Neue Gruppe gegründet: Bürgerliste will in Berching Bürgermeisterkandidat stellen

Von Bernhard Neumayer · 10. Januar 2025 um 17:00

Der Vorstand der Bürgerliste Gemeinde Berching (BL): Günter Mirwald (v.l.), Markus Zeller, Dietmar Zeller, Michael Neumeier und Werner Stork Foto: Neumayer

Am Donnerstag haben drei SPD-Stadträte, ein DFB-Stadtrat und weitere politisch Interessierte die parteilose Bürgerliste Gemeinde Berching gegründet. Bevor das Team um Dietmar Zeller bei der Kommunalwahl 2026 antreten darf, muss es aber eine weitere Hürde überspringen.

Bei Kerzenschein hielt Dietmar Zeller seine Eröffnungsrede bei der Gründungsversammlung der Bürgerliste Gemeinde Berching (BL). Nicht, weil er es im Dorfhaus in Sollngriesbach am Donnerstagabend besonders romantisch haben wollte, sondern weil in den ersten knapp 15 Minuten der Sitzung wie in anderen Teilen Berchings der Strom kurzzeitig ausgefallen war.

Das hinderte die unabhängige Wählergruppe aber kein bisschen daran, ihre ansonsten reibungslose Gründung offiziell zu vollziehen. Auch bei der Wahl des Vorstands herrschte bei den 23 Wahlberechtigten durchwegs Einigkeit.

Bürgerliste Gemeinde Berching hat ihren Vorstand gewählt

Alle Personen wurden einstimmig in den Vorstand gewählt, wie Wahlleiter Erhard Wolfrum nach den Auszählungen mitteilte.

Demnach führt Dietmar Zeller als Vorsitzender die Bürgerliste an. Sein erster Stellvertreter und zugleich Schriftführer ist Michael Neumeier. Den Posten des zweiten stellvertretenden Vorsitzenden und des Kassiers übernimmt Markus Zeller. Kassenprüfer sind Günter Mirwald und Werner Stork.

Wie geht es mit dem Demokratischen Forum Berching weiter?

Der Stadtrat aus Eglasmühle ist derzeit noch für das DFB im Gremium. „Ich gehe aber davon aus, dass es das Demokratische Forum Berching in der nächsten Wahlperiode nicht mehr gibt“, so Stork.

Franz Donhauser, der zweite DFB-Stadtrat, ist mit 70 Jahren nach eigenen Angaben nun in einem Alter, in dem er überlegt, ob er erneut kandidiert. Entschieden habe er sich aber noch nicht. Stork hingegen schon: Er sehe bei der Bürgerliste mit den jüngeren Akteuren eine Zukunft und wolle sich für ein lebenswertes Berching einsetzen, in dem besser miteinander kommuniziert werde.

Die Bürgerliste selbst soll laut Vorsitzendem Zeller eine „unabhängige, lösungsorientierte und transparente Kraft werden, die sich einzig und allein der Kommunalpolitik in der Gemeinde Berching verschreibt“. Es gehe der BL nicht um Parteizugehörigkeiten, sondern um das Wohl der Gemeinde und der Menschen.

Als Vorbild nannte der BL-Vorsitzende Stephan Zeller, der in dieser Wahlperiode für die SPD im Stadtrat saß und überraschend im Dezember 2023 verstorben war. Wie Mirwald erwähnte, hatten Stephan Zeller und er bereits vor der letzten Kommunalwahl den Gedanken im Kopf, eine unabhängige Liste zu gründen. Jetzt ist es offiziell soweit.

Zentrale Themen der Bürgerliste sollen Schule, Kinderbetreuung, Jugend und Ehrenamt sein. Wofür sich die BL darüber hinaus einsetzen will, soll mit weiteren Mitstreitern erarbeitet werden. Wer sich einbringen will, kann der Gruppe für einen Mitgliedsbeitrag von 20 Euro pro Jahr beitreten.

Bürgerliste in Berching braucht 120 Unterschriften

Damit Bürger die neue BL bei der Kommunalwahl auch auf dem Stimmzettel finden, benötigt sie vor der Wahl 120 Wahlberechtigte, die auf einer Liste unterschreiben. Diese wird vor der Wahl im Rathaus ausgelegt. Nur wenn mindestens 120 Personen unterschreiben, kann die Bürgerliste Kandidaten für die Stadtratswahl „und hoffentlich auch einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl“ stellen. Denn das ist laut Dietmar Zeller das Ziel.