Pizzeria „La Fortunella“ in Neumarkt bietet Mischung aus Altbewährtem und Neuem

Seit 27 Jahren betreiben Francesco und Karin Pagano die Pizzeria „La Fortunella“ in Neumarkt. Sie arbeiten nach dem Motto: „Gastro ist Leidenschaft“. Das Neumarkter Tagblatt durfte exklusiv einen Blick hinter die Kulissen werfen.
„Bei uns daheim gibt es jeden Tag Pasta außer am Sonntag. Da essen wir Pizza“, erzählt Karin Pagano bei einem Cappuccino in ihrem Restaurant „La Fortunella“. Von unserem Tisch in der Mitte des Gastraums sieht man in die offene Küche, die mit einem rustikalen Pizzaofen ausgestattet ist. Dort brutzeltźbereits etwas in der Pfanne. Ihr Mann Francesco ist schon Mitten in den Vorbereitungen. So gegen zwölf erwarten sie die ersten Gäste.
Im Innenraum fallen dem Gast sofort Eidechsen in den Blick. Als Porzellanfigur auf dem Fensterbrett oder als Wanddeko aus Metall und sogar das Logo zieren die Tiere. Das hängt mit dem Namen des Restaurants zusammen. Im Italienischen heißen Babyeidechsen umgangssprachlich „Fortunella“. Eigentlich bedeutet das Wort aber Glücksbringer.
Kalabrien als Inspiration für die Pizzeria „La Fortunella“
Die Liebe zum Beruf beeinflusst nicht nur die Essgewohnheiten der Familie Pagano sondern auch das Privatleben. Karin Paganos Motto lautet: „Gastro ist Leidenschaft“. Ihr Mann teilt die Hingabe für ihr Restaurant. Er ist in Kalabrien – der Stiefelspitze Italiens – geboren. Welche Soße zu welcher Pasta serviert werden muss und was den Unterschied ausmacht, weiß er am Besten. Deshalb gibt er in der Küche den Ton an.
Seine Frau kümmert sich um den Service. Ihr besonderes Interesse gilt außerdem dem Wein. Neues Wissen sammelt sie auf zahlreichen Reisen durch die Heimat ihres Mannes. Etwa zweimal pro Jahr sind sie unterwegs, erzählt sie. Dabei versuchten sie, möglichst neue Ortschaften zu bereisen. Ganz oben auf ihrer Liste mit Zielen, die sie erkunden will, stehen lokale Weingüter. Ein Besuch zahle sich für ihr Lokal aus.
„Immer, wenn wir irgendwas Tolles entdecken, bringen wir was nach Hause mit“, lacht Pagano. Manche Angebote auf der Speisekarte seien deshalb einmalig. Andere hingegen etablierten sich mit der Zeit fest, da sie im Urlaub Lieferanten finden konnte.
Ein Resultat ihrer Reisen ist zum Beispiel ein Weinabend, der regelmäßig stattfindet. Zu den Gängen servieren sie verschiedene Weine, die Mitarbeiter der Weingüter vorstellen. Das scheint bei den Kunden gut anzukommen, sagt die Wirtin: „Die Freunde des Weinabends werden immer mehr.“ Die nächste Veranstaltung im Januar sei bereits ausgebucht.
Francesco Pagano nutzt die Urlaube für neue Inspiration. Mit den kulinarischen Mitbringseln kreiere er gerne neue Rezepte. Er liebe es zu experimentieren, erzählt er, als er kurz die Küche verlässt und an unserem Tisch vorbeikommt.
Auf der Karte des „La Fortunella“ finden Gäste eine Mischung aus „Altbewährtem und Neuem“, erklärt die Personalchefin. „Da versuchen wir immer wieder neue Sachen.“ Inzwischen bieten sie auch Pinsa oder Pizza mit Pinsateig an. Zudem gebe es glutenfreie, vegetarische und vegane Gerichte. Am meisten bestellten Gäste ihre Variante von Bruschetta: Eine Hälfte ihrer Bruschetta ist mit der Thunfischcreme Vitello Tonnato bestrichen, statt nur Tomate belegt.
Nur ausgewählte Zutaten vom Großmarkt
Um Qualität und Frische ihrer Speisen im Blick zu haben, steht das Paar jeden Tag in der Früh um sechs auf und fährt auf den Großmarkt, erzählt Karin Pagano. „Von Anfang an fahren wir selbst einkaufen“, sagt sie. Mittlerweile gehört die Fahrt seit beinahe drei Jahrzehnten zum Morgenritual des Paars.
Sie hatten vor 27 Jahren ihr Lokal eröffnet – damals noch in der Rosengasse. Vor zehn Jahren waren sie in die Mariahilfstraße umgezogen. Mit dem großen Biergarten und Innenraum haben sie nun Platz für etwa 160 Gäste. Karin Pagano ist überzeugt: „Fortunella ist in Neumarkt eine Marke geworden.“
Trotzdem hätten sie mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Die erhöhte Mehrwertsteuer verringere beispielsweise ihren Gewinn. Daher müsse sie die Kosten immer im Blick haben. Sie versuchten deshalb, mit wenig Personal auszukommen. In der Küche seien sie nur zu dritt. Im Service setzen sie vor allem auf Aushilfen. „Bis jetzt geht‘s noch, aber es wird immer enger.“ Deshalb hat das Lokal montags geöffnet, da die meisten Restaurants an diesem Tag Ruhetag haben. Das Mittagsangebot mit Gratisespresso sei ein weiterer Versuch, neue Gäste zu locken.
Rezeptvorschlag: Gebratener Zander und frisches Gemüse nach mediterraner Art
Zutaten: 1 Zanderfilet, 1/2 Zucchini, 1/2 rote Paprika, 1/2 grüne Paprika, Petersilie, 1/2 rote Zwiebel, 7-8 Kapern, 7-8 Oliven, etwas rote Chili, 1/2 Knoblauchzehe, Olivenöl zum Anbraten
Zubereitung: Den Knoblauch und die rote Zwiebel fein würfeln, Paprika und Zucchini in Stäbchen schneiden und in einer Pfanne mit Olivenöl kurz scharf anbraten. Anschließend Kapern, Oliven, Chili und Knoblauch dazugeben und ca. ein bis zwei Minuten weiter garen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Zum Schluss Petersilie untermischen und in einem warmen Teller anrichten. Anschließend den Teller zur Seite stellen.
Fisch anbraten: Das Fischfilet in der gleichen Pfanne mit etwas Olivenöl zwei Minuten pro Seite anbraten. Mit der Hautseite beginnen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Anrichten: Das Fischfilet auf dem Gemüse drapieren und nach Wunsch mit Zitrone beträufeln.
Dazu passt Gelsi, Cantina Statti, Calabria Weißwein.
Buon Appetito!


