Am Samstag läuten die Glocken von St. Theresia in Regensburg-Kumpfmühl letztmals

Die drei Glocken des ehemaligen Gotteshauses werden aus dem Turm entfernt. Die Erinnerung an das historische Ereignis des Luftangriffs von vor 80 Jahren wird am Samstag in gewisser Weise selbst ein solches.
Die Theresienkirche wurde beim Luftangriff auf Kumpfmühl schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ein ähnlich einschneidendes Ereignis gab es für das Gotteshaus erst 80 Jahre nach dem Bombardement wieder: Am 31. Juli 2024 wurde die im Besitz der Karmeliten gewesene Kirche profaniert. Nach dem Verkauf an den Immobilienunternehmer Thomas Dietlmeier soll das 1900 fertiggestellte Bauwerk nach umfassender Sanierung unter dem Namen „Theresia – Raum für Ideen“ zu einem Kulturzentrum werden.
Vor dieser Umnutzung wird die ehemalige Kirche gründlich ausgeweidet. Die Sitzbänke sind genauso ausgebaut und abtransportiert worden wie die Kanzel oder die Seitenaltäre. Diese finden künftig in einer Karmelitenkirche im österreichischen St. Pölten eine neue Verwendung.
Spektakulärer Ausbau bis Ende Januar
Der Hauptaltar ist nach wie vor da, wird aber demnächst zu Karmelitenbrüdern nach Polen gebracht. Noch an Ort und Stelle in Kumpfmühl steht die Orgel. Ob auch sie samt Pfeifen raus kommt, ist bis dato unklar. Fest steht hingegen, dass die drei Glocken des ehemaligen Gotteshauses aus dem Turm entfernt werden. Dieser spektakuläre Ausbau soll nach jetzigem Stand bis Ende Januar erfolgen. Seit der Zeremonie zur Profanierung waren sie nur noch jede Viertelstunde als Künder der aktuellen Uhrzeit zu hören, am heutigen Samstag aber erklingen sie noch einmal alle drei zusammen.
Um 12.15 Uhr werden zum Gedenken an den Luftangriff neben den Glocken von St. Wolfgang auch die von St. Theresia für fünf Minuten läuten und so die zeitgleich beim Bürgerheim Kumpfmühl stattfindende Andacht umrahmen. Es wird der letzte „Auftritt“ des Trios in Regensburg sein. Die Erinnerung an das historische Ereignis wird somit in gewisser Weise selbst ein solches.