CSU Pösing setzt AfD-Kandidat Mixl ein Ultimatum und will ihn wegen Plakataktion anzeigen

„Am Samstag um 14.15 Uhr hat Reinhard Mixl von der AfD in Pösing den CSU-Plakatständer mit der Werbung für Martina Englhardt-Kopf mit seinen eigenen Bilder übertackert.“ Diese Aussage gründet der Pösinger CSU-Ortsvorsitzende Edmund Roider auf die Aussage zweier Zeugen.
Die Aktion, die am Samstag in der Edelmannstraße stattgefunden hat, schlägt hohe Wellen. Aber war es wirklich der AfD-Kandidat persönlich? Eine Augenzeugin hat ihn angesprochen und ist sicher: „Es war der Mann auf dem Plakat. Eindeutig!“ Als sie ihn angesprochen habe, habe er sie nicht einmal angeblickt, sei weggegangen, und habe auf ihre Aufforderung, dass die Plakate wieder runter müssten, nur gerufen: „Dann mach doch!“
Mixl: „Kleinste taktische Maßnahme“
Die Redaktion hat den AfD-Kandidaten Reinhard Mixl um eine Stellungnahme gebeten. Mixl dementiert die Tat nicht, er gibt sie aber auch nicht zu. Er bezeichnet jedoch das Übertackern der CSU-Plakate als „kleinste taktische Maßnahme“. Originalton: „Wer sich selbst nicht an fairen Wahlkampf hält, hat keine Grundlage, sich über kleinste taktische Maßnahmen zu beschweren.“ Wichtiger als Plakatstreitigkeiten seien zweifelsfrei die politischen Fehler der Vergangenheit von „CSU und anderen etablierten Parteien“.
Der CSU-Ortsvorsitzende Edmund Roider ist sich sicher, dass er den Richtigen anzeigen wird. Denn die Augenzeugin ist seine Schwiegermutter: „Die hat das eindeutig gesehen und es gibt noch einen weiteren Zeugen.“ Beide haben inzwischen gegenüber der Redaktion ihre Beobachtung an Eides statt versichert. „Nur für den Fall, dass es bestritten wird“, sagt Roider.
Mixl beklagt selbst „Sabotage“
Der CSU-Ortsvorsitzende hat dem AfD-Kandidaten Mixl eine Woche Frist ab Mittwoch gesetzt. „Bis dahin hat er Zeit, sich seine Plakate bei mir persönlich abzuholen, und sich zu der Tat zu bekennen. Sonst wird er angezeigt.“ Roider weist ausdrücklich darauf hin, dass er jeden anderen Kandidaten einer anderen Partei genauso behandelt hätte.
Bei einem Kandidaten sei die Tat umso schlimmer zu bewerten. Noch dazu bei einem, der sich erst kürzlich vehement beschwert habe, weil seine Plakate beschmiert worden seien. Roider bezieht sich dabei auf einen Post auf Mixls Homepage. Dort hat der AfD-Kandidat sein beschmiertes Plakat mit dem Kommentar versehen: „Sabotage durch echte Demokraten. Der Zustand unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung ist beängstigend“.
„...dann ist die Anzeige raus!“
„Wenn irgendein Parteigänger einmal über das Ziel hinausschießt, dann kann das schon passieren – aber wenn ein Kandidat sowas macht, dann zeigt das den Charakter“, ist Roider überzeugt. Neben den beiden Zeugenaussagen hat sich Roider auch Fotos als Beleg der Redaktion zur Verfügung gestellt, die den CSU-Plakatständer im Urzustand und nach 14.15 Uhr übertackert zeigen. Auf der Seite ragt noch der Rest der CSU-Plakatierung heraus. „Wenn Mixl seine Plakate nicht persönlich abholt, dann ist die Anzeige raus“, sagt der CSU-Ortsvorsitzende. „Ich erwarte ihn in Pösing auf dem Platz beim Plakatständer.“