14,2 Hektar große Anlage in Berg bei Thanstein: Neuer Solarpark nimmt nächste Hürde

Einen deutlichen Sinneswandel in Sachen Photovoltaik vollzog der Thansteiner Gemeinderat am Dienstag in der letzten Sitzung diesen Jahres.
Entgegen eines im September 2023 gefassten Grundsatzbeschlusses, Freiflächenanlagen mit maximal fünf Hektar, beziehungsweise auf maximal 28 Hektar der Gemeindefläche zu unterstützen, wurde jetzt die Bauleitplanung für eine Anlage mit einer Gesamtfläche von rund 14,2 Hektar bei Berg auf den Weg gebracht.
Antragsteller für den „Solarpark Berg“ ist die Voltgrün GmbH aus Regensburg. Um die Informationen für einen möglichen Einspeisepunkt abrufen zu können, hatte das Unternehmen bereits im März eine entsprechende Voranfrage gestellt, der knapp, mit 7:5 Stimmen stattgeben worden war.
102 Meter von der Ortsbebauung entfernt
Nun stellte der Landschaftsarchitekt Gottfried Blank den Vorentwurf zum Bauleitverfahren vor. Dieses enthält die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplanes. Er ging zunächst auf das auf zwei Flächen aufgeteilte Areal zwischen der Kreisstraße 48 und der Ortschaft Berg ein. Der Standort sei in sofern günstig, als er weder ein Landschaftsschutzgebiet tangiere, noch sonstige Schutzbereiche beinhalte. Dies sei im Landkreis Schwandorf keineswegs überall der Fall.
Bodendenkmäler seien ebenso nicht vorhanden. Den Abstand zur Ortsbebauung bezifferte der Planer auf 102 Meter. Aufgrund der Nähe zur Ortschaft sei eine großzügige Eingrünung des Areals geplant. Die Gesamtfläche läge bei 14,2 Hektar, welche innerhalb der Umzäunung komplett umfahren werden könne. Die geplante Leistung solle bei 15 Megawatt/Peak liegen. Es läge zudem bereits ein ausführlicher Umweltbericht vor, einschließlich eines Artenschutzgutachtens. Dieser ginge vor allem in Richtung Schutz der Bodenbrüter. Ausgleichsflächen seien nicht erforderlich.
Gründung einer regionalen Genossenschaft nicht ausgeschlossen
Stefan Trummer von Voltgrün ergänzte eine Reihe technischer Details, die aber erst bei der finalen Planung festgelegt werden sollen. Geplant sei unter anderem, einen Teil der Module auf Tracker-Anlagen zur Nachführung des Sonnenstandes zu montieren. Was die Einspeisung betreffe, konnte er sich den Anschluss an ein eigenes Umspannwerk vorstellen.
Gemeinderat Wolfgang Schwab (CSU) erinnerte daran, dass die Gemeinde schon jetzt das rund 600-Fache ihres Eigenbedarfes an Ökostrom produziere und bezweifelte daher die Sinnhaftigkeit der Anlage ohne die Möglichkeit der Speicherung. Michael Kramer (CWG/Kulz) machte ebenfalls seine Zustimmung davon abhängig, dass entsprechende Speicherkapazitäten eingeplant würden. Stefan Trummer betonte, dass gerade in dem Bereich ein starker Wandel zu verzeichnen sei, der auch politisch unterstützt werde. Deshalb werde auch in der Richtung geplant.
Zum Thema Bürgerbeteiligung wollte er die Gründung einer regionalen Genossenschaft nicht ausschließen, sah aber in der gesetzmäßig festgelegten Beteiligung der Kommunen die effektivere Lösung. Sie könne mit den Mitteln dann eher notwendige Projekte umsetzen.
Bürgermeister Walter Schauer (CSU) brach noch eine Lanze zugunsten der Flächenüberschreitung. Er war mit Stefan Trummer einig, dass kleinere Anlagen wegen der Konkurrenzsituation kaum mehr wirtschaftlich zu betreiben wären. Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat der Planung zu, nur Gerhard Schwab stimmte dagegen.
Unterlagen liegen zur Einsicht aus
VG-Geschäftsführer Jürgen Steinbauer teilte mit, dass die Unterlagen in der VG ausgelegt und von den Bürgern eingesehen werden können. Ohne Diskussion und einstimmig beschloss der Rat turnusmäßig den Bürgermeister und dessen Stellvertreter als Vertreter der Gemeinde in den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Thanstein-Hebersdorf zu entsenden.
Die Bauanträge von Christina und Dominic Weingärtner (Wohnhaus mit Doppelgarage in Kulz), Michael Brandl (Erweiterung einer bestehenden landwirtschaftlichen Lagerhalle in Kulz) sowie Tobias Scherr (Einbau einer Wohneinheit über einem ehemaligen Stall in Kiesenberg) erhielten die Zustimmung.