bis zwölf Mandate drin, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin. „Mit meinem Platz 15 bin ich nicht so weit davon entfernt.“
Die Linke schickt den Arbeitsvermittler Sebastian Wanner (22) ins Rennen. Die ÖDP ist erneut mit ihrem Regensburger Fraktionsassistenten Hannes Eberhardt (43) am Start. Für die pro-europäische Volt-Partei kandidiert der Lehrer Christian Kunz (46), der unter dem Künstlernamen Gwydion Enbarr auftritt. Für die rechtskonservative und wirtschaftsliberale Kleinpartei Bündnis Deutschland tritt der Neurowissenschaftler Anton Beer (52) an. Für die Tierschutzpartei steht Wirtschaftsinformatiker Christoph Hübner auf dem Stimmzettel.
Diskussion bei der MZ
Vorstellung: Der Bundestags-Wahlkampf geht in die heiße Phase: Bis 23. Februar streben die Parteien nach der Gunst der Wähler, die an diesem Tag zur Urne gebeten werden. Um die Kandidaten aus dem Wahlkreis Regensburg besser kennenzulernen, veranstaltet die Mittelbayerische eine Podiumsdiskussion.
Teilnehmer: Die Podiumsdiskussion findet am Donnerstag, 13. Februar, um 18.30 Uhr im Verlagsgebäude in der Kumpfmühler Straße 15 (Erdgeschoss) statt. Zu Wort kommen Peter Aumer (CSU), Carolin Wagner (SPD), Ulrich Lechte (FDP), Stefan Schmidt (Grüne) und Irmgard Freihoffer (BSW).
Anmeldung: Moderiert wird die Veranstaltung am 13. Februar von Christian Eckl, Mitglied der Chefredaktion, und Redakteur Philip Hell. Unsere Leser sind herzlich eingeladen. Es ist eine Anmeldung per E-Mail an die Adresse cr@mittelbayerische.de erforderlich.