Der Jahreswechsel kennt viele Bräuche – auch in den Partnerstädten von Bad Kötzting

Und? Rinderfilet und Baguette schon vorbestellt für den Silvesterabend? Hoffentlich, denn das sind zwei Rezept-Zutaten, die es am letzten Tag des alten Jahres nicht mehr einfach so zu kaufen gibt. Während das eine der wohl wichtigsten Fragen ist, die sich in Bad Kötzting viele stellen, sieht das in den 27 Partnerstädten, die die Stadt über die Douzelage genannte Organisation hat, ganz anders aus. Wir haben hier einige der außergewöhnlichsten zusammengestellt.
Im ungarischen Köszeg etwa mit seinen 12 000 Einwohnern steht zumindest schon einmal fest, was am ersten Tag des neuen Jahres nicht auf dem Speiseplan stehen darf: Hier bringt der Verzehr von Geflügel nach altem Brauch ungefähr genauso viel Unglück wie zum Trocken aufgehängte Wäsche in deutschen Haushalten. In Ungarn hat das den Hintergrund, dass die Hühner das Glück wegkratzen sollen. Mehr Glück bringt den Ungarn dafür des Essen von Schweinefleisch, weil diese Tiere als glücklich gelten – auch wenn die zum 1. Januar dann wohl weniger Glück haben.
Der Sprung vom Stuhl
In Holstebro in Dänemark könnte in vielen Haushalten ein Stuhl eine tragende Rolle zum Jahreswechsel einnehmen. In dem skandinavischen Land gehört es zum Brauch, dass das neue Jahr mit einem Luftsprung begrüßt wird – und der zählt wohl auch, wenn er von einem Sitzmöbel herab vollzogen wird.
Sechs Stunden vor dem Jahreswechsel gehört es für viele außerdem dazu, sich vor den Fernseher zu setzen. Während in Deutschland um diese Zeit Butler James seiner Miss Sophie gerade auftischt und mehrmals über das Tigerfell stolpert, ist es in Dänemark das royale Staatsoberhaupt, das die Einwohner mit der Ansprache an die Geräte lockt. Im vergangenen Jahr war das übrigens zum letzten Mal die nach Elisabeth II. von Großbritannien zweit-dienstälteste Monarchin der Welt, Margrethe II. Sie gab am 31. Dezember 2023 ihre Abdankung im Januar zugunsten ihres Sohnes Frederik X. bekannt, der dieses Jahr diese Aufgabe übernehmen darf.
Apfel-Wurf an die Haustüre
In Rovinj in Kroatien wird nicht, wie zum Beispiel in München, alljährlich der Geldbeutel gewaschen, um für mehr Einnahmen zu sorgen: Hier machen die Bewohner die Taschen gleich mit Geld voll, damit mehr nachkommen soll, oder sie schlafen mit Geld unter dem Kopfkissen in der ersten Nacht des Jahres ein.
Eine besondere Bewandtnis hat es mit Silvester und Haustüren in Griechenland: Hier gehört es zum Brauch, einen Granatapfel am Eingang zum Haus zu befestigen, den der ausgewählte „Glückspilz“ des neuen Jahres nach dem ersten Betreten des Hauses im neuen Jahr an der Türe mit einem Wurf zerschmettern darf. Wichtig ist, dass möglichst viele Kerne des Granatapfels dabei auf den Boden fallen, um möglichst viel Glück auch für alle anderen zu erreichen, auch in der Partnerstadt Preveza.
Vielleicht schon auf dem Weg zu dem Zukünftigen oder der Zukünftigen befinden sich die Bewohner des litauischen Rokiskis an Silvester. Auf jeweils zwölf einzelne Zettel werden die Namen des jeweils anderen Geschlechtes geschrieben und gemeinsam mit einem leeren Zettel unter das Kopfkissen gelegt. Am Neujahrstag wird gezogen und mit einem Namen entweder der künftige Partner oder mit dem leeren Zettel ein weiteres Jahr als Single gezogen. Ob das wirklich funktioniert, kann ja auch ganz leicht in Bad Kötztinger Haushalten ausprobiert werden ...
Warum bringen Kaminkehrer eigentlich Glück?
„Oh, ein Schornsteinfeger. Darf ich Sie mal kurz anfassen?“ Diesen Satz hören Kaminkehrer in Deutschland laut Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks häufiger, wenn sie unterwegs sind.
Doch woher kommt eigentlich der Glaube, dass Schornsteinfeger Glück bringen?
Schon im Mittelalter waren Schornsteinfeger unterwegs, um Schornsteine zu reinigen. War der Schornstein frei, konnte gekocht und geheizt werden. Außerdem verringerten sie die Gefahr von Schornsteinbränden und brachten so Glück – dieser Glaube hat sich bis heute erhalten. Quelle: schornsteinfeger.de