Die Bayerische Spielbank Bad Kötzting freut sich im 24. Jahr auch über das zweitbeste Ergebnis

Von Stefan Weber · 9. Januar 2025 um 11:00

Pünktlich zum Jahresbeginn hat am Mittwoch Spielbankdirektor Andreas Weigert die Zahlen der Bayerischen Spielbank Bad Kötzting und damit sprichwörtlich die „Karten auf den Tisch“ gelegt. Das Blatt ist zwar nicht mehr ganz so gut wie im Vorjahr, reicht aber allemal, um für den seit einigen Jahren herrschenden Aufwärtstrend einen weiteren Stich machen zu können.

Mit 5,8 Millionen Euro beim Bruttospiel-Ertrag (BSE) fuhr das Bayerwald-Casino „nur“ das zweitbeste Ergebnis seiner 24-jährigen Geschichte ein, doch das überrascht den Direktor keineswegs: „Das war vergangenes Jahr schon klar, dass wir den Rekordwert von 6,5 Millionen Euro nicht werden halten können, wenn sich nicht an den Rahmenbedingungen grundlegend etwas verändert“, sagt er.

Entscheidung beim Roulette

So liege der Grund für den „Rückgang“ beim BSE auf der Hand: Nicht nur, dass diese Zahl eben vom Glück der Spieler (oder eben nicht) abhängig sei; mit einer Steigerung von rund 40 Prozent vom Jahr 2022 auf 2023 habe die Spielbank Bad Kötzting deutschlandweit im vergangenen Jahr einen Spitzenplatz belegt. In den acht anderen Bayerischen Spielbanken hatte die Steigerung damals rund 20 Prozent betragen.

Das liege natürlich auch an einem altbekannten Phänomen: Gemeinsam mit der fast zeitgleich eröffneten Spielbank in Bad Steben teilt sich die Spielbank in Bad Kötzting den Status eines „kleinen Hauses“. In dem wirkten sich größere Gewinne von Spielern über das Jahr verteilt beim BSE stärker aus als in großen Häusern. Als Beispiel könne das große Spiel an Roulette- oder Kartenspiel-Tischen dienen: Nach 1,1 Millionen Euro, die die Spieler 2023 an den Tischen ließen, seien es 2024 „nur noch“ 0,76 Millionen Euro gewesen. Alleine das mache einen Unterschied von 0,35 Millionen Euro oder einen prozentualen Rückgang von 31,5 Prozent aus.

873 000 Euro für die Stadt

An den Automaten bekamen die Spieler im vergangenen Jahr 5,06 Millionen Euro nicht wieder heraus (im Vorjahr 5,44 Millionen Euro), was einen Rückgang von 7,14 Prozent bedeute. Insgesamt sei der BSE so aber lediglich um 11,27 Prozent zurückgegangen und beschere der Spielbank so eben doch noch das zweitbeste Ergebnis seit Bestehen. Die Stadt, die als Vermieter zu 15 Prozent am BSE beteiligt ist, dürfte das allerdings wenig stören: Sie erhalte immer noch 873 000 Euro aus der Unteren Au. Erfreulich sei außerdem, dass die Zahl der Besucher um zwei Prozent auf 45 056 registrierte Eintritte im Spielsaal gesteigert werden konnte. Das seien immerhin 882 Menschen mehr als im Jahr davor, so Weigert.

Für ihn mit der größte Erfolg im vergangenen Jahr: „Mir geht es auch darum, die Spielbank noch mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen und negative Vorurteile abzubauen. Man muss bei uns nicht spielen, wir sind auch ein Ort, an dem viel Kultur über das gesamte Jahr über präsentiert wird, wo sich Leute einfach so treffen können, und wo es mit unserem Restaurant Edelstein nicht nur ein täglich geöffnetes Restaurant, sondern auch eine Bar gibt.“

Darum freue er sich jetzt schon auf die nächsten kulturellen Großveranstaltungen, zu denen alleine im ersten Halbjahr bereits am 6. Februar etwa Josef Menzl in der Reihe Talk.Eat.Play zu Gast sein wird, oder am 8. Mai Gerd Schönfelder. Musikalisch wird es am 13. März mit dem Duo Klangzeit und am 10. April mit der musikalischen Lesung von Herbert Pöhnl und Sven Ochsenbauer oder am 24. April mit dem Orchester Maxjoseph – und natürlich nicht zu vergessen die große Feier zum 25-jährigen Bestehen am 22. Februar (siehe Info).