In Mainburg soll ein großes Rechenzentrum entstehen

Von Wolfgang Abeltshauser · 23. Januar 2025 um 11:00

Das geplante Gewerbegebiet Mitterleite zwischen den Mainburger Ortsteilen Wambach und Meilenhofen, für das derzeit das Aufstellungsverfahren läuft, steht derzeit im Fokus. Während Bürger gegen das Projekt auf die Barrikaden gehen und es stoppen wollen, kündigt der Bürgermeister eine interessante Firmenansiedlung dort an.

Die Stadt Mainburg steht laut einer Pressemitteilung der Kommune vor einer zukunftsweisenden Entwicklung: Im Gewerbegebiet Mitterleite, nordwestlich des bestehenden Gewerbegebiets Wambach, werde sich eines der größten Rechenzentren in ganz Bayern ansiedeln. Weiter ist von modernen Technologien die Rede. Mehrere hundert Arbeitsplätze sollen demnach dort entstehen. Bereits vor einigen Tagen hatte Bürgermeister Helmut Fichtner gegenüber dieser Zeitung eine größere Firmenansiedlung dort angekündigt. Weitere Informationen zu den sich ansiedelnden Unternehmen gibt es seitens der Stadt bisher aber keine.

„Das Projekt markiert einen bedeutenden Schritt für den wirtschaftlichen und technologischen Ausbau Mainburgs“, stellt der Bürgermeister fest. Das neue Gewerbegebiet Mitterleite, eine Erweiterung des Gewerbegebiets Wambach, wurde laut Pressemitteilung zunächst als kleinteiliges Areal geplant, um einheimischen Firmen Raum für Wachstum zu bieten. Anfangs war das heimische Interesse groß, nahm jedoch im Verlauf des Planungsverfahrens wie berichtet ab.

Aktiv nach Firmen gesucht

Als Reaktion darauf wurde der östliche Bereich des Gebiets für kleinere Parzellen belassen, während der größere westliche Teil an die Anforderungen eines Rechenzentrums angepasst wurde. Laut Fichtner hatte man sich aktiv nach einem größeren Unternehmen, das sich ansiedeln wolle, umgesehen. „Ich bin hocherfreut, dass wir die Vorzüge unseres Standorts überzeugend darstellen und den Investor gewinnen konnten“, betont der Bürgermeister. Diese Neuausrichtung biete nun die Möglichkeit, hochmoderne Gewerbeformen und neue innovative Technologien in Mainburg anzusiedeln, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Lesen Sie doch auch diesen Artikel: Bürger gehen auf die Barrikaden

Mit dem Technologie-Campus im Süden und den heimischen Unternehmen mit Absatz im globalen Markt sowie der Ansiedlung in Mitterleite werde Mainburg laut Fichtner zum Aushängeschild für Zukunftstechnologien. „Jeder, der ein Handy nutzt oder Apps bedient, erzeugt Datenflüsse, die über Rechenzentren laufen“, stellt er fest.

Dagegen wehren sich Mainburger Bürgerinnen und Bürger nicht zuletzt deshalb gegen das Vorhaben, weil es um Firmen gehe, die ursprünglich nicht aus Mainburg stammen. So hatte es Bernd Wimmer, einer der Initiatoren einer Petition gegen die Aufstellung des Gewerbegebiets, gegenüber dieser Zeitung ausgedrückt. Sicherlich sei es nötig, einheimischen Betrieben Flächen zur Verfügung zu stellen, damit diese wachsen können.

17 Hektar an Fläche

Mitterleite sei aber etwas ganz anderes: Unabhängig von der Art der angesiedelten Firmen sei das Projekt mit 17 Hektar völlig überdimensioniert. Viele Mainburger würden das Areal zum Spazierengehen nutzen, wertvolle Agrarflächen gingen verloren. In der Onlinepetition sind derzeit rund 500 Unterschriften vermerkt, dazu gebe es laut Wimmer noch rund 200 auf Papierlisten.

Die Stadt nennt derweil Details in Sachen Infrastruktur im neuen Gewerbegebiet: Der Investor plane, anfallendes Oberflächenwasser zur Kühlung der Anlagen zu nutzen. Zudem solle die Abwärme für ein Nahwärmenetz in der Umgebung genutzt werden. Zusätzlich sei eine Wasserstoffproduktion mit Wasserstofftankstelle vor Ort im Gespräch. Langfristig würden die Ansiedlungen hohe Einnahmen aus der Gewerbesteuer nach sich ziehen, die Mainburg in weitere Infrastruktur und Lebensqualität investieren könne.

Bis es so weit ist, wird es aber noch ein wenig dauern. Die Bauleitplanung soll laut Pressemitteilung der Stadt bis Ende diesen Jahres abgeschlossen sein.