Sternwarte Neumarkt: Dank hoher Förderung wird der Blick ins All bald barrierefrei

Von Lothar Röhrl · 19. Dezember 2024 um 15:00

Bisher konnte kein Rollstuhlfahrer in der Fritz-Weithas-Sternwarte einen Blick durch das Teleskop in die Weiten des Weltalls werfen. Das ändert sich bald.

Am Mittwoch haben Landrat Willibald Gailler und Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn mit Vertretern der Regina GmbH einen symbolischen Scheck über 63.362 Euro für den Bau einer Hütte mit Schiebedach und einem Teleskop übergeben. Mitte kommenden Jahres soll dieser barrierefreie Zugang zum Blick durch ein Teleskop fertiggestellt sein.

Stadt und Landkreis halfen

Gerald Reiser, Vorsitzender der Volkssternwarte, sowie dessen Stellvertreter Hans-Werner Neumann, sind glücklich über die Förderung. Beide freuen sich schon mal für jene vor, die dank der barrierefrei zugänglichen Hütte an das darin aufgestellte Teleskop gelangen können. Die Beobachtungsstation wird südöstlich der Sternwarte gebaut. Der Zugang wird ebenerdig sein.

Das Teleskop wird an seinem Fuß eine ebenfalls ebenerdig montierte Hubsäule haben. Damit kann die Höhe, von der aus ein Blick durchs Teleskop möglich ist, jedem Menschen mit Behinderung angepasst werden. Weil das Schiebedach in Richtung Norden weggeklappt wird, ist von diesem neuen Beobachtungsstandort für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit ein ungestörter Blick in Richtung Süden eines möglichst wolkenfreien Nachthimmels – am besten bei Neumond – möglich. Als Abrundung der künftigen barrierefreien Sternwarte wird eine behindertengerechte Toilette errichtet.

Bei den rechtlichen Voraussetzungen beziehungsweise bei der Finanzierung haben die Stadt Neumarkt und der Landkreis Neumarkt Hand in Hand gearbeitet. So hat die Stadt den Bauantrag genehmigt. Und der Landkreis hat über die von ihm getragene Gesellschaft Regina den Antrag auf Förderung gestellt.

Fördermittel der EU

Dabei werden von der Europäischen Union Mittel aus dem Leader-Programm (Programm zur Förderung des ländlichen Raums) den EU-Mitgliedsstaaten zur Verfügung gestellt. Das Geld fließt über LAG (Lokale Aktionsgruppen) in den jeweiligen Landkreis und von dort an den betreffenden Projektträger weiter. In diesem Fall ist das die Sternwarte. Daher nahmen auch Hans-Michael Pilz (Leader-Koordinator), Kathrin Kimmich (Regina) und Carola Rieger (LAG) an der Scheckübergabe teil.