Musical „Winnie“ feiert im September in Neunburg Weltpremiere – Stefanie Heelein komponierte das Stück selbst

Von Ralf Gohlke · 18. Januar 2025 um 15:00

Dass die Schwarzachthalle einmal als Bühne für die Weltpremiere eines Musicals dienen wird – damit hat bei ihrem Bau wohl niemand gerechnet. „Winnie“ lautet der Titel des Werkes, das am 20. September in Neunburg zum ersten Mal aufgeführt wird. Es erzählt die Geschichte einer jungen Afrikanerin aus Uganda, die vom Waisen- und Straßenkind selbst zur Hoffnungsträgerin wird.

Wegen ihrer Liebe zu anderen Menschen gründet sie bereits mit 24 Jahren ein Nähprojekt für junge Mütter als Hilfsorganisation Empowering Young Mothers Community Based Organization (EYMCBO).

Autorin und Komponistin des Musicals ist Stefanie Heelein. Sie zog mit ihrer Familie, dem Orgeldozenten Steven Heelein und ihren vier Kindern, im September 2020 nach Neunburg. Seither sind beide tragende Säulen in der Pfalzgrafenstadt, nicht nur der Kirchenmusik.

Winnie Nansubuga (29) ist die Hauptperson des Musicals. Sie ist keinesfalls fiktiv, sondern eine reale Person. Heelein lernte als damals Achtjährige Winnie bei einem Aufenthalt in Afrika in einem Waisenhaus kennen. Bis heute hat Heelein sie begleitet.

2016 Verein gegründet

Das Elend der Kinder dort veranlasste die diplomierte Kirchenmusikerin 2016 den Verein „U.V.C.O. Uganda e.V. - Zukunft für Straßenkinder und Waisen in Masaka“ zu gründen. Ziel sei es gewesen, vor Ort eine Schule zu bauen. Das daraus nun ein Musical wird, hat einen besonderen Hintergrund.

Heelein ist Vollblutmusikerin. Das stellte sie bereits in unzähligen Ensembles, als Chorleiterin und bei zahlreichen Auftritten sowie ihrem ehrenamtlichen Engagement unter Beweis. „Trotzdem hast du als Künstler immer das Gefühl, da geht noch mehr, wenn man sich selbst etwas fordern würde“, sagte sie im Gespräch mit der MZ.

Studium in Regensburg

Eigentlich wollte sie deshalb bei dem renommierten Produzenten Dieter Falk aus Düsseldorf nur ein paar Stunden zur Perfektionierung ihres Klavierspieles nehmen. Doch daraus wurde, auf Anraten des Dozenten, 2023 die Einschreibung für einen Masterstudiengang für „neue geistliche Musik“ an der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik in Regensburg.

„Das kam mir auch insofern entgegen, weil mein ursprüngliches Diplom vor allem die klassische Sakralmusik umfasste und nun auch die neue geistliche Musik einschließt“, sagte sie. Seit 2019 gehören auch Rock und Pop zum Studiengang an der Akademie. Das Afrika-Musical ist die Abschlussprüfung, um später den akademischen Titel Master of Music führen zu dürfen.

Besondere Herausforderung

Die besondere Herausforderung besteht bei der Masterarbeit darin, dass Heelein das Musical im Ganzen zu konzipieren hat. Das schließt den rein musikalischen Teil, die Komposition der Musik und der Texte ebenso ein, wie die komplette Produktion. Dafür durfte sie natürlich entsprechende Hilfen in Anspruch nehmen.

Zur Premiere, am 20. September, um 16.30 Uhr, werden neben dem Kinder- Jugend und Kirchenchor der katholischen Pfarrei St. Josef viele Laien- und Profimusiker sowie Künstlern aus der Region und ganz Bayern auf der Bühne der Schwarzachtalhalle zu sehen sein.

Kostüme aus Afrika

Der Kunstverein Unverdorben hat die Trägerschaft übernommen. Besonders stolz ist Stefanie Heelein darauf, dass die bekannte luxemburgisch/deutsche Schauspielerin Vicky Krieps die Schirmherrschaft übernehmen wird. Am Freitag wurde das Projekt bei einem Pressegespräch vorgestellt.

Demnach werden die acht professionellen Hauptdarsteller von rund 190 Chorsängern und einer 16-köpfigen Live-Band begleitet. Die Darsteller werden originale Kostüme aus Afrika tragen. Bei der rund eineinhalb Stunden dauernden Premiere, ohne Pause, werden 14 extra dafür komponierte Titel zur Aufführung kommen.

Proben beginnen im Mai

Ab Mai werde mit der Probenarbeit begonnen, wobei es neben Neunburg dafür zwei weitere Standorte im Raum Regensburg geben werde. „Die meisten der Beteiligten kenne ich schon sehr lange, andere sind neu hinzugekommen“, erklärte die Autorin. Die unterstützende Kraft bei der Produktion ist Natalie Steidl.

„Für uns ist die Welturaufführung das Premium-Event für den Kunstherbst 2025“, bekräftigte Peter Wunder vom Kunstverein. Bürgermeister Martin Birner (CSU) unterstrich als Schirmherr, seine Neugierde auf die Geschichte von Winnie, aber auch die Umsetzung durch die zahlreichen Mitwirkenden. „Das wird sicher einmalig“, betonte er.

Parallel zu den Vorbereitungen läuft ab 1. Februar der Kartenvorverkauf beim Pressezentrum Kramer in Neunburg sowie per Mail unter schafbauerrosa@gmail.com oder unter der Telefonnummer (0 96 72) 34 35.

Auf einen großen Erfolg des afrikanischen Musicals „Winnie“ hoffen Peter Wunder, Martin Birner, Stefanie Heelein, Natalie Steidl, Rosa Schafbauer und Karl Stumpfi (v. l.). Am 20. September ist Weltpremiere in der Schwarzachtalhalle.
Das Plakat hat die frühere Lehrerin Marlies Weigl nach einem Originalfoto der Protagonistin Winnie Nansubuga entworfen.