Neue Radparkplätze am Regensburger Hauptbahnhof: Droht noch mehr Schrott?

Von Juliana Ried · 16. Januar 2025 um 11:00

2023 bekam das Regensburger Bahnhofsumfeld seinen ersten städtischen Radparkplatz. Zwei neue Anlagen kommen dazu, das hat der Planungsausschuss des Stadtrats am Dienstagabend einstimmig beschlossen. Sind sie auch bald wieder überfüllt?

Wie vermieden werden kann, dass auch die neuen Bügel von Dutzenden Fahrradwracks blockiert werden, war zentrales Thema der Debatte im Planungsausschuss.

Für den Bahnhofsvorplatz West neben dem Eingang des Bahnhofsgebäudes bestellt die Stadt 80 beidseitig nutzbare Bügel, acht einseitig nutzbare und drei beidseitig nutzbare Lastenradbügel. Am Bahnhofsvorplatz Ost, dem Autoparkplatz gegenüber, sollen 86 beidseitig nutzbare Bügel kommen, 20 doppelstöckige mietbare Radboxen und außerdem vier Ladeplätze für die Leih-Pedelecs und -Lastenräder des Anbieters Donau-Donkeys. In Summe entstünden damit 360 zusätzliche Stellplätze.

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Weitere Standorte

Außerdem will die Stadt 120 Radbügel für sechs Standorte entlang des Hauptradroutennetzes sowie an ÖPNV-Verknüpfungspunkten bestellen und zwei überdachte Anlagen mit Doppelstockparkern für die Mobilitätsdrehscheibe Unterer Wöhrd und den Bereich des Dultplatzes.

Die Debatte im Planungsausschuss begann mit Lob für diesen Plan der Stadt, kreiste aber bald um das Schrotträder-Problem. ÖDP-Fraktionschef Benedikt Suttner sagte: „Ich freue mich sehr, dass wir jetzt vor dem Bahnhof wirklich viele neue Radabstellanlagen bekommen.“ Das ursprünglich geplante Fahrradparkhaus am Bahnhof sei nun einmal schwer umsetzbar. Grünen-Stadtrat Hans Teufl merkte an, die bisherigen Stellflächen dort seien „völlig überfüllt“. „Da ist man froh über die 360 zusätzlichen Stellplätze.“ Doch er stelle sich die Frage: „Reicht das dann? Kommen wir mal an ein Ende, dass das doch irgendwie annähernd ausreicht?“ Auch fragte er, wie kontrolliert werde, dass Fahrräder dort nicht entsorgt werden. BSW-Stadträtin Irmgard Freihoffer bestätigte, es sei „wirklich schwierig, am Bahnhof noch eine Fläche zu finden, wo man das Radl abstellen kann, wenn man mit dem Zug weiterfahren möchte“. Gabriele Opitz (FDP) fragte, ob irgendjemand eine Idee habe, wie das „Fahrradruinen“-Problem gelöst werden könne. „Ich habe immer Sorge: Je mehr wir machen, umso mehr nutzen viele die Bügel als Kellerersatz.“ CSU-Fraktionsvorsitzender Michael Lehner wollte wissen, ob die Stadt angesichts der „unglaublich vielen Schrotträder im Bahnhofsumfeld“ verlassene Räder nicht standardmäßig jedes halbe Jahr entfernen könne.

Immer wieder fehlt Personal

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD), sagte, die Schrotträder in den Fahrradabstellanlagen seien „tatsächlich ein Problem“. Planmäßig sollen sie im Halbjahres-Turnus entfernt werden, das sei aber angesichts „begrenzter Kapazitäten“ in der Stadtverwaltung und des aufwendigen Verfahrens manchmal nicht umsetzbar. „Es gibt immer wieder Hindernisse auf dem Weg zum regelmäßigen Abräumen“, erklärte sie. Städtische Mitarbeiter müssten pro Aktion mehrfach ausrücken, erst die Zettel hinhängen, die den Eigentümern die Gelegenheit geben, ihr Rad innerhalb einer Frist zu entfernen, und auch klären, ob die Räder Abfall seien oder noch nutzbar. Sie versprach: „Wir werden schauen, dass wir da engmaschiger dranbleiben.“

So ist die Lage in anderen Städten

Das Problem: In Bayerns Städten sorgen Radwracks nach dpa-Angaben vermehrt für Ärger. In München müssen jährlich rund 3000 bis 3500 aufgegebene Räder entfernt werden, in Nürnberg waren es im vergangenen Jahr 921. In Regensburg schwankt die Zahl stark.

Das Vorgehen: Die Städte warnen zunächst mit einem Hinweis davor, dass das Gefährt entfernt wird. Ob es sich um ein Schrottrad handelt, wird in der Regel nach Augenschein entschieden. Wo die Kette fehlt oder das Vorderrad demoliert ist, wird das Rad eher nicht mehr repariert.