Fachstelle für Oberpfälzer Volksmusik ist jetzt in Burglengenfeld dahoam

Mehrfach musste die Redaktion heuer über verschiedene Geschäftsaufgaben berichten, was in Burglengenfeld weitere Leerstände zur Folge hatte. In der Hauptstraße 13 ist es indes gelungen, einen solchen zu beseitigen. Seit 1. November ist dort der Landesverein für Heimatpflege mit dem Fachbereich Volksmusik für Niederbayern und Oberpfalz untergebracht.
Bei dem Anwesen Hauptstraße 13 handelt es sich, was die Wenigsten wohl vermutet hätten, um ein Oberpfälzer Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert. Über viele Jahre wurden im Erdgeschoss Lederwaren angeboten, zuletzt diente die Fläche als Büro für eine Bausparkasse. Anschließend bauten die Eigentümer Jennifer und Frank Heller um.
Sanierung in oberen Etagen läuft noch
Bei allen baulichen Maßnahmen, so betont Frank Heller, wurde Wert darauf gelegt, dem Alter des Gebäudes und der Lage im historischen Kern von Burglengenfeld Rechnung zu tragen. Während die Arbeiten in den oberen Stockwerken noch laufen, sind die Maßnahmen im Erdgeschoss abgeschlossen und konnten einer neuen Nutzung zugeführt werden.
Die MZ hatte Gelegenheit, mit Büroleiterin Simone Lautenschlager, deren Arbeitgeber der Landesverein für Heimatpflege ist, zu sprechen. Seit 1. November hält sie für den Fachbereich Volksmusik Niederbayern und Oberpfalz die Stellung.
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Wie in der Chronik nachzulesen ist, wurde der Verein 1902 durch führende Architekten und Künstler der damaligen Zeit sowie durch hohe Verwaltungsbeamte, Richter und renommierte Wissenschaftler, „die intensiv am Kulturleben Anteil nahmen“, gegründet. Seine Arbeit ist in Fachbereiche gegliedert. Neben Volksmusik gibt es noch die Heimatpflege und -forschung, Haus und Siedlung, Landschaft und Brauch, Tracht und Sprache.
Das Hobby zum Beruf gemacht
Lautenschlager ist von Beruf Instrumentalpädagogin und hat Musik mit dem Hauptfach Klarinette studiert. Da sie schon immer gern Musik gemacht habe, schätze sie es sehr, dass sie ihr Hobby zum Beruf habe machen können. Ihre jetzige Stelle hat sie am 1. Februar 2022 angetreten. Eine Vertretung für sie gibt es in Burglengenfeld allerdings nicht.
Vor dem Umzug nach Burglengenfeld war das Büro des Landesvereins im alten Pfarrhof in Regenstauf untergebracht. Diese Räume werden laut Lautenschager jetzt anderweitig benötigt. Deshalb musste für die Fachstelle eine neue Bleibe gesucht werden.
Bei der Frage nach ihren Aufgaben teilte Lautenschlager mit, dass unter anderem die Organisation von Volksmusikkursen zu den Themen Musizieren, Singen und Tanzen dazu gehöre. Als Beispiele für ihre Arbeit nannte sie einen Workshop für angehende Kirwatanzlehrer in Theuern oder eine „Familien Volksmusik Erlebnis Woche“ in der Volksmusikakademie in Freyung.
Ein weiteres breites Aufgabenfeld ist die Sichtung des Archivs. Bestandteil ihres Tätigkeitsbereichs ist es auch zu erforschen, welches Liedgut Musikanten früher ihren Zuhörern zu Gehör gebracht haben.
Vieles ist noch zu sichten
In Lautenschlagers Büro gilt es, viele Notenblätter und -bücher zu sichten und zu katalogisieren. Manche der Stücke möchte man auf der Stelle spielen, so Lautenschlager. Die Beratung von Musikanten, die alte Noten besitzen und wissen möchten, wie diese Stücke gespielt werden sollen, fällt ebenso in ihren Aufgabenbereich wie die Durchführung einer Bairischen Singstund’.
Bei allen Kursen werde Wert darauf gelegt, dass diese niederschwellig seien, berichtet Lautenschlager. Denn es sollten möglichst viele Musikanten daran teilnehmen können. Auch für Tänzer, Sänger und Forschende im Bereich Musik ist sie Ansprechpartnerin. Mit Heimatpflegern und Archivaren steht sie ebenfalls im ständigen Austausch. Das Büro ist täglich von 8 bis 15 Uhr geöffnet.