Stolperwürfel: Bündnis für Toleranz und Menschenrechte Neumarkt erinnert an Holocaust-Opfer

Von Petra Schlierf · 28. Januar 2025 um 11:00

Seit 2016 werden in Neumarkt immer wieder Stolpersteine in Gehwegen verlegt, die an das Schicksal von Neumarktern erinnert, die von Nationalsozialisten deportiert wurden. Jetzt gibt es auch einen Stolperwürfel – ein Gemeinschaftsprojekt, an dem Gymnasiasten und die Lebenshilfe Neumarkt beteiligt waren.

Bei einer Veranstaltung des Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte (OBTM) Neumarkt zum Holocaust-Gedenktag am Montag wurde er vorgestellt. Das leuchtende und rollbare Objekte ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kreisjugendrings, der Lebenshilfe Neumarkt und des Ostendorfer Gymnasiums. Verschiedene Seiten schildern unter anderem die Geschichte von Neumarktern, die in Auschwitz ermordet wurden. An diese und andere Neumarkter erinnerte Dr. Heide Inhetveen von der Initiative Stolpersteine.

Die Würfelseite zum Thema Euthanasie, die die Lebenshilfe gestaltet hatte, erklärte deren Vorsitzender Dr. Wilhelm Baur. Anders als damals hole man heute Menschen mit Behinderung in die Mitte der Stadt und das mache die Gesellschaft reicher, betonte er.

Kreisjugendring: Wichtige Form der Erinnerungskultur

Finanziert hat das Projekt der Kreisjugendring (KJR) mit Hilfe des Demokratie-Budgets des Bayerischen Sozialministeriums. KJR-Geschäftsführer Markus Ott betonte, wie wichtig solche kreativen Möglichkeiten der Erinnerungskultur seien, um die Jugendlichen zu erreichen.

Das Bürgerzentrum in der Alten Schule ist nur eine kurze Zwischenstation für den Stolperwürfel. Als nächstes soll er in der Aula des Ostendorfer Gymnasiums Halt machen. Danach kann er ausgeliehen werden.