Kelheimer AfD-Kandidatin über Autos, Atomkraft und „ein Scheinparlament“

Elektro-Autos für die Städte, Atomkraft fürs ganze Land und Distanz zur Europäischen Union: Das sind Meinungen der AfD-Direktkandidatin für Kelheim-Landshut, Elena Fritz.
• Energieversorgung: Eine Rückkehr zur Atomkraft sei „absolut, unbedingt“ erstrebenswert; es sei eine saubere Energie, sagt Elena Fritz. Deshalb dürfe Deutschland hier nicht den Anschluss an die Forschung verlieren, die weltweit betrieben werde und vielleicht Möglichkeiten eröffne, Brennstäbe mehrfach zu recyceln.
Wie der trotzdem anfallende radioaktive Müll langfristig sicher gelagert werden kann, sei „eine unangenehme Frage“, an der man auch forschen müsse, räumt sie ein. „Ich will in Bayern ja auch keinen radioaktiven Müll gelagert haben.“ Aber es gebe ja unbewohnte Regionen in der Welt, in der man sich vielleicht nach Endlager-Möglichkeiten umschauen könne.
• Mobilität: „Ich halte Elektro-Autos nach wie vor nur für den Stadtverkehr für geeignet“; dort seien sie gut, weil leise und sauber, sagt Elena Fritz, die im Wahlkampf 2021 noch das Einstürzen von „Wohnblocks wegen brennender E-Autos“ prophezeit hatte. Am Land seien E-Autos hingegen ungeeignet: Sie wolle zum Beispiel nicht auf der Familienfahrt in den Skiurlaub plötzlich mit leerer Batterie und ohne Ladesäule dastehen. Deshalb seien Verbrenner-Motoren nach wie vor unersetzlich.
„Unsere Autoindustrie müssen wir hegen und pflegen“, fordert sie außerdem. Dass dabei indes EU-Zölle, etwa für chinesische Elektroauto-Importe dienlich sind, sehe sie „eher kritisch“. Würde diese Frage aber mit hiesigen Herstellern besprechen. Und zwar auf Bundes- nicht auf EU-Ebene.
• EU: Die Europäische Union „betrachte ich sehr, sehr kritisch“, und das EU-Parlament sei „ein Scheinparlament“. Also raus aus der EU und dem Euro, wie im Wahlprogramm-Entwurf vorgeschlagen? Als erstes könne man das Parlament ja „schlanker und effizienter machen“ und dann, nach einem „Kassensturz“, entscheiden, ob sich ein Verbleib lohne oder man stattdessen eine Zollunion anstrebe, skizziert Elena Fritz die Linie von Parteichefin Weidel nach. Effizient und daher erhaltenswert sei innerhalb Europas „alles, was unmittelbar der Marktregelung zugute kommt.“
• Wahlziel: Mit ihrem eigenen Ergebnis möchte die Bad Abbacher AfD-Politikerin am 23. Februar „im Bundesdurchschnitt landen“. Der wiederum werde über dem Ergebnis der Wahl 2021 liegen, ist sie überzeugt. Einen entsprechenden Trend nehme sie zum Beispiel an Infoständen bereits wahr. Das Interesse, sich dort zu informieren, sei gestiegen, und auch die Bereitschaft, sich an einem AfD-Stand öffentlich sehen zu lassen.