So wird Silvester in Furth im Wald ausgelassen lustig und nicht zur Horrornacht

Na, schon in Feierlaune ? Gut so. Hier noch schnell ein paar Tipps für unbeschwerte Stunden für Mensch und Tier, denn: Gerade den Vierbeinern stehen ein paar harte Stunden bevor. Außerdem erfahren Sie, in welchen Lokalen noch Plätze frei sind.
Wer ein Haustier hat kennt das vielleicht: Wenn draußen die Raketen fliegen, verkriechen sich Hunde und Katzen und warten zitternd darauf, dass die Knallerei endlich wieder aufhört. Dr. Hugo Sigmund, langjähriger Further Tierarzt und passionierter Jäger hat da in seiner Praxis viel erlebt.
Hunde an die Leine nehmen
Seine Empfehlung: Den Tag vor und nach der Silvesternacht nur an der Leine nach draußen. „Manche Hunde bekommen von den Böllern so eine Panik, dass sie abhauen.“ Aber auch, wenn der Vierbeiner keine Angst hat, droht massive Gefahr. Sigmund erinnert sich an einen Fall, bei dem ein Hund einen angezündeten und weggeworfenen Böller apportiert hat.
Entspannter sieht er die Situation bei Wildtieren. Zum einen würde nicht so viel in Waldnähe geschossen. „Der Schaden ist hier eher zu vernachlässigen.“ Zumal Rehe eine Fluchtdistanz hätten. Sie können also genau einschätzen, wie weit weg die Gefahr ist. Solange die Entfernung nicht unterschritten wird, bleiben Bambi und Co. gelassen. Besorgter über die Folgen von Feuerwerk ist man beim Landesbund für Natur- und Vogelschutz (LBV), der auch ein Naturschutzzentrum in Nößwartling hat. „Vögel reagieren heftig auf Böller und Raketen. Sie fliehen in große Höhen von über 1000 Metern, landen für lange Zeit nicht und kehren nur zögerlich zu ihren Rast- und Schlafplätzen zurück“, sagt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. „Wenn Vögel in Schwärmen in großer Panik flüchten, können sie gegen Glasscheiben oder Stromleitungen prallen.“ Zu Schutzgebieten für Wildtiere sollte man grundsätzlich mit lauten Geräuschen Abstände von mindestens zwei Kilometern einhalten, erklärt Nelson, die zudem darauf hinweist, dass viele Wildtiere in der Silvesternacht Stress haben.
Auch Pferden macht die Lautstärke zu schaffen. Die Familie von Alexander Pongratz, Ritter des Jahres 2023, hat in Furth im Wald einen Reiterhof. Er sagt: „Grundsätzlich würde man jedem Pferd einen Gefallen tun, wenn man auf Böller verzichtet.“ Pauschal sagen, wie sehr ein Pferd auf Feuerwerk reagiert, könne man nicht. Wie bei allen Individuen gibt es nervenstarke, denen es gar nichts ausmacht, und andere, die sehr darunter leiden. Wenn die dann ausflippen, und versuchen zu fliehen, könne es zu Verletzungen oder Schlimmerem kommen. Seine Bitte: „Zu Pferden und Stallungen so viel Abstand, wie möglich halten.“ Für die Drachenstadt spezifische Verbotszonen gibt es übrigens nicht. Laut Polizeihauptkommissar Josef Weindl, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Furth im Wald, darf generell im Umfeld von Kirchen und Krankenhäusern sowie von brandgefährdeten Gebäuden kein Feuerwerk gezündet werden. Dazu gehören zum Beispiel Fachwerkhäuser.
Wer noch keinen Platz in einem Restaurant gebucht hat, wird es schwer haben, noch einen zu bekommen. Auf Nachfrage unserer Zeitung bei den Betreibern sind die Restaurants Zum Bay, Siegls und das KuL ausgebucht, das V.I.P. hat über Silvester geschlossen. Geöffnet hat der Rathauskeller (ab 21 Uhr). Mitinhaber Michael Weber sagt aber, dass am Silvesterabend keine Küche angeboten wird. Im Rathauskeller ist Open End sowie auch im Big Mouth. Inhaber Stefan Zeller öffnet wie gewohnt um 20 Uhr und schließt die Tür hinter dem letzten Gast zu. Geschlossen hat das Brauhouse. Die Disco hat laut Inhaber Tobias Baumann erst am 18. Januar wieder geöffnet.
Alkohol oft kein Thema mehr
Alkohol gehört in der Silvesternacht dazu, wie der glücksbringende Schornsteinfeger. Oder etwa doch nicht? Dr. Jürgen Dörfert, therapeutischer Leiter des Sozialteams Maximilianshöhe Furth im Wald sagt: „Die Zeiten in denen man schief angesehen wurde, wenn man keinen Alkohol trinkt, sind längst vorbei.“ Nein Danke zu sagen, reiche meist völlig. Der soziale Druck sei heute nicht mehr so aktuell. „Da beeindruckt man schon mehr mit Gesundheitsbewusstsein, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.“

