Neuer Betreiber: So geht es mit der Laabertalbahn zwischen Langquaid und Eggmühl weiter

Von Alexandra Nurtsch · 21. Januar 2025 um 19:00

Mehr als ein Jahr ist es mittlerweile her, als das letzte Mal ein Zug zwischen Langquaid und Eggmühl verkehrte. Mit dem neuen Streckenbetreiber soll sich das ändern.

Vergangene Woche unterzeichneten Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck, sein Schierlinger Amtskollege Christian Kiendl und Wolfgang Treppesch von der „Initiative für den Bahnerhalt Eggmühl-Langquaid“ im Langquaider Rathaus einen Kooperationsvertrag mit Jörn Enderlein, dem Geschäftsführer der Rail Bavaria Logistik GmbH.

26 Jahre lang betrieb die Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) aus Bonn die Strecke. Doch das Unternehmen verfolge nun andere Ziele, darum habe man sich nach einem neuen Partner umgesehen, informierte Kiendl. Den fanden die Gemeinden in dem Logistik- und Rangierunternehmen aus Rohrbach, das Enderlein vor sechs Jahren mit seiner Frau Tanja gründete.

Schwellen werden getauscht

Mittlerweile zählt Rail Bavaria rund 60 Mitarbeiter. Wie Enderlein sagte, soll die 10,3 Kilometer lange Strecke mit Güter- und touristischem Personenverkehr wirtschaftlich betrieben werden.

Ende der 90er Jahren plante die Deutsche Bahn die Stilllegung der Nebenbahnstrecke. Die Gemeinden Langquaid und Schierling pachteten sie und erreichten, dass sie erhalten blieb. „Es war genau die richtige Entscheidung. Schienen, die da sind, kann man nutzen“, sagte Blascheck, der großes Potenzial auf der Schiene sieht.

2019 gelang es, den Zuckerrübentransport nach mehr als 30 Jahren wieder zurück auf die Schiene zu holen. Vergangenes Jahr wurden 18.000 Tonnen auf einem 1,1 Kilometer langen Teilstück nach Eggmühl verladen und mit der Bahn in die Schweiz gebracht. Blascheck und Kiendl dankten Wolfgang Treppesch und Wolfgang Lahode von der „Initiative zum Bahnerhalt“ für ihren Einsatz, ohne den es nicht funktioniert hätte.

Damit die Züge wieder bis Langquaid rollen können, muss die Infrastruktur wieder auf Vordermann gebracht werden, denn aktuell sei die Strecke „technisch nicht befahrbar“, sagte Treppesch. Zahlreiche Holzschwellen aus den 60er Jahren müssten gegen Betonschwellen getauscht werden und auch an den Weichen müsse nachgearbeitet werden.

Zuschuss erwartet

Langquaid und Schierling haben hierfür jeweils 80.000 Euro zurückgelegt und der neue Betreiber bringt sich mit ein. Außerdem rechnen die Gemeinden mit einer Förderung des Freistaats Bayern. Wenn die Zusage eintrifft, sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden.

Dass die Langquaider mit dem Zug nach Regensburg fahren können, bleibt aber vorerst eine Vision. Hierfür sei zum einen ein viertes Gleis in Obertraubling erforderlich. Zum anderen müsse der Freistaat Bayern die für eine Reaktivierung erforderliche Zahl der Fahrgäste auf der Strecke überdenken, sagte Schierlings Bürgermeister. Aktuell liegt diese Zahl bei 1000 Fahrgäste pro Kilometer. Andere Bundesländer hätten diese Zahl bereits gesenkt, sagte Treppesch.

Zum Abschluss des Treffens richtete Kiendl noch einen Wunsch an den neuen Betreiber: Vielleicht sei es möglich, einmal eine Fahrt von Langquaid über Eggmühl nach Regensburg und wieder zurück anzubieten, damit die Leute erleben könnten, wie es ist, direkt mit dem Zug nach Regensburg zu fahren. „Das wäre eine super Sache.“

Geschichte der Laabertalbahn

Start: Am 21. Oktober 1903 wurde die eingleisige Bahnstrecke zwischen Langquaid und Eggmühl eröffnet. Bis Ende der 60er Jahre fuhren dort Personen- und Güterzüge. Dann wurde der Personenverkehr eingestellt.

Übernahme: Ende der 90er Jahre plante die Deutsche Bahn, die Strecke stillzulegen. Daraufhin pachteten Langquaid und Schierling die Strecke, erst von Langquaid bis zum Munitionshauptdepot, dann 2009 bis Eggmühl.

Fahrten: Das Bockerl war rund sechs Mal im Jahr zu größeren Festen und Märkten in Langquaid und Schierling im Einsatz. Auch für Geburtstags- und Hochzeitsfeiern wurde die Bahn von Eisenbahnfreunden aus ganz Deutschland gebucht. Letztmals war das Bockerl am Zwetschgenmarkt 2023 im Einsatz. Aus ganz Deutschland erreichen den Langquaider Bürgermeister mittlerweile Nachfragen von Eisenbahnfreunden, wann das Bockerl wieder im Einsatz ist.