Steinberg am See als Vorreiter: Beim Flächennutzungsplan setzt man voll auf Digitaltechnik

Von Max Schmid · 22. Januar 2025 um 17:00

Die Gemeinde Steinberg am See hat bei der Neufassung des Flächennutzungsplans Pionierarbeit geleistet. Sie ist die erste Kommune im Landkreis, die das Format „XPlanung“ eingeführt hat. Der Gemeinderat gab für die Einführung jetzt grünes Licht.

Der erste Flächennutzungsplan für die Gemeinde Steinberg am See ist 1984 erstellt worden und wurde im Laufe der Jahre elf Mal geändert, zuletzt 2024. Nach ausführlichen Informationen des Planungsbüros stimmte der Gemeinderat einstimmig für die Neuerung, die immerhin mehr als 45.000 Euro gekostet hat.

Datenformate sind standardisiert

Bürgermeister Harald Bemmerl informierte, dass raumbezogene Daten eine immer bedeutendere Rolle im digitalen Wandel einnehmen würden. Zur besseren Nutzung bedürfe es standardisierter Datenformate wie der „XPlanung“. Über das neue Format werde unabhängig von der jeweiligen Software der verlustfreie Austausch der Inhalte und Strukturen eines Planwerks ermöglicht. Der Flächennutzungsplan sei das maßgebliche Steuerungs- und Planungsinstrument für die räumliche Gestaltung einer Gemeinde.

Eckhard Bökenbrink vom gleichnamigen Planungsbüro ergänzte, dass der neue Plan einen Zeithorizont von rund 15 Jahren habe und sich auch Behörden bei Planungen daran zu halten hätten. Der digitale Flächennutzungsplan werde für die Verwaltung eine deutliche Erleichterung bringen, sagte Bökenbrink.

Neues Logo für den Waldkindergarten

Die Einführung eines Logos für den Waldkindergarten der Gemeinde stand ebenfalls auf der Tagesordnung. Nina Schmid von der Verwaltungsgemeinschaft präsentierte mit ihrem Entwurf ein kinderfreundliches Außenbild für den Walkindergarten „Mooswichtel“. Sie erläuterte dem Gemeinderat, dass bei der Konzeptentwicklung die Philosophie und die Zielgruppe des Kindergartens in den Mittelpunkt gestellt worden seien. Es gehe um Naturverbundenheit, Nachhaltigkeit, Bildung und Freiheit. Das neue Logo solle eine klare Botschaft vermitteln, die Vertrauen, Wärme und eine enge Verbindung zur Natur ausstrahle. Nach den ausführlichen Erläuterungen stimmte der Gemeinderat ebenfalls einstimmig dem neuen Logo zu.

Keine Gegenstimmen gab es bei der Behandlung eines Antrags auf den Ausbau des Dachgeschosses einer Garage mit Gaube, die Erweiterung eines Balkons und die Neuerrichtung einer Dachgaube auf einem Wohnhaus in der Sandstraße. Den notwendigen Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans wurde ebenfalls zugestimmt.

Bürgermeister Harald Bemmerl verwies auf einen Antrag aus der Bürgerversammlung auf Schaffung von Umkleidemöglichkeiten am Steinberger See. Gutachten für die Badestellen am See hätten ergeben, dass es durchaus möglich wäre, solche Umkleiden zu errichten. Beide Fraktionen stimmten der Umsetzung zu.

Bemmerl hatte auch das Thema Böllerschießen zur Jahreswende auf die Tagesordnung gebracht, da sich auch heuer wieder Bewohner über den Lärm beschwert haben. Im Sprengstoffgesetz sei geregelt, dass Feuerwerkskörper, also Böller und Raketen, ausschließlich am 31. Dezember und am 1. Januar abgefeuert werden dürften. Dies sei eine bundesweite Regelung, deshalb bestehe für die Kommune keine Möglichkeit, hiervon abzuweichen.

Badesteg beim Retzerschübl wird abgebaut

Bemmerl informierte, dass der Badesteg beim Retzerschübl am Steinberger See abgebaut werde und er im Gespräch mit dem Betreiber der Bäckereifiliale Welter (vormals Bäckerei Fritsch) in Erfahrung gebracht habe, dass an einer Wiedereröffnung Interesse bestehe. Das Unternehmen habe aber bisher keine geeigneten Mitarbeiter gefunden.