Bauprojekt des TV Burglengenfeld: Erster Entwurf für neue Halle sorgte für Irritationen

Von Thomas Rieke · 11. Januar 2025 um 05:00

Mit einem positiven Gefühl konnte die Führungsriege des TV Burglengenfeld ins neue Jahr starten. Wie Vorsitzender Bernd Mühldorf auf Anfrage bestätigte, sind die Pläne für den Neubau einer Sporthalle am Gelände an der Regensburger Straße auf einem guten Weg. Seine klare Botschaft: „Es geht voran!“

Wie mehrfach berichtet, haben die Verantwortlichen des traditionsreichen Vereins jahrelang mit sich und anderen gerungen, wie sie den TV baulich fit für die Zukunft machen könnten. Das Ergebnis: Die ursprüngliche Absicht, an einem anderen Standort neu durchzustarten, wurde verworfen. Stattdessen soll ein Großteil des knapp 14 000 Quadratmeter großen Vereinsgeländes an der Regensburger Straße überplant werden.

Dabei behilflich ist der Landkreis Schwandorf: Dieser erklärte sich 2023 bereit, einen Teil des TV-Areals zu erwerben, um darauf einen Allwetterplatz für die Realschule anzulegen. Außerdem möchte er sich zu 50 Prozent am Bau einer neuen Halle beteiligen, was der Übernahme von rund 1,5 Millionen Euro entspricht. Im Gegenzug sicherte der TV als Bauherr zu, diese Sportstätte vormittags für schulische Zwecke zu überlassen.

Auch das könnte Sie interessieren: Burglengenfelds Bürgermeister zeigt sich zum Jahresauftakt demonstrativ zuversichtlich – und kündigt wichtige Personalentscheidung an.

Für beide Seiten entstand also eine Win-win-Situation. Mitte vergangenen Jahres fasste der Bauausschuss des Stadtrats für den Bebauungsplan „Sondergebiet (SO) Sportanlagen beim Parkhaus“ bereits den Billigungsbeschluss. Zwischen Mitte November und Mitte Dezember wurden die Pläne öffentlich ausgelegt. „Einwände gab es bisher keine. Es sind auch keine zu erwarten“, berichtet Vorsitzender Mühldorf.

Europaweite Ausschreibung

Der Satzungsbeschluss für den B-Plan und den Flächennutzungsplan ist seinen Worten zufolge in der ersten Bauausschusssitzung des neuen Jahres am 22. Januar vorgesehen. Anschließend sollen die Unterlagen umgehend an das Landratsamt zur Genehmigung weitergeleitet werden.

Auch sonst hat sich jede Menge getan. Wie Mühldorf weiter berichtet, wurde die Planung für den Hallenbau europaweit ausgeschrieben. Zehn Büros bekundeten Interesse, drei kamen in die entscheidende Runde. Eine Jury entschied letztlich, den Auftrag an das Architekturbüro Steidl in Neunburg im Wald zu vergeben. Es konnte die meisten Bewertungspunkte auf sich vereinen. Der Vertrag wurde laut Mühldorf im Dezember unterzeichnet. Mittlerweile liegt ein erster Entwurf am Tisch.

Wieso hat der Architekt so großzügig geplant?

Dieser soll allerdings für Irritationen, ja Kopfschütteln gesorgt haben. Laut Mühldorf sieht das Konzept 1400 Quadratmeter Nutzfläche vor – und damit deutlich mehr als gedacht. Das ursprüngliche Raumprogramm hätte sich nämlich auf 1000 Quadratmeter beschränkt. Der Zuwachs würde logischerweise die Kosten nicht unerheblich in die Höhe treiben, so dass jetzt intensiv überlegt wird, wo man wieder abspecken oder für Teilbereiche Alternativen schaffen könnte.

Zur Disposition steht beispielsweise eine Zuschauer-Galerie (70 Quadratmeter) oder eine Reduktion der Flure, die bisher allein 100 Quadratmetern zu Buche schlagen.

Mühldorf wörtlich: „Dieser Entwurf ist ein erstes Ergebnis aus dem Programm, das wir als Verein vorgegeben haben, sowie Anforderungen vom Landratsamt für den Schulsport. Das ist noch lange nicht der letzte Clou.“ Eine solide Grundlage, auf der man weiter arbeiten könne, stelle das Konzept trotzdem dar. Darauf basierend, habe man mittlerweile eigene Entwürfe erstellt.

Blick auf das Finanzierungskonzept

Außerdem, so berichtet Mühldorf weiter, stehe der Verein in engem Kontakt mit dem Bayerischen Landessportverband (BLSV), um Fördermöglichkeiten zu aktualisieren. Ein zinsgünstiges Darlehen des Verbands ist neben der Kostenbeteiligung des Landkreises am Bau der Halle ein Eckpfeiler im Finanzierungskonzept.

Die Veräußerung eines Teilgrundstücks neben dem Parkhaus spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Der zuständige Ausschuss des Kreistags, der Anfang Februar tagt, muss den Kauf durch den Landkreis allerdings erst noch genehmigen.

Was wird aus Altbestand?

Weitere Mittel erhofft sich der TV durch den bereits beschlossenen, aber ebenfalls noch nicht vollzogenen Verkauf der 1924/25 errichteten Sporthalle sowie des Sportheims. Laut Mühldorf gibt es seit geraumer Zeit mehrere Interessenten, die prüfen, was sich aus den Immobilien machen ließe.

Eine einfache Lösung, so habe sich herausgestellt, gebe es nicht. Schließlich gelte es hinsichtlich des Brand- und Immissionsschutzes und erst recht hinsichtlich der Energieeffizienz ganz andere Anforderungen zu erfüllen, als es bei der Errichtung der Halle vor genau 100 Jahren der Fall war. Gleichwohl habe sich, so bestätigt Mühldorf weiter, der Kreis der potenziellen Käufer erst kürzlich um einen interessanten Kandidaten erweitert.

Unterm Strich ist der TV-Vorsitzende aktuell sehr zuversichtlich, dass das Projekt zügig voranschreitet. Spätestens im dritten Quartal dieses Jahres wolle man bei der Planung in die vierte und damit entscheidende Leistungsphase eintreten. Ein Spatenstich im nächsten Jahr scheint also nicht ausgeschlossen.

Genau vor 100 Jahren errichtet, steht sie nun zum Verkauf: die altehrwürdige Turnhalle des TV Burglengenfeld. Foto: Thomas Rieke