Auf einen Ratsch ins Pfarrhaus nach Pullach – Kaffee und Kuchen gehören auch dazu

Von Lucia Pirkl · 17. Januar 2025 um 05:00

Bekannte treffen, Kuchen genießen und Erinnerungen auffrischen: Einmal im Monat wird aus dem Pfarrhaus in Pullach ein Seniorencafé.

Den Termin muss sich Rudolf Huber nicht im Kalender notieren. Jeden zweiten Dienstag im Monat fährt der 86-Jährige von Kleedorf nach Pullach. Er freut sich jedes Mal auf die paar Stunden Kurzweil. Einmal im Monat wird das alte Pfarrhaus zum Café. Neben Kaffee und Kuchen gibt es vor allem viel Zeit zum gemütlichen Ratschen und zum Austausch von allerhand Neuigkeiten. Man kennt sich ja schließlich, „des is’ der Bürgermeister von Pullach“, foppt ihn ein Mann, der ihm gegenüber sitzt, und Huber lacht.

Leckereien und Ratsch

Zwischen 20 und 24 Senioren aus Pullach, Baiern und Arnhofen ab 68 Jahren sind es, sagt Rosa Schach. Sie versorgt die Senioren mit selbst gemachten Leckereien: Zwei Torten und einen Kuchen kredenzt sie jedes Mal, um dem Ratsch die nötige „Schmiere“ zu verleihen. Ihr Mann ist der Diakon in Pullach.

Zum Schluss geht ein Körbchen rum, in dem die Senioren zum Dank was reinwerfen, damit die Kosten gedeckt sind. „Ich mach‘s halt gern“, sagt sie. Die Leute kämen zusammen, vor Weihnachten wird auch mal gesungen und einmal im Jahr gibt es eine Bildershow, um den alten Erinnerungen ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Heute beispielsweise werden Bilder vom Napoleonsfest in Abensberg gezeigt. Auch die Pullacher Vereine hatten sich bei dem Fest eifrig eingebracht. Georg Lindl hat einen großen Fundus an Bildern daheim, besitzt jede Menge Fotos, die die Vereinsgeschichte des Dorfes dokumentieren. Dann und wann stellt er einen Vortrag zusammen und zeigt ihn den Senioren. Selbstredend, dass Lindl mit seiner Frau Christa auch immer zum Treffen im Pfarrhaus kommt, sofern es die Gesundheit und andere, unaufschiebbare Termine freilich zulassen. „Ein bisserl ratschen“, das sei einfach schön, sagt Lindl.

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„Die Senioren treffen sich ja ansonsten auch nicht dauernd irgendwo im Dorf“, sagt Diakon Norbert Schach.Und umso älter man werde, desto weniger Menschen im gleichen Alter gebe es um einen rum. Das Dorf hätte sich außerdem in den vergangenen Jahrzehnten sehr gewandelt. Da ist es natürlich schön, wenn man noch Weggefährten von damals treffen und die eine oder andere Neuigkeit austauschen kann.

Eine, die lange Zeit in Pullach lebte, ist Lore Klinger, mittlerweile lebt die Frau, der man ihre mehr als neun Jahrzehnte Lebenszeit nicht ansieht, bei ihrer Tochter in Weltenburg.

Alte Bekannte treffen

„Wenn ich in Pullach bin, dann schmatz‘ ich mit den Leuten, mit den Nachbarn von früher zum Beispiel“, sagt sie und genießt sichtlich die Gemeinschaft mit ihren Bekannten, die sie seit Jahrzehnten kennt.

Hier wurde auch schon geturnt:

Pfarrhof: Der Pfarrhof in Pullach ist fast 300 Jahre alt. Immer wieder dient er auch als Ort der Begegnung. Hier wurde auch schon geturnt und für andere Gruppen im Dorf dient der Saal im Pfarrhof ebenfalls als Treffpunkt.

Diakon statt Pfarrer: Pullach gehört zur Pfarrgemeinschaft Abensberg-Pullach-Sandharlanden und hat keinen eigenen Pfarrer, aber mit Norbert Schach einen langjährigen Diakon.

Ein Diakon darf taufen, Begräbnisse und Wortgottesdienste leiten. Im Gegensatz zum Pfarrer darf er der Eucharistiefeier nicht vorstehen.

Maria Seidl, Christa und Georg Lindl genießen den Ratsch und so manche liebe Fopperei.
Rosa Schach versorgt die Senioren mit selbst gemachten Torten und Kuchen.
Für Rudolf Huber aus Kleedorf ist das Seniorencafé ein schönes Muss.