Indische Schmankerl im „Barnabas“: Sie haben das Nittenauer Lokal übernommen

Seit vielen Jahren ist das Restaurant „Barnabas“ in der Brauhausstraße eine feste Anlaufstelle in der Gastronomie-Szene in Nittenau (Landkreis Schwandorf). Nun bringt ein Hauch von Südasien frischen Wind in das Traditionslokal: Die neuen Betreiber Ali Khan und seine Frau Ayisha Riaz sind Pakistani.
Unter der Leitung von Alfons Schambeck wurde im „Barnabas“ im gemütlichen, holzmöblierten Gastraum gutbürgerliche und mediterrane Küche serviert. Im Innenraum des kleinen Wirtshauses mit seinen nur etwa 30 Plätzen hat sich bisher kaum etwas geändert. Nur die Servietten sind bunter geworden: „Wir schauen es uns jetzt ein bis zwei Monate an. Wenn es gut läuft, gibt es neue Dekoration und neue Gerichte auf der Karte“, erklärt Ali Khan, der mit seiner Frau Ayisha Riaz den „Barnabas“ am 5. Januar neu eröffnet hat.
Die beiden neuen Betreiber bringen Erfahrung in der Gastronomie mit. In Günzburg führten sie bereits ein eigenes Lokal, in dem sie Pizzen und Hamburger verkauften. Nach einem Zwischenstopp in Regensburg zog es sie nun nach Nittenau, wo sie das Traditionslokal nahe der Hauptstraße übernahmen. Ihnen habe es hier gefallen, berichtet Ayisha Riaz. So ist das Paar auch in die Wohnung über dem Restaurant eingezogen.
Mönch und Braumeister aus Fischbach als Namensgeber
„Den Namen ,Barnabas' haben wir behalten, um auch die Stammkunden wieder anzuziehen“, begründet Ayisha Riaz den Umstand, dass nun zwei Muslime ein Lokal betreiben, das nach einem Braumeister und katholischen Mönch des 18. Jahrhunderts benannt ist. Der als Bruder Barnabas bekannte Valentin Stephan Still wurde als Sohn des Brauers Georg Still in Fischbach bei Nittenau geboren. Im Alter von 23 Jahren trat er als Laienbruder in das Amberger Kloster des Paulanerordens ein. Er wurde zum leitenden Braumeister und gilt als Erfinder des Starkbiers.
Die Strategie, den Namen des Lokals beizubehalten, sei aufgegangen: „Es ist viel los“, freuen sich die neuen Wirtsleute. Es gebe auch viele Reservierungen – ist man doch noch vom Vorbesitzer gewohnt, dass das kleine Restaurant schnell ausgebucht ist. Auch Ali Khan ist optimistisch: „Wenn es immer so gut läuft wie in der ersten Woche, dann können wir den Laden bald kaufen“, scherzt er.
Derzeit betreibt das Paar das Restaurant, das – außer dienstags – täglich mittags und abends geöffnet ist, mit zwei Personen in der Küche und einer Servicekraft. Alle Gerichte werden auch zum Mitnehmen angeboten. Einen Lieferservice wollen sie jedoch nur einführen, wenn der Betrieb im Gastraum nicht ausreiche. „Das ist sonst zu viel Stress“, erklärt Khan. Die angebotenen Speisen im neuen Barnabas sind vielfältig: Neben indischen Gerichten, die den Schwerpunkt der Karte bilden, kann man dort auch Hamburger und Pizzen essen. Auch Nudelgerichte sowie ein Angebot für Vegetarier gibt es, ebenso Salate, Pommes frites mit unterschiedlichen Garnituren und verschiedene Desserts.
Indische Küche als Alleinstellungsmerkmal im näheren Umkreis
Man merke jedoch, dass die indische Küche in Nittenau besonders gut ankomme, meint Riaz. „Die Nittenauer essen gerne indisch. Diese Gerichte gehen durchschnittlich am besten“, so die Betreiberin.
Sie erklärt sich diesen Umstand mit fehlenden indischen Gasthäusern im Ort und in der Umgebung – auch das indische Lokal im Walder Kirchenwirt ist vor einigen Jahren einem griechischen Restaurant gewichen. Hier habe man eine Nische erwischt, in der man wirtschaften könne, ist Ayisha Riaz überzeugt.
Dass die Rezensionen der ersten Gäste, die nun Schritt für Schritt in den sozialen Netzwerken erscheinen, positiv seien, erleichtert Riaz. Sie lese beständig mit, was die Gäste zurückmeldeten. „Momentan haben wir noch keine Website, darum freuen wir uns sehr über Bewertungen auf Facebook“, so die Betreiberin.