Bad Kötzting exportiert Erfahrung mit Traditioneller Chinesischer Medizin nach Hongkong

Von Stefan Weber · 9. Januar 2025 um 15:00

Seit 33 Jahren gibt es die Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin in Bad Kötzting bereits. Viel Zeit, in der östliche und westliche Medizin miteinander verwoben wurden und so einen „weltweit einzigartigen Ort“ geschaffen haben. Das ist eine Überzeugung, die in diesen Tagen eine mehrköpfige Delegation aus der Millionenstadt Hongkong in den Bayerischen Wald geführt hat – nicht, um zu lehren, sondern um von Bad Kötzting zu lernen.

Als Sonderverwaltungszone nimmt die Stadt an der Südküste Chinas eine besondere Stellung ein, denn erst seit 1997 ist die Millionen-Stadt erst wieder Teil der Volksrepublik (siehe Info). Das hat zur Folge, dass es heute zwar über 50 privat und staatliche geführte Krankenhäuser in Hongkong gibt, aber noch keine TCM-Klinik.

Das „beste aus zwei Welten“

Ein Umstand, den es zu beheben gilt, und weil die Stadt über 100 Jahre lang unter Britischer Verwaltung gestanden hatte, wurde bereits vor rund zehn Jahren der Grundstein dafür gelegt, dass in Hongkong eine Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin entstehen soll, die – wie das Haus in Bad Kötzting – eng mit der westlichen Medizin und entsprechenden wissenschaftlichen Standards entstehen soll.

Eine Kombination, die eben nirgendwo auf der Welt besser zu studieren sei als in Bad Kötzting, versicherten die Mitglieder der Delegation noch einmal, die am Mittwoch zu Gast im Sinocur war. Dieses Gebäude steht an sich noch mehr für die „Kombination des Besten aus zwei Welten“, wie es schon lange in der Stadt heißt. Lebensstilprogramm und TCM-Ambulanz sind hier gemeinsam mit Kneipp-Anwendungsräumen in einem Gebäude untergebracht. Eine Entwicklung, die in Bad Kötzting über Jahrzehnte gewachsen ist, und die nicht nur für die Mitarbeiter der künftigen TCM-Klinik in Hongkong, sondern auch für Vertreter der Baptist University der Stadt, der Projektgruppe zum Bau der Klinik sowie der Koordinierung-Stelle zur Förderung der Entwicklung der chinesischen Medizin in Hongkong auf politischer Ebene interessant war.

Auch wenn die erste Kooperation bereits vor zehn Jahren geschlossen worden war, gibt es in Hongkong noch keine fertige Klinik. Sie befindet sich noch im Bau und wird erst im Dezember dieses Jahres eröffnen, wie Betreiber Anton Staudinger und seine Tochter Christina Staudinger als Geschäftsführerin am Rande des Treffens erklären, bei dem die weitere strategische Zusammenarbeit besiegelt wurde.

Erfahrung kommt zurück

Das in der Millionenstadt Hongkong geplante Projekt ist dabei kein kleines: Rund 400 Betten soll das Haus haben, wenn es Ende des Jahre in Betrieb gehen soll. Damit übersteigt die neue Klinik das etablierte Haus im Bayerischen Wald um mehr als das Vierfache – an Erfahrung in der Kombination von westlicher und fernöstlicher traditioneller Medizin hat das Haus in Bad Kötzting aber einen Vorsprung von mehr als drei Jahrzehnten, und das bringt sogar die Erfinder der Traditionellen Chinesischen Medizin nun sogar hierher, um zu lernen.

Eine Entwicklung, von der auf lange Sicht sicher auch die erste Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin in Deutschland wird profitieren können.

Seit 1991 gibt es die Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin in Bad Kötzting. Foto: Archiv/Dachs