Sanierung des Gollerhauses: Domizil für Siegenburger Vereine gerät ins Wanken

Von Wolfgang Abeltshauser · 13. Januar 2025 um 15:00

Das Gollerhaus am Siegenburger Marienplatz zu sanieren, um dort Räume für Vereine und Gruppen zu schaffen, steht seit langem auf der Agenda der Kommune. Doch jetzt kommen plötzlich Zweifel an dem Vorhaben auf.

Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend hatte Bürgermeister Johann Bergermeier (Unabhängige Wähler) im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt, dass es sich um ein wichtiges Projekt handle, das in seinen Augen in diesem Jahr auch beginnen solle. Immerhin gebe es ein mit der Regierung von Niederbayern abgestimmtes Raumkonzept, eine Förderzusage liege vor.

Wie berichtet, geht es dabei um das Förderprogramm „Innen statt Außen“, bei dem bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss zu erwarten sind. Bergermeier sprach in der Sitzung von einer Kostenschätzung in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Eine Unbekannte seien aber noch ein wenig die notwendigen Arbeiten für den Brandschutz.

Bergermeier sprach selbst an, dass sich bei Gesprächen mit Vertretern der Ratsfraktionen im Vorfeld der Sitzung herausgestellt habe, dass es erneuten Redebedarf mit dem Planer gebe. Man wolle das Projekt noch einmal, etwa im Rahmen einer Bauausschuss-Sitzung, durchsprechen. Darauf einigte man sich dann auch. Ursprünglich war ein Grundsatzbeschluss zur Sanierung und über das weitere Vorgehen dabei vorgesehen.

In der Sitzung betonte Michael Mohr (Forum), dass es ihm dabei keineswegs darum gehe, das Projekt im Grundsatz zum Scheitern zu bringen. Wichtig sei aber, mit dem Planer noch einmal die Details zu besprechen. Im Herbst 2023 hatte sich das Gremium mit überwältigender Mehrheit für das Projekt ausgesprochen.

Toiletten für Veranstaltungen

Bergermeier skizzierte in der Sitzung das Raumkonzept. Im Erdgeschoss solle ein größerer Übungsraum entstehen, den nicht zuletzt die Siegonia nutzen könnte. Außerdem sei eine Toilettenanlage angedacht, die von außen zugänglich und so bei Veranstaltungen auf dem Marienplatz nutzbar wäre. Vor allem dieses Detail sei laut Bürgermeister wichtig – dabei stimmten ihm einige Ratsmitglieder zu.

Im ersten Stock währen weitere Gruppenräume denkbar. Man könne zwar grundsätzlich über deren Anzahl diskutieren, notwendig seien sie in seinen Augen aber. Sicherlich hätten die großen Vereine eigene Möglichkeiten, stellt er bereits vor einigen Jahren fest. Allerdings gebe es kleinere Gruppierungen, bei denen es anders aussehe.

Im Gespräch mit dieser Zeitung nannte er etwa die Mutter-Kind-Gruppe. In der Sitzung betonte er, dass die Räume der Volkshochschule mittlerweile überbelegt seien. In früheren Jahren nannte Bergermeier beispielsweise den Obst- und Gartenbauverein und den Frauenbund als mögliche Nutzer.

„Man kann diskutieren, ob es den Veranstaltungssaal braucht“, schränkte Bergermeier die Planungen im weiteren Verlauf selbst ein. Immerhin gebe es den Sitzungs- und den Wittmannsaal. Der angesprochene Raum soll eigentlich im Dachgeschoss des Gollerhauses mit einer Kapazität für bis zu 150 Menschen geschaffen werden. Derzeit gibt es einen solchen kommunalen Saal noch nicht, in dem etwa Bürgerversammlungen stattfinden könnten.

Seit 2017 im Gespräch

Eine weitere Debatte über das Thema entstand in der Sitzung nicht. Wie berichtet, hat die Kommune das Gebäude am Marienplatz bereits vor einigen Jahren erworben, um eben Räume für Ortsvereine und -gruppen zu schaffen. Man wollte damals nicht zuletzt Vorkehrungen schaffen, falls etwa das alte Kolpingheim nicht mehr nutzbar sein würde.

Erste Planungen begannen bereits 2017, dann änderte sich aber ein Jahr später die Situation: Der Bedarf an Kindergartenplätzen stieg erheblich an, der Gemeinderat beschloss, einen kommunalen Kindergarten zu errichten. Bis dieser aber bei der Grund- und Mittelschule fertiggestellt war, benötigte man ein Ausweichquartier.

Und so fungierte das Gollerhaus fünf Jahre lang als Kindergarten-Gebäude. Als die Einrichtung 2023 dann in die neuen Räume umzog, sollte das Projekt wieder aufgenommen werden. Erst einmal wollte man aber die Großbaustelle Grund- und Mittelschule beenden – das ist in diesem Jahr soweit.