Streetfood und Tandoori in der Mittleren Gans: Neues indisches Restaurant in der Neumarkter Innenstadt

Es brennt Licht in der Mittleren Gans in Neumarkt. Wer aufmerksam durch die Obere Marktstraße läuft, dem ist es vielleicht schon aufgefallen: Es tut sich was in der Mittleren Gans. Ab Mitte Januar soll das Lokal wiederöffnen. Der neue Pächter gibt Einblick in seine Pläne.
Die Stühle stehen in einer Ecke auf den Tischen, eine Leiter mitten im Raum. Ein Teil der Wände ist bereits mit filigranen Holzleisten vertäfelt, oben an der Decke sprießt üppiges Grün aus einer Leiste, an der Wand leuchtet eine bunte Blumentapete und über all dem strahlt eine goldene Sonne. Es lässt sich bereits ein wenig erahnen, welcher Wandel sich in der einst urig-bayerischen Gaststätte gerade vollzieht.
Nachdem im September die vorherigen Pächter, die fünf Jahre lang ein griechisches Restaurant betrieben, ausgezogen sind, wird es in Zukunft moderne indische Küche geben, erklärt der neue Betreiber Amarjit Singh. Der 43-Jährige kehrt zu seinen Wurzeln zurück: Bereits von 2013 bis 2017 führte er sein erstes Lokal in Neumarkt.
„Deswegen hänge ich so an Neumarkt. Ich mag Neumarkt!, betont er. Als sich nun die Option ergab, die Mittlere Gans zu pachten, habe er nicht lange gezögert. „Ich habe seit langem nach so einer Möglichkeit gesucht“: Die Lage des Lokals mitten in der Stadt sei super, da sei immer was los und so hofft Singh auch auf viel Laufkundschaft.
Traditionelle indische Küche modern inspiriert
Er ist kein Unerfahrener in dem Metier, erzählt der Inder. Bereits als kleiner Junge habe er mit seinem Vater hinter dem Kochherd gestanden. Mittlerweile betreibt die Familie Singh drei Restaurants in Nürnberg, Feucht und Weiden.
Für das vierte im Mittleren Ganskeller hätten er und seine Frau Kushwand Kaur sich aber ein besonderes Konzept überlegt: „Wir werden hier was ganz anderes, Neues machen“, sagt Singh. Auf der Speisekarte sollen traditionelle indische Gerichte mit moderner Inspiration stehen: Urban Streetfood.
Brot wird selbst im Lehmofen gebacken
Selbstverständlich wird es auch die Klassiker aus dem Tandoori-Ofen geben. Der wird in den nächsten Tagen in die Küche eingebaut, lässt Singh wissen. Indische Grillspezialitäten mit Fleisch sollen ebenso angeboten werden, wie eine breite Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten oder Vorspeisen wie Pani Puri oder Tikki Chaat. Auch das Naan-Brot soll frisch in der Küche selbst gebacken werden, so der neue Chef.
Seit Anfang Dezember wird das Lokal für die künftigen Pläne umgebaut, berichtet Goswin Diepenseifen. Er ist Geschäftsführer der Gansbrauerei, die Eigentümerin des Gebäudes ist. Nachdem es in der Mittleren Gans in den vergangenen Jahren häufiger Pächterwechsel gab, hofft er auf eine längerfristige Geschäftsverbindung.
Rund 200 Plätze im Restaurant und auf der Terrasse
Die Brauerei investiert gemeinsam mit dem Pächter in die Modernisierung. Die Küche wird auf Vordermann gebracht. Mit 60 Plätzen in der Gaststube, 100 im Saal und 40 im Außenbereich sei es „eine riesige Gaststätte“, so Diepenseifen.
Geöffnet haben wird das Restaurant mittags von 11 bis 14.30 Uhr und abends von 17 bis 22 Uhr. An zwei Wochentagen soll es Buffet geben, am Sonntag ein großes Familienbuffet, schwebt Singh vor. Bis es so weit ist, wird es noch ein paar Tage dauern, erklären Singh und seine Frau. Damit es schneller geht, packen sie neben den Handwerkern beim Umbau auch selbst mit an.