Feuerwerksbatterien brannten „lichterloh“: So verlief die Silvesternacht im Landkreis Cham

Von Sabrina Kauer · 2. Januar 2025 um 19:00

Auf der einen Seite farbenprächtige Feuerwerke und ausgelassene Party, auf der anderen teils schwer verletzte Personen, abgerissene Finger, Tote – zumindest in manchen Städten Deutschlands. Im Landkreis Cham hat sich zum Jahreswechsel kein tragisches Ereignis im Zusammenhang mit Feuerwerken oder Böllern ereignet. Im Gegenteil: Die Polizeiinspektionen ziehen eine positive Bilanz. Bei der Chamer Feuerwehr sieht es da anders aus.

Die Ehrenamtlichen wurden ganz schön auf Trab gehalten, wie Kommandant Markus Reittinger auf Nachfrage unserer Zeitung schildert. „Wir waren sieben Mal auf zwei Stunden unterwegs“, sagt er. Das habe es so in der Vergangenheit nicht gegeben. Den Freiwilligen habe sich bei jedem Einsatz das gleiche Bild geboten: Feuerwerksbatterien, die „teils lichterloh“ brannten, erzählt Reittinger und fügt an: „Wir sind von Einsatz zu Einsatz gefahren – sieben brennende Feuerwerksbatterien, das ist schon eine Sache...“

Aufwand für die Feuerwehr

Passiert sei dabei nichts, nur „Sachschaden“, sagt Reittinger, doch mit Blick auf die Ehrenamtlichen ist „der Aufwand da“. „Die Leute schießen das ab und dann gehen sie. Wenn ich sowas mache, dann schaue ich darauf, dass ich mich auch darum kümmere“, sagt Reittinger und verweist dabei auf einen Eimer voll Wasser, das man nach dem Feuerwerksspektakel über die Batterie schütten sollte. Woher die Feuerwerkskörper stammten, könne im Nachhinein nicht mehr bestimmt werden, „weil es verschmort und nicht mehr leserlich ist“, sagt der Chamer Kommandant.

Anders als bei der Bundespolizei Waldmünchen. Sie kann feststellen, woher die illegalen Böller, Feuerwerksbatterien und Raketen kommen, die sie bei Kontrollen an der Grenze aus dem Verkehr zieht – meist aus Tschechien.

Auch wenn die endgültigen Zahlen zu den sichergestellten pyrotechnischen Gegenständen noch nicht vorliegen, sieht Sylvia Hieninger, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Bundespolizei Waldmünchen, eine Tendenz: Die Gesamtmenge der beschlagnahmten Gegenstände ist „nicht ganz so groß wie 2023“, sagt sie auf Nachfrage.

Zum Jahreswechsel auf 2024 seien allein in den drei Tagen vor Silvester mehr als 95 Kilogramm an Pyrotechnik festgestellt worden – „im Stundentakt“, fügt Hieninger an. „Heuer kommen wir da bei weitem nicht hin“, sagt sie und verweist dabei auf vorläufige Zahlen. 2023 habe die Bundespolizei Waldmünchen vor Silvester insgesamt 140 Kilogramm an Sprengkörpern aufgegriffen. 2024 seien es etwa 120 Kilogramm gewesen.

Das Problem an illegalen Feuerwerkskörpern sei zum einen, dass sie nicht geprüft sind. Zudem haben sie „viel mehr Menge drin als in Deutschland erlaubt“, sagt Hieninger. Bei illegalen Böllern und Co. bestehe die Gefahr, dass sie frühzeitig hochgehen – mit Augenverletzungen, Knalltrauma, Lungenschädigungen oder abgerissenen Gliedmaßen als Folge, so Hieninger.

Die Verschuldeten müssten mit einem Bußgeld oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen und zudem für die Entsorgungskosten (mehrere Hundert Euro) der Pyrotechnik aufkommen. Denn die sichergestellten Gegenstände werden laut Hieninger fachgerecht entsorgt.

Ruhige Nacht für die Polizei

Die Polizeiinspektionen im Landkreis, dazu zählen Cham, Roding, Bad Kötzting, Furth im Wald und Waldmünchen, hätten allesamt eine ruhige Silvesternacht hinter sich.

Zum Jahreswechsel würden die Beamten vermehrt Präsenz zeigen. „Wir schauen, dass wir in der Silvesternacht eine größere Schichtstärke haben“, sagt ein Sprecher der Rodinger Polizei auf Nachfrage. So auch bei allen anderen Polizeiinspektionen im Landkreis.

Wie die Polizei Furth im Wald Auskunft gibt, war der Jahreswechsel im Inspektionsbereich „außergewöhnlich ruhig“. „Eigentlich ist es schon so, dass die Kollegen ab Mitternacht von einem Einsatz zum anderen fahren“, sagt ein Sprecher der Further Polizei.

Für ihn sei auffällig, dass auch im Nachgang keine Sachbeschädigungen gemeldet wurden. „Bei uns im Landkreis Cham ist die Welt noch in Ordnung, im Gegensatz zu anderen Städten“, sagt der Beamte.

Den Ehrenamtlichen der Feuerwehr Cham bot sich bei den Einsätzen in der Silvesternacht immer das gleiche Bild: brennende Feuerwerksbatterien. Fotos: Freiwillige Feuerwehr Cham
Eine Feuerwerksbatterie brannte in einem Abfalleimer.
Auch auf dem Chamer Marktplatz brannte eine Feuerwerksbatterie.