Brückenkonstruktion Loop in Furth im Wald: Puzzle mit tonnenschweren Betonplatten

Das Brückenbauwerk Loop gehört neben der Parkarena zum Herzstück der Landesgartenschau. Über den aktuellen Baufortschritt und was derzeit noch angepackt wird, berichtet der Projektleiter Bau, Ulrich Dölker.
Es ist ein gewohntes Bild in diesen Tagen: Im Büro der Landesgartenschau-Geschäftsstelle herrscht geschäftiges Treiben.
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An allen Plätze werden Gespräche geführt, auch die Theke im Empfangsbereich und der Besprechungsraum sind belegt. Man merkt, hier wird mit viele Engagement und Herzblut am Gelingen der 137 Tage dauernden Sommerparty gefeilt.
1860 qm Betonplatten
Das gilt auch für die Veranstaltungsorte selbst. Im Fokus derzeit: die Brückenkonstruktion Loop, die sich beim Haupteingang Kötztinger Straße hinter der Schützenhalle über die beiden Arme des Chamb, weiter zur Dracheninsel und dann unter der Eschlkamer Straße hindurch bis zur Leonhardi-Kapelle schlängeln wird. Die Brücken fünf, sechs und sieben, die den eigentlichen Loop bilden, sind verankert. Jetzt steht dort das Verlegen der Bodenplatten an.
„Das ist Tetris für Fortgeschrittene“, lacht Dölker. Insgesamt 1860 Quadratmeter der mindestens zwei Tonnen schweren Platten müssen an ihren Platz gehievt werden. Der studierte Landschaftsarchitekt deutet auf seinen Bildschirm. Dort abgebildet ist der Plan eines Teilstücks. „Keine Platte gleicht der anderen, das sind fast alles Einzelanfertigungen.“
Nächste Woche soll voraussichtlich mit dem Einheben begonnen werden. Drei Lieferungen mit jeweils acht Platten sind schon da, die weiteren liegen versandbereit bei der Firma Hemmerlein in Bodenwöhr und werden just in time geliefert, also dann, wenn sie angefordert werden. Die Tatsache, dass in einer Woche nur sechs dieser Kolosse angefertigt werden konnten, zeigt, wie zeitaufwendig das Verfahren ist. Dölker: „Es muss jedes Mal eine neue Verschalung angefertigt werden.“ Dahinein wird zunächst Kies geschüttet, dann kommt eine Bewehrung (Stahlgitter) zur Verstärkung darauf und schließlich wird der Beton in seiner für die Landesgartenschau gewollten roten Farbe hineingeschüttet. Ist die Platte ausgehärtet, wird sie umgedreht und die Oberfläche geschliffen, damit sie rutschfest ist. Vorher sieht diese aus wie eine Waschbetonplatte.
Aber zurück zum Loop. Mit der Verlegung begonnen wird von der Mitte der Brücke aus. Würde man an einer der Enden starten, könnte sich die andere Seite heben. Dann beginnt das Puzzle: „Die Platten müssen in einer exakten Reihenfolge gelegt werden, so dass zum Schluss alles zusammenpasst.“ Eine spannende Aufgabe. „Ja“, sagt Dölker, „aber ganz so spannend würde ich es gar nicht brauchen.“ Er rechnet damit, dass es nicht ganz exakt ausgehen wird. Dann müssen Platten der passenden Größe nachgefertigt werden. Vorstellen kann man sich das wie bei der Verlegung eines Laminatbodens in der Wohnung. An der Zimmerwand passt es auch nie genau und es muss eine einzelne Diele zugeschnitten werden. Ende Februar bis Mitte März soll das Projekt abgeschlossen sein.
Viele weitere Bauabschnitte sind da schon ein ganzes Stück weiter. „Die großen Flächen sind gerichtet“, zeigt sich Dölker mit dem aktuellen Fortschritt rundherum zufrieden. Stromleitungen, Wasser und Abwasser sind verlegt. In der Bahnhofstraße sind die Bäume gepflanzt, jetzt müssen noch die Fußgängerwege bis zur Brücke auf die Hoferinsel gepflastert werden. Auf dem ehemaligen Brauereigelände sind die Arbeiten weit fortgeschritten. An einigen Stellen muss noch nachgesät werden. Im Bereich Himmelreich wird der Wegebau bis zum Postgartenweg vollendet, und die Grünflächen werden neu angelegt.
Daran anschließend folgt die Lorenz-Zierl-Straße, die bereits vor einigen Wochen wieder für den Verkehr freigegeben wurde. Auf dem angrenzenden Späth-Areal sind die Bäume schon gepflanzt. Das Bauunternehmen, das dort Materialien gelagert hat, räumt in Kürze das Feld. Dann können die Arbeiten zum Thema Biergärten abgeschlossen werden. Unter anderem wird eine kleine Gastronomie eingerichtet, und auch ein Toilettencontainer wird für die Zeit der Schau aufgestellt. Auch beim Mosergasserl stehen die letzten Wegearbeiten an. Die Kritik an den Metallbügeln zwischen den Parkplätzen in der Lorenz-Zierl-Straße, die beim Einparken behindern sollen, hat der Landschaftsarchitekt gehört. „Wir brauchen die aber, um die Bäume zu schützen.“ Der Wegebau im Park beim Tagungszentrum ATT ist dagegen erledigt. „Nur der Feinschliff folgt noch.“ Auch die großen Pavillons und Aufbauten der anderen Aussteller sind bereits gebaut. Der Großcaterer, der sich im Bereich der Eschlkamer-Straße ansiedeln wird, soll ab Mitte April seine Zelte aufschlagen.
Nach dem Auf- erfolgt Abbau
Wenn die Landegartenschau am 22. Mai ihre Pforten öffnet, ist dann Dölkers Arbeit erledigt? „Nein“, sagt er und ergänzt: „Hinterher muss ja vieles wieder rückgebaut werden. Der Eingangsbereich zum Beispiel, von dem nur der Weinberg der Winzer von der Further Partnergemeinde Furth bei Göttweig (Österreich) stehen bleibt. Auch die Bäume am Späthgelände werden wieder entfernt. Entweder werden sie dann von der Stadt übernommen oder weitergegeben, sagt Dr. Kerstin Hoffmann, unter anderem für die dortige Anpflanzung zuständig.
