Seltsam weichgespült: Lyyra gibt Konzert in Regensburg

Von Claudia Böckel · 19. Januar 2025 um 17:00

Die jungen Künstlerinnen haben schöne Stimmen. Aber ihr Zugriff auf Musik unterschiedlichster Epochen bleibt immer gleich soft.

Magie liegt in der Luft, heißt es in einem ihrer Songs. Und diese Magie sucht das amerikanische Gesangsensemble Lyyra, das sich gerade erst gegründet hat und sich offensichtlich „In the Beginning“ befindet, wie der Titel des Konzerts in der Dreieinigkeitskirche lautete.

„Lyyra steht für emotionale, inspirierende und in jeder Hinsicht außergewöhnliche Auftritte und wird die A-Cappella-Welt zweifellos zukünftig mitgestalten.“ So steht es – gar nicht bescheiden – im schönen Begleitheft der Konzertagentur clavis concerts. Die sechs Damen singen gut, keine Frage. Ob die Art ihrer Interpretation den Werken aus unterschiedlichen Epochen allerdings gerecht wird, das sei mal in Frage gestellt.

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Der Bogen der Stücke war weit gespannt, von Hildegard von Bingen, Leonora D’Este und William Byrd kam man über Samuel Barber bald im 20. Jahrhundert an, fügte Traditionals und Gospels ein. Aber irgendwie glichen sich alle diese Songs, ob alt oder neu. Es wurde nicht differenziert, kein anderes Klangbild für Alte Musik gesucht zu Beispiel. Man sang hier leiser, das schon, aber der Zugriff blieb immer gleich soft und seltsam weichgespült. Die beiden Soprane glockenhell und drüberstrahlend, die Mezzo-Sopranos dunkler timbriert, die Altistinnen dennoch mit zu wenig Fundament, um eine Stunde Vokalmusik tragen zu können.

Auf der positiven Seite steht die vorzügliche Einstudierung, das schnelle Reagieren aufeinander und die schönen Stimmen der sechs jungen Damen. Das Publikum applaudierte nach jeder Nummer und schien am Ende hingerissen bis zu Standing Ovations.