Weicher Torfuntergrund sorgt für Risse an Straße: Beim Kulzer Moos besteht Handlungsbedarf

Wenn sich eine Böschung vom Straßenkörper löst, schrillen bei den Verantwortlichen alle Alarmglocken. So sah auch die Gemeinde Thanstein dringenden Handlungsbedarf, als im Bereich der Gemeindeverbindungsstraße von Kulz nach Dautersdorf, Risse am Fahrbahnrand sichtbar wurden.
Die Straße war erst 2017 mit großem Aufwand saniert worden. Eine Zusammenhang mit dem Kulzer Moos stand relativ schnell fest. In Absprache mit dem Planungsbüro Brandl & Preischl (Cham) wurde das IEG Institut für Erd- und Grundbau (Rettenbach) mit Schürf- und Bohrarbeiten beauftragt, um die genaue Ursache für die Risse herauszufinden. Die Ergebnisse stellten jetzt Thomas Büttner von der IEG und Bernhard Preischl dem Thansteiner Gemeinderat vor. Thomas Büttner sprach von einem „sehr sensiblen Untergrund“.
Dieser sei zunächst mit kleineren Bohrungen und im Anschluss mit schwerer Rammsondierung bis zu einer Tiefe von 9,5 Metern untersucht worden. Dabei habe sich neben den Stabilisierungsschichten zur Dammaufschüttung in einer Tiefe von etwa fünfeinhalb Metern eine extrem setzungsempfindliche Moorschicht gezeigt. Zudem sei in einer Tiefe von 1,30 Metern Wasser in den Damm eingedrungen.
Der Grundwasserspiegel liege aktuell zwischen zwei und drei Metern. Als mögliche Ursache für die Bewegung nannte Büttner eine an sich feste Torfschicht, die aber weich werde, wenn Wasser dazu komme. Daher sei die Böschung für diesen Untergrund zu steil. Handlungsbedarf sei in jedem Fall gegeben.
Die Straße ist stabil, für die Böschung muss eine Lösung her
Bernhard Preischl konnte in sofern Entwarnung geben, als der Straßenkörper als solcher stabil sei. Problematischer seien die Randbereiche. Als mögliche Lösungen stellte er die Befestigung der Böschung mit Betonringen, einer permanenten Spundwand oder Gabionen vor. Die Kosten schätzte er für die letzten beiden Varianten, die er favorisierte, auf rund 100 000 Euro. Zudem sollte eine Bankettbreite von mindestens 1,50 Meter angestrebt werden.
Vorab sollte mit Begrenzungsstäben eine Gefährdung im Begegnungsverkehr zumindest gemindert werden. Alle Varianten müssten in jedem Fall mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden. Preischl konnte sich Fördermöglichkeiten durchaus vorstellen. „Das Problem ist da, wir müssen handeln und können nicht so tun, als hätten wir es nicht gesehen“, stellte Bürgermeister Walter Schauer (CWG Kulz) fest. Eine Abstimmung erfolgte zu dem Thema nicht.
Thanstein passt die Hebesätze für die Grundsteuer an
Als letzte Gemeinde im VG-Bereich passte nun auch Thanstein seine Grundsteuerhebesätze an die veränderten Vorgaben an. Hier galt es, sich dem Grundsteueraufkommen von 2024 in Höhe von rund 103 000 Euro wieder anzunähern – inklusive eines Puffers aufgrund der noch unsicheren Datenlage.
Bisher galt ein einheitlicher Hebesatz von 450 Prozent für beide Bereiche. In der Diskussion gab es unterschiedliche Positionen, was erneut einheitliche oder unterschiedliche Sätze betraf. Tenor war das Bestreben um mehr Steuergerechtigkeit.
Letztendlich lautete der Beschluss 310 Prozent für die Grundsteuer A und 176 Prozent für die Grundsteuer B. Michael Brandl (CWG Kulz) und Wolfgang Niebauer (FWG Thanstein) stimmten dagegen.