Die Stopsler aus Abensberg feiern wieder – aber nicht allein

Zwei beliebte Faschingsbälle zum ersten Mal vereint: Die Stopsler und die Fußballer laden zur gemeinsamen Gaudi in den Jungbräu ein. Damit wollen sie eine legendäre Tradition wieder aufleben lassen.
Jahrzehntelang gehörte der Stopslerball beim Jungbräu zum alljährlichen Faschingstreiben dazu, genauso wie das Fußballerkranzl beim Lauberger. Doch nicht nur der Fasching, auch die Wirtshauskultur wandelte sich. Das Fußballerkranzl war nicht mehr länger beim Lauberger und der Stopslerball stand gar kurz vor dem Aus – bis zur Wiederbelebung im vergangenen Jahr. Und jetzt die Premiere: Zum ersten Mal feiern die Stopsler ihren Ball zusammen mit den Fußballern. Damit vereint der Ball das Beste aus beiden Traditionsveranstaltungen.
Berührungspunkte gab es ja freilich ohnehin schon. Schließlich spielen viele Stopsler auch Fußball. „Die sind auf uns zugekommen, weil der Lauberger, wo früher das Fußballerkranzl stattfand, ja noch zu hat“, erzählt Johann Ertl Junior, zweiter Vorsitzender des Vereins. Lange überlegen mussten die Stopsler nicht. „Die sind eher die Gruppe um die 25 und wir sind ja schon in den 40ern.“ Die Zusammenarbeit wäre also eine gute Gelegenheit, noch mehr jüngere Gäste anzulocken. „Wir hoffen, dass sich das Publikum schön vermischt“, so Ertl.
Gemeinsame Einlagen
Vermischen werden sich vor allem schon mal die Einlagen mit einer gehörigen Portion Selbstironie, ohne die kein Stopslerball auskommt und für die auch das Fußballerkranzl immer bekannt war. Diesmal stehen die Stopsler und die Fußballer das erste Mal gemeinsam auf der Bühne, was die Gäste erwartet, ist freilich noch geheim. Dass sich beide Vereine ins Zeug legen werden, das versteht sich freilich von selbst. Nicht geheim hingegen ist, dass man mit der Band Easy X wieder auf bewährte Stimmungsmacher aus dem vergangenen Jahr setzt. Danach sorgt ein DJ dafür, dass die Tanzfläche nicht leer bleibt. Dass die Gäste tanzen können, auch miteinander, das ist Ertl schon wichtig: „Es sollte ein richtiger Ball bleiben“, so Ertls Wunsch, „und das Gesicht eines Balls nicht verlieren“. Zum Faschingsball gehört natürlich auch die passende Verkleidung. Ein bestimmtes Motto gibt es nicht, aber als „Maschkerer“ zu gehen, sei ja fast schon Pflicht.
Und Kreativität zahlt sich heuer besonders aus, denn die besten drei Kostüme sollen prämiert werden, „zwecks der Gaudi“, wie Ertl betont. Gekürt wird das beste Gruppenkostüm, der am Besten kostümierteste Mann und die kreativste Verkleidung bei den Frauen. Die Belohnung kommt dann aus der Bar.
Erst vor einem Jahr wurde der Stopslerball wiederbelebt, und zwar erfolgreich: „Er ist gut angenommen worden“, so Ertl. Aber der Ball sei nicht ganz so gut besucht worden wie vielleicht zu früheren Zeiten. Das soll sich heuer ändern: „Wir wollen einfach probieren, den Saal wieder voll zu bringen“.
Für die Fußballer wiederum ist der gaudimäßige Zusammenschluss eine gute Gelegenheit, um eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen: „Unsere legendären Einlagen waren immer ein Highlight“, sagt Christian Rengstl, Abteilungsleiter. Mehr als zwei Jahrzehnte lang zog das legendäre Fußballerkranzl viele Gäste an, genauso wie der Stopslerball. Oft war es das gleiche Publikum, terminlich in die Quere kam man sich nie, „die Veranstaltungen waren zwei Höhepunkte im Fasching in Abensberg“, sagt Rengstl.
Ganz ohne Fasching ging es auch für die Fußballer nicht. Nach der Schließung des Lauberger-Saals und nach Corona verlegte man sich in den vergangenen Jahren zum Feiern in den Turm am Regensburger Tor. Das kam durchaus an: „Das waren Partys, die bis zu 200 Besucher anzogen“, so Rengstl. Aber ein richtiger Ball wie in früheren Zeiten war es nicht. „Die Jungen im Verein wollten auch mal Einlagen und hatten Lust, aber das geht im Turm eben nicht“, sagt Rengstl.
„Wird tolle Veranstaltung“
Dabei dürften sich die Jüngeren zwischen 18 und 30 Jahren gar nicht mehr an die legendären Einlagen erinnern. „Die haben die Einlagen ja gar nicht miterlebt und werden von den Stopslern da sicherlich viel lernen. Die sind nämlich Profis“, sagt Rengstl. Und von noch einem ist er überzeugt: „Ich bin mir sicher, dass das eine tolle Veranstaltung wird.“
Termin: Der gemeinsame Ball der Stopsler und der Fußballer findet am Samstag, 15. Februar, um 19 Uhr im Gasthof Jungbräu statt. Karten zu 12 Euro gibt es im Jungbräu unter Telefon (0 94 43) 4 08 30 70 oder an der Abendkasse. Es spielt die Band Easy X, anschließend legt DJ FXBI auf.
Verein mit Tradition: Seit fast 60 Jahren pflegen hier 1860er und Bayern München-Fans ein friedliches Miteinander, gelegentliche Frotzeleien gehören natürlich dazu. Im Sommer wird Jubiläum gefeiert.
