Bewusstlos auf Gleise gelegt: Drei Männer aus Neumarkt stehen für grausamen Mord vor Gericht

Drei Männer müssen sich seit Dienstag vor der 5. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth verantworten. Ihnen droht eine lebenslange Haftstrafe wegen gemeinschaftlichen Mordes. Die drei Leiharbeiter hatten zuletzt in Neumarkt gewohnt. Zwei von ihnen schwiegen zum Auftakt des Prozesses, einer äußerte sich.
Der Prozess läuft seit 9 Uhr. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, einen Kollegen, der mit ihnen in einer Unterkunft für Monteure an der Ingolstädter Straße gewohnt hatte, getötet zu haben. Während sich zwei der Angeklagten nach der Verlesung der Anklageschrift nicht zum Sachverhalt äußern wollten, kündigte der Dritte eine Aussage an: Er erklärte, sich an den Sachverhalt nicht erinnern zu können.
Zunächst war es am 4. April 2024 zu einem Streit zwischen den drei Angeklagten, die bei einem Neumarkter Traditionsunternehmen beschäftigt gewesen waren, und dem späteren Opfer gekommen. Warum die Männer genau in Streit geraten sind, kann die Staatsanwaltschaft bisher nur vermuten. Er dürfte aber wohl eine Banalität gewesen sein.
Die Männer schlugen später auch auf den Mann ein. Dieser soll schon benommen gewesen sein, als sie ihn gemeinsam über die Ingolstädter Straße schleppten und auf die nahen Bahngleise legten. Dort soll es zu weiteren Misshandlungen gekommen sein, bis der Mann schließlich bewusstlos auf einem Gleis liegen blieb. Dort wurde der hilflose Mann von einem Güterzug überrollt. Er war sofort tot.
Aufwendige Suche nach der Tat in ganz Neumarkt
Mehrere Stunden hatte ein Großaufgebot der Polizei nach den Tatverdächtigen in ganz Neumarkt gesucht. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Die drei jetzt Angeklagten wurden schließlich noch in der Nacht in der Monteursunterkunft festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.
Alle drei standen bei der Tat unter Alkoholeinfluss. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass sie trotzdem wussten, was sie taten, als sie den hilflosen Mann auf das vielbefahrene Bahngleis legten. Dennoch könnte die Frage der Schuldfähigkeit im Prozessverlauf noch eine Rolle spielen.
Urteil im April erwartet
Der Prozess im Landgericht Nürnberg dauert voraussichtlich mehrere Monate. Ein Urteil soll am 10. April gefällt werden. Die Staatsanwaltschaft strebt eine Verurteilung wegen gemeinschaftlichen Mordes aus sonstigen niedrigen Beweggründen an. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass weitere Mordmerkmale festgestellt werden. Dann ist auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld nicht ausgeschlossen.
