Ärger beim Einparken: Prügelei im Neuen Markt endet vor dem Amtsgericht Neumarkt

Eigentlich hätte es ein gemütlicher Einkauf im Neuen Markt werden sollen. Doch für ein Ehepaar aus dem Landkreis Neumarkt begann der Ärger bereits beim Einparken – und endete diese Woche vor dem Amtsgericht.
Der 57-jährige Angeklagte schilderte den Vorfall so: Seine Frau und er seien im Juni vergangenen Jahres in die Tiefgarage des Neuen Marktes gefahren. Sie hätten einen Parkplatz gefunden, der aber so eng gewesen sei, dass er seine Frau gebeten habe, vorher auszusteigen: „Sie stieg aus und ich parkte ein, das ganze dauerte keine zwei Minuten“, sagte er. Einem anderen Autofahrer schien dies aber dennoch zu lang. Er hupte und beschimpfte das Paar. Den Ärger konnte der Mann nicht nachvollziehen: „Es ist ein Parkhaus – natürlich parkt man dort ein!“
Im Eingangsbereich des Neuen Marktes trafen die beiden Männer wenig später erneut aufeinander und der Streit eskalierte weiter: „Er schubste mich und darauf hin schlug ich nach ihm“, sagte der Angeklagte. An Details könne er sich nicht erinnern, alles sei zu schnell gegangen. Aus seiner Sicht habe er sich nur gewehrt: „Ich bin kein Schläger.“
Überwachungsvideo soll Täter klären
Um herauszufinden, was genau bei der Auseinandersetzung passiert war, griff Richter Marcel Dumke auf Bilder einer Überwachungskamera des Einkaufszentrums zurück, die den Streit zeigten. Mehrfach sahen sich der Angeklagte, die Staatsanwaltschaft und Verteidiger Jürgen Schwarz das Video an – und kamen zu völlig unterschiedlichen Schlüssen: Für Dumke sah es so aus, als würden beide Männer aufeinander losgehen, Verteidiger Schwarz sah eher eine Reflexreaktion seines Mandanten.
Körperverletzung und Beleidigung
Das Angebot des Richters, das Verfahren gegen eine Geldzahlung einzustellen, wurde von der Staatsanwaltschaft abgelehnt: Immerhin habe der Angeklagte einen Faustschlag in das Gesicht des anderen Mannes ausgeführt. Zudem könnte das Video auch keine Auskunft darüber geben, was die beiden Männer sagten. Denn laut Anklage sollen auch mehrere derbe Schimpfwörter gefallen sein, was der Angeklagte allerdings bestritt. Deshalb wurde der Prozess vertagt, damit bei einem neuen Gerichtstermin auch der andere Teilnehmer des Streits zu Wort kommen kann.