Tennet arbeitet sich voran: Sechs Kilometer Kabelschutzrohre sind im Landkreis verlegt

Wie eine riesige, 29 Kilometer lange Schlange windet sich die Baustelle für die Gleichstromautobahn SüdOstLink von Nittenau bis Pfatter. In diesem Abschnitt, im Jargon der Planer D2 genannt, wurde bereits vor dem Planfeststellungsbeschluss, mit dem am 22. November endgültig Baurecht geschaffen wurde, eifrig gearbeitet.
Der vorzeitige Baubeginn, nach § 44c Energiewirtschaftsgesetz beantragt, wurde von der Bundesnetzagentur genehmigt und ermöglichte bereits heuer Fällungen und Rodungen, Horizontalspülbohrungen sowie Tiefbauarbeiten im offenen Graben. Dabei wurden bereits sechs Kilometer der Kabelschutzrohranlage für den SüdOstLink verlegt. Durchgeführt wurden diese Maßnahmen in den Gemeinden Bernhardswald, Altenthann, Wald, Brennberg, Wiesent und Pfatter sowie in der Stadt Wörth an der Donau.
Fließ soll Böden schonen
Somit konnte Tennet in allen Gemeinden im Planungsabschnitt erste Baucluster beginnen und zum Teil auch fertigstellen. Eine dieser Maßnahmen ist auch das Baucluster im Forstmühler Forst, welches vor wenigen Wochen gestartet ist. Hier wurden Baustraßen und Baustelleneinrichtungen geschaffen. Zum Schutz des Bodens wurden lange Bahnen aus Fließ verlegt und darauf Granitschotter aufgetragen.
Jetzt herrscht auf der Schlange von Baustellen Weihnachtsruhe, doch nach Heiligdreikönig sollen die Arbeiten weitergehen, um die verbliebenen 23 Kilometer der Tiefbauarbeiten abzuschließen. Im zweiten und dritten Quartal 2025 sollen dann bereits die ersten Kabel in die Leerrohre eingezogen werden. Im Planungsabschnitt bei Hof sei dies bereits geschehen, berichtete Johannes Prechtl. „Die sind schon drei Monate vor uns“, sagte der Abschnittsleiter Kommunikation bei Tennet.
Im Bereich zwischen Frauenzell und Wiesent werden voraussichtlich Ende Januar die Harvester zum zweiten Mal auftauchen, um die stehengebliebenen Waldabschnitte zu fällen. Ab Mai folgt das Roden der Wurzelstöcke und dann der Beginn der restlichen Tiefbauarbeiten. Um die Gleichstromleitung SuedOstLink unter der Donau zu verlegen, begann Tennet im Juni 2024 mit dem Einbringen von Casingrohren, um die ersten etwa 70 Meter des Donaukieses für die Bohrungen zu stabilisieren. Während des ersten Casingvorgangs wurden jedoch leichte Bodenabsenkungen in der Nähe des Donaudamms festgestellt, woraufhin die Bauarbeiten gestoppt wurden.
Konzept für Bauausführung wurde angepasst
Nach Rücksprache mit Tiefbauexperten, den beteiligten Bau- und Bohrfirmen sowie den zuständigen Behörden wurde ein angepasstes Konzept für die Bauausführung entwickelt und auf seine Umsetzbarkeit geprüft, berichtet Johannes Prechtl. Die wichtigsten Anpassungen umfassen ein neues Verfahren und einen geänderten räumlichen Ansatz für das Setzen der Casingrohre.
Diese Rohre werden nun 30 Meter früher vor den Deichen auf beiden Seiten der Donau angesetzt, um sie schon im Vorfeld im Festgestein zu verankern und den Donaudeich bestmöglich zu schützen. Somit verlängert sich die Donauquerung um insgesamt etwa 60 Meter und ist dann etwa 700 Meter lang. Das bisher vorgesehene Imlochhammerverfahren zum Setzen der Casingrohre wurde durch ein vibrationsarmes Drehbohrverfahren ersetzt, um den Bodenschutz und die Sicherheit der Deiche zu gewährleisten.
So soll es nun weitergehen
Auf der Südseite der Donau sind bisher drei von sechs Casingrohren eingebaut und die ersten knapp 300 Meter der Pilotbohrung abgeschlossen. Auf der Nordseite wurden sechs Casingrohre gesetzt und somit das Casing abgeschlossen. Wenn die Arbeiten wie geplant im Januar wieder aufgenommen werden, rechnet Tennet mit einer Fertigstellung der Donauquerung im zweiten Quartal 2025. Auch die Autobahn A3 muss noch unterquert werden. Die Arbeiten dazu sollen im dritten Quartal 2025 starten.
