Autos mit Kalksteinmehl gepudert: Burglengenfelder Zementwerk entschuldigt sich

Ausgerechnet an Weihnachten machte Pfarrer Gottfried Tröbs eine unschöne Entdeckung: Er fand kleine weiße Punkte auf seinem Auto vor, welches er über Nacht auf dem Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde geparkt hatte. Die Windschutzscheibe und der Lack waren betroffen.
„Diese Punkte waren richtig hartnäckig“, erzählt Tröbs. Alles habe er versucht: Glasreiniger, Mikrofasertuch, Schwamm. – Nichts habe geholfen.
Schnell hörte Tröbs auch von anderen Leuten, die über Weihnachten ähnliche Entdeckungen an ihren Autos gemacht hatten. Doch wer war der Schuldige? „Ich und andere Betroffene dachten direkt an das Zementwerk“, so Tröbs. Sollte es, wie schon vor einigen Jahren, einen sogenannten Staub-Fallout gegeben haben?
Klagen kamen auch beim Unternehmen an
Der Verdacht von Pfarrer Tröbs und anderen ist auch bei Werkleiter Bernhard Reindl angekommen. „Tatsächlich haben sich in der Zeit um Weihnachten mehrere Anwohner unseres Betriebs über Verschmutzungen an ihren Autos beschwert“, bestätigt Reindl. Das Zementwerk entschuldige sich bei allen Betroffenen.
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Der Leiter vermutet, dass Kalksteinmehl ausgetreten ist und durch den starken Westwind das direkte Umfeld des Werks leicht verschmutzt wurde. „Genauer wissen wir es aber nicht, weil unsere Anlagen nicht Alarm geschlagen haben“, erklärt Reindl. Dies sei aber kein Grund zur Beunruhigung. Ganz im Gegenteil: „Wenn die Anlagen nicht Alarm schlagen, kann der Austritt nur minimal und absolut ungefährlich gewesen sein“, versichert Reindl. „Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Burglengenfelder.“
Pfarrer wünschte sich bessere Kommunikation
Für verschmutzte Autos in der Nähe übernahm laut Reindl das Unternehmen die Reinigung. Trotz des Vorfalls an Weihnachten vertraut der Werkleiter auch in Zukunft auf seine modernen Filtersysteme und Mitarbeiter. „Eine hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben, aber wir versuchen wirklich unser Bestes“, so Reindl.
Pfarrer Tröbs erklärt, dass es ihm weniger um den Vorfall an sich als um eine klarere Kommunikation von Seiten des Zementwerks geht: „Wenigstens eine kleine Meldung, die alle mitbekommen, hätte ich schon erwartet.“
Das Zementwerk veröffentlicht jedes Jahr ein genaues Messprotokoll. In den vergangenen Jahren war daraus zu entnehmen, dass es trotz aller Bemühungen immer wieder zu Störungen gekommen ist.