20 Jahre Unesco-Weltkulturerbe in Neustadt: Dieses Jubiläum wird groß gefeiert

Von Jochen Dannenberg · 28. Januar 2025 um 11:00

Vor 2000 Jahren breiteten sich die Römer auch nördlich der Alpen aus, schufen mit dem Limes eine legendäre Grenze zu Germanien und noch heute erinnern viele Orte an den Grenzwall. Vor 20 Jahren wurde der Obergermanisch-Raetische Limes sogar Unesco-Weltkulturerbe. Das soll das ganze Jahr über gefeiert werden.

Der Kurort Bad Gögging in Neustadt an der Donau (Landkreis Kelheim) hat sich sogar ein neues Motto gegeben. Hieß es früher unter Hinweis auf die Bad Gögginger Heilmittel Schwefelwasser, Moor und Thermalwasser„3-fach gsund“, so heißt es jetzt „Römisch. Bayerisch. Gsund“. Entsprechend vital ist denn auch der Umgang mit der römischen Geschichte des Kurortes. Die Vorbereitungen für das Jubiläum der Ernennung zum Welterbe laufen. „Wir stecken mitten in den Vorbereitungen“, sagt Fiorentina Casale, die neue Leiterin der Tourist-Information im Kurort.

Führungen und ein Konzert

Beim Internationalen Museumstag am 18. Mai soll es kostenlose Führungen im Kastell Abusina und im Römischen Museum für Kur- und Badewesen geben. Nur zwei Wochen später, am 1. Juni, findet der Unesco-Welterbetag statt. Auch dann gibt kostenlose Führungen. Am 14. September, dem Tag des offenen Denkmals, soll das römische Erbe und die Ernennung zum Welterbe noch einmal gefeiert werden. Für den Tag des offenen Denkmals ist ein kostenloses Picknick-Konzert im Kastell Abusina geplant. Und wie wenn das nicht genug wäre, finden von Frühjahr bis Herbst die Erlebnisführungen „Römer, Rettich und Randale“ im Kastell Abusina, das Teil des Obergermanisch-Raetischen Limes ist, statt.

Das römische Erbe ist Fiorentina Casale wichtig – nicht nur weil sie selbst italienische Wurzeln hat. „Wir heben uns damit in Bad Gögging von anderen Heilbädern in Bayern deutlich ab“, sagt die 39-Jährige. Dieses Alleinstellungsmerkmal soll jetzt auch intensiv beworben werden, weshalb es eben auch den neuen Slogan gibt. Was Casale meint, ist jedoch mehr als der neue Werbespruch. „Bad Gögging und die Umgebung haben viel zu bieten, soweit es um die Römer geht“, sagt sie. Dazu gehören nämlich nicht nur die Reste der antiken Therme in Bad Gögging und das Kastell im benachbarten Eining, sondern auch das Heiligtum am Weinberg in Eining sowie der Wachturm und die Reste des römischen Grenzwalls in Hienheim. Wer mag kann auch noch auf das Kastell Pförring hinweisen oder auf die zahlreichen Villen und Gutshöfe rund um Neustadt a.d. Donau, die noch nicht ausgegraben wurden.

So zeigten auch die Grabungen 2019 im Neustädter Ortsteil Marching, was die Römer der Antike bedeuteten. Es war nicht nur eine hoch entwickelte und große Militärmacht, sondern ein Staatsgebilde, dass sein gesellschaftliches Leben auch in entlegenen Provinzen zelebrierte.

„Immer noch sichtbar“

So gehörte zu jenem Landsitz in Marching auch eine Therme und, was aber nicht ganz gesichert ist, ein kleiner Hafen an der Donau. Der Fluss selbst war mehr als – von Eining abwärts – die Grenze des Reiches. Über den Fluss wurden die Legionäre auch mit lebenswichtigen Gütern versorgt. Genau darum geht es denn auch beim Römerfest „Salve Abusina“ in Eining. Da werden nicht nur Gladiatorenkämpfe und antike Musik vorgeführt, sondern auch römische Küche.

Fiorentina Casale stellt fest: „Vor rund 2000 Jahren trennten der Obergermaisch-Raetische Limes und der Donaulimes die Römer von den Germanen. Heute sind beide Unesco-Weltkulturerbe. Die hoch entwickelte Kultur der römischen Antike, die über Jahrhunderte hinweg die Region um das heutige Bad Gögging prägte, ist immer noch sichtbar und erreichbar.“

Unklar ist unterdessen noch, was das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) zum Welterbe-Jubiläum in diesem Jahr plant. Katharina Schmid vom BLfD teilt auf Anfrage mit, dass zwar Veranstaltungen vorgesehen sind, sich diese allerdings noch in der Planung und befinden.

Geschichte zum Anfassen: Bei den Römerfesten wird das Leben im heutigen Bayern, so wie es zur Antike war, lebendig. Foto: Etienne Nückel
Das Kastell Abusina ist Teil des Obergermanisch-Raetischen Limes. Heuer gibt es zahlreiche Führungen. Foto: Zitzelsberger