Siegenburg sucht weitere Bestatter für den Gottesacker

Von Wolfgang Abeltshauser · 16. Januar 2025 um 15:00

Keine Probleme hinsichtlich Beerdigungen gibt es seit Jahren auf dem Siegenburger Friedhof nach Ansicht der Verwaltung und des Gemeinderats. Trotzdem muss man sich in der Kommune jetzt auf Veränderungen einstellen.

In der jüngsten Ratssitzung berichtete Bürgermeister Johann Bergermeier (Unabhängige Wähler), dass die Kommune seit vielen Jahren einen Vertrag mit einem in Rottenburg ansässigen Bestattungsunternehmen habe. Es gebe immer wieder Anfragen von weiteren Bestattern, ob sie denn nicht auch in Siegenburg Aufträge übernehmen dürften.

Mehr wiegt aber wohl die Rüge aus dem Landratsamt, dass man schon lange keine Ausschreibung für diese Dienstleistung gemacht hat. Der Bürgermeister schlug deshalb in der jüngsten Ratssitzung vor, weitere Unternehmen zuzulassen.

Voraussetzung könnte sein, dass das Unternehmen durch Zeugnisse und Referenzen Qualität und Berufserfahrung nachweisen könne. David Dichtl (Junge Liste) befürchtet in diesem Fall, dass schlichtweg zu viele Bestatter in Siegenburg tätig wären. Zwei oder drei Firmen seien in seinen Augen denkbar – mehr aber nicht.

Zu viele Nachteile seien zu befürchten. So sei es nicht gut, wenn zu viele Personen Schlüsselgewalt über das Leichenhaus haben. Bei Schäden auf dem Friedhof sei der Verursacher schwieriger herauszufinden. Außerdem gäbe es die Gefahr, dass sich Beerdigungstermine überschneiden. All das drohe nicht, wenn alles in einer Hand wäre.

Nur Einer nicht zeitgemäß

Stellvertretender Bürgermeister Siegfried Gehrmann (Freie Wähler) ist sich überdies nicht sicher, ob etwa Referenzen aus größeren Städten aussagekräftig für Siegenburg sind. Dagegen ist Kornelia Saller (Unabhängige Wähler) der Meinung, es sei nicht mehr zeitgemäß, dass es nur einen Bestatter gibt, zu dem man gehen muss.

In Siegenburg gerät das Gollerhaus ins Wanken

Schließlich schlug Franz Kellner (CSU) vor, doch eine Ausschreibung durchzuführen. Dabei könnte man dann die Regularien selbst klar festlegen. So beschloss es denn auch der Gemeinderat. Sind Angebote erst einmal eingetroffen, wolle man weiter beraten.

Nägel mit Köpfen sind dagegen bei den Parkregeln in der frisch sanierten Herrenstraße gemacht. Bergermeier führte zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes aus, dass es ein Treffen mit Anliegern der Straße gegeben habe.

Räte für Parkverbote

Der Vorschlag, den er dem Gremium unterbreitete, fuße auf den dabei geführten Gesprächen. Letztendlich beschlossen die Marktgemeinderäte sogar noch eine weitergehende Lösung. So ist das Parken auf der linken Fahrbahnseite ortsauswärts bis zum Kurvenbereich künftig erlaubt – auf der gegenüberliegenden Seite jedoch nicht. Hier gibt es aber eine Ausnahme. Vor dem Pizzalieferservice darf kurzzeitig gehalten und eingeladen werden. Im Kurvenbereich soll grundsätzlich nicht geparkt werden.

In den vergangenen Monaten ist die Straße in einem ersten Bauabschnitt auf mehreren hundert Metern bis etwa zur Einmündung der Straße „oberen Bachplatz “ saniert worden. Dabei wurden die Gehwege komplett neu als Niederbord angelegt und mit roten Klinkersteinen belegt. Die Fahrbahn wurde abgefräst und neu asphaltiert. Davor kam ein neuer Schmutzwasserkanal in den Boden. Das Projekt war mehrfach Thema von Gemeinderat und Bauausschuss.

Zuschüsse für Vereine in Siegenburg: TSV und Donauschwaben

Die Mitglieder zweier Vereine dürfen sich freuen. Die Zuschussanträge der beiden Clubs erhielten das grüne Licht des Gemeinderats. Der TSV will Umkleiden und Duschräume im Vereinsheim sanieren. Der Verein geht laut Bürgermeister Johann Bergermeier von Kosten in Höhe von 25.000 Euro aus. Die Hälfte davon gibt es demnach vom Bayerischen Landessportverband als Zuschuss. Voraussetzung sei, dass der Verein zehn Prozent der Gesamtkosten selber stemmt. Für den Rest hatte der TSV einen Zuschussantrag an die Kommune gestellt. Die Gemeinderäte stimmten dafür.

Die Billardtische der Billardabteilung der Donauschwaben benötigten neue Tücher, dazu schaffte man neue Kugeln an. All das zusammen kostete 600 Euro. Es lag ein Zuschussantrag auf dem Tisch – ohne eine konkrete Summenvorgabe. 500 Euro wurden genehmigt.

In der Herrenstraße ist das Parken künftig reglementiert. Erste Verbotsschilder sind schon aufgestellt.