Second Hand zum Fasching und auch noch Gutes tun? Das geht!

Von Lucia Pirkl · 26. Januar 2025 um 11:00

Superheld, Funkenmariechen oder gestiefelter Kater: Der Second-Hand-Laden „Coole Klamotte“ in Abensberg (Landkreis Kelheim) liefert Anregungen – und dient auch noch einer guten Sache.

Kleiner Wichtel, Superheld oder Mickey Maus? Im Fasching schlüpfen nicht nur Kinder gerne in andere Rollen. In der „Coolen Klamotte“, dem Second-Hand-Kleiderladen der Tierhilfe in Abensberg finden Faschingsfans allerhand Anregungen für die narrische Zeit. An zwei Ständern reihen sich, nach Größen sortiert, die Schnäppchen aneinander. Wer Geld sparen oder etwas Gutes tun will, ist hier gut aufgehoben. Dass man mit dem Kauf der T-Shirts, Pullis oder Hosen aus zweiter Hand die Tierhilfe unterstützt, mag für so manchen Kunden noch ein zusätzliches Argument für den Einkauf sein.

Cäcilie Herrmann ist eine der 23 Ehrenamtlichen, die hier arbeiten. Herrmann greift in den Ständer und zeigt Prinzessinnenröckchen, die sich zwischen dem Spiderman-Kostüm und den Hosen und Oberteilen im Militärlook verstecken. Daneben, an einem Ständer für Erwachsenenkleidung, hängt ein Haremskostüm, ein Kleidchen im Charleston-Stil oder ein Flower-Power-Kleidchen. Darunter liegen verschiedene Kopfbedeckungen: Bauarbeiterhelm, Zylinder oder Strohhut. Und auch wer in die Rolle des gestiefelten Katers schlüpfen möchte, wird hier fündig – passendes Beinkleid und Hut inclusive. Die Größen sind freilich nicht verhandelbar, alle Teile gibt es nur einmal.

Immer andere Ware

Dafür verändert sich das Sortiment ständig: „Wir haben fast täglich ein wechselndes Angebot“, so Rosa Maria Arnold. Die Säcke voller Kleidung, die so mancher hier abgibt, sind auch für sie und ihre Kollegen jedes Mal eine Wundertüte. Man wisse nie, was sich darin befindet. Glitzerschuhe in Größe 46, teure Kleider, an denen noch ein Preisschild hängt: Jeder Tag birgt neue Überraschungen. „Mich schockiert tatsächlich manchmal, wie viel abgegeben wird“, meint etwa ehrenamtliche Karin Weißenberger.

Die Kleidungsstücke werden, bevor sie im Laden landen, mit unterschiedlich farbigen Zetteln versehen, je, nachdem, wann sie ins Sortiment kamen. Alle vier Monate werden Teile, die nicht gekauft wurden, aus dem Sortiment genommen. Nur ursprünglich teure Markenkleider oder zeitlos schwarze Teile etwa, auch die eine oder andere Tracht, dürfen länger bleiben.

Dass es hier gute Kleidung zum kleinen Preis gibt, das hat sich seit der Öffnung vor zweieinhalb Jahren herumgesprochen: Die Stammkunden kommen sogar aus dem Umland, „Wir haben viele Fans“, so Weißenberger.

Auch das könnte Sie interessieren: Arbeiten am Bahnhof starten – Stadt plant Parkplätze

Vor allem vor dem Gillamoos aber auch zu den Markttagen, wenn der Laden auch geöffnet ist, kann es mitunter schon einmal eng werden. So mancher Gast, der eigentlich zum Weihnachtsmarkt wollte, schaut dann rein. Mit Rabattaktionen – wie derzeit für die Winterkleidung – lockt man zusätzlich Kunden an.

„Wir sortieren die Kleidung nach verschiedenen Anlässen, für wen sie ist und auch nach Größe“, so Arnold, und das wüssten die Kunden zu schätzen, weil sie sich eben nicht lange durch Kleiderberge wühlen müssten. Mit viel Liebe werden die gebrauchten Schätzchen auch schon mal aufgebügelt und ansprechend drapiert.

Beitrag zum Umweltschutz

Wenn es die „Coole Klamotte“ nicht gebe, dann würde viel mehr Kleidung auch im Müll oder im Container landen, sind sich die Damen einig.

Aber auch so werden pro Woche etwa 15 bis 20 Säcke im Laden ausgesondert – Kleidung, die niemand mehr kauft, aber auch so manches Stück, das beim Anliefern schon löchrig oder verdreckt war. „Wir nehmen eigentlich nur Kleidung an, die gut erhalten ist“, so Herrmann. Löchrige oder ausgeleierte, gar verschmutze Kleidung soll der Verbraucher selbst entsorgen.

Fast täglich geöffnet:

Öffnungszeiten: Die „Coole Klamotte“ in der Ulrichstraße 15 ist Montag bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr und Freitag von 10 bis 13.30 Uhr geöffnet. Waren werden während der Öffnungszeiten angenommen. Bitte keine löchrige oder verschmutze Ware bringen!

Engagierte gesucht: Ehrenamtliche sind gern gesehen, Rückfragen sind im Laden möglich.

Neue Richtlinie: Ob die neue Abfallrahmenrichtlinie, nach der Altkleider nicht mehr in der Tonne entsorgt werden dürfen, Auswirkungen auf ihr Geschäft hat, das wissen die Ehrenamtlichen noch nicht. Noch werden die Altkleidersäcke mit unbrauchbarer Ware zur Verwertung abgeholt.

Geld für Tierhilfe: Das Geld vom Verkauf kommt der Tierhilfe Kelheim-Abensberg zu Gute. Aber zuvor muss das Geld versteuert werden: Alles, was mit dem Verkauf von Kleidung eingenommen wird, unterliege dem Umsatzsteuersatz von 19 Prozent, so die Ehrenamtlichen.

Auch, wenn „SPD“ draufsteht: Dieses Superhelden-Kostüm ist nicht für den Kanzler bestimmt.
Cäcilie Herrmann und Karin Weißenberger präsentieren ein Haremskostüm für Erwachsene.
Schuhe und Täschchen mit viel Glitzer passen auch zum Fasching.
Hüte komplettieren das Outfit. Närrische Kopfbedeckungen gibt es jede Menge im Laden.
Von Montag bis Freitag ist der Laden in der Ulrichstraße 15 geöffnet.