Amtsgericht Furth im Wald wird eine Schönheit von innen und von außen

Fleißiges Werkeln im ehemaligen Amtsgerichtsgebäude. Klar, schließlich soll rechtzeitig zum Beginn der Landesgartenschau alles fertig sein. Wie der Stand ist, wissen die Verantwortlichen des Planungsbüros ph2 aus Eschlkam.
Die Fassade des architektonischen Schmuckstücks erstrahlt schon wieder in neuem Glanz.
Das Teilgerüst, das noch nicht entfernt worden ist, steht, weil am Glockenspiel noch Arbeiten zu erledigen sind. Bauleiter Rainer Plöderl sagt, dass Schilder und Tafeln noch neu vergoldet werden müssen, dann kommt auch das Gerüst weg. Das sollte kurzfristig geschehen sein.
Denkmalschutz war wichtig
Aber auch im Inneren des Gebäudes geht es voran, Probleme hat es vor allem mit der Feuchtigkeit im Mauerwerk und bei einigen Balken gegeben (wir berichteten). Die wurden in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz gelöst. Architekt Peter Hickl sieht in den Vorgaben der Behörde alles andere als Gängelei.
Altes zu bewahren und zu restaurieren sei absolut in seinem Sinn. Dazu gehöre auch, beispielsweise die ursprünglichen Böden, soweit es geht, zu bewahren und so zu überbauen, dass die neuen Materialien rückgebaut werden könnten. Ein großes Thema sei auch das Aufarbeiten der historischen Türen und Türstöcke. Dazu wurde eigens ein Schreiner mit historischem Hintergrundwissen engagiert.
Grundsätzlich sagen Hickl und Plöderl: „Seit die Balkensanierung abgeschlossen ist, flutscht es.“ Noch vor Weihnachten wurde der Aufzug installiert, Trockenbauarbeiten sind weitgehend abgeschlossen, im Erdgeschoss ist der Estrich gegossen, in den oberen Stockwerken haben Wände einen Grundanstrich erhalten, die Decken sind größtenteils fertig gestrichen, Sanitärräume sind vorbereitet. In der vergangenen Woche wurde begonnen, die breite Treppe, die vom Erdgeschoss direkt in den Bereich der zukünftigen Stadtbücherei führt, zu bauen.
Im zweiten Stockwerk wird gerade Parkett verlegt, Erdgeschoss und erster Stock bekommen eine fugenlose Bodenbeschichtung in Betonoptik. In einem Raum steht ein gewaltiger Stromverteilerkasten, der darauf wartet, installiert zu werden. Immer wieder ist beim Rundgang auch der Denkmalschutz ein Thema: Historische Decken wurden bewahrt, auch die Tür am Haupteingang wird restauriert. Während man bei der Begehung in den oberen beiden Stockwerken schon eine ziemlich genaue Vorstellung davon bekommt, wie schön alles wird, sieht das Erdgeschoss noch am ehesten nach Baustelle aus. „Das ist aber ganz normal, weil wir von oben nach unten arbeiten“, sagt Plöderl.
Bis Ende März wolle man so weit sein, dass die Möbel für die Tourist-Info, das Drachenstichbüro im Erdgeschoss sowie die Bücherei im ersten Stock kommen können. Das Farbleitsystem für die Räumlichkeiten, die von Leseratten bevölkert werden, steht. Die Einrichtung wurde mit der Landesfachstelle für nicht staatliche Bibliotheken abgesprochen. Die Regale werden laut Hickl vor allem entlang der Wände und nicht im Raum stehen. Auch die späterer Etikettierung wird bereits vorbereitet. „Es ist nicht so, dass es ab 31. März keine kleineren Bauarbeiten mehr geben wird“, so Plöderl, aber der Einzug soll dann in jedem Fall erfolgen können.
Es war und ist eine Herkulesaufgabe, das Amtsgericht fertigzustellen, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder ein Prunkstück der Further Stadtarchitektur sein wird. Möglich gemacht wird das aufgrund des Engagements der beteiligten Firmen. Plöderl: „Wir sind glücklich, dass im Rahmen der Ausschreibungen heimische Firmen den Zuschlag bekommen haben.“ Jeder mache natürlich seine Arbeit, aber bei einem Projekt vor Ort stecke noch einmal mehr Herzblut drin.
Lob vom Bürgermeister
Da spart auch Bürgermeister Sandro Bauer nicht mit Lob: „Es ist gut, dass es so voran- geht, so wie es aussieht, sind wir gut im Zeitplan. Ich freue mich vor allem auch auf die schöne Nutzung des Gebäudes.“

