Ladenbesitzerin berichtet: So wurde der Wörther Schmuckdieb gefasst

Einer aufmerksamen Anwohnerin war es zu verdanken, dass ein junger Mann, der in der Nacht zum Montag mutmaßlich in ein Schmuckgeschäft in der Ludwigstraße in Wörth (Landkreis Regensburg) eingebrochen war, binnen kurzer Zeit von der Polizei geschnappt werden konnte.
Die Frau, die über dem Laden wohnt und vom Geräusch des Scheibeneinschlagens aus dem Schlaf gerissen worden war, alarmierte per Telefon die Polizei. Diese entdeckte vor einem nahen Anwesen, wenige Meter vom Tatort entfernt, einige Schmuckstücke auf der Straße.
Dort wurden die Polizeibeamten dann auch gleich richtig fündig, denn der 20-jährige mutmaßliche Täter wohnte just in diesem Haus. Er befand sich sogar noch im Garten, wo ihn die Gesetzeshüter auch gleich festnahmen.
Die Scheiben zertrümmert
Das Schmuckgeschäft in der Ludwigstraße gibt es schon seit neun Jahren. „Eingebrochen wurde bei uns bislang noch nie", sagt Besitzerin Irina Kugler. Doch am Montag gegen drei Uhr früh war es damit vorbei. Ein junger Mann, der sich mit Kapuze und Mundschutz vermummt hatte, zertrümmerte mit drei großen Steinen eine der beiden Fensterscheiben, so dass er durch das Loch in den Laden einsteigen konnte. Dort verstaute er in Windeseile an die hundert Ringe und Ketten aus dem Schaufenster sowie aus dem Inneren in einem mitgebrachten Rucksack. „Er nahm auch noch eine Trinkgeldbox mit, eher er wieder durch die eingeschlagene Scheibe türmte“, sagt die Ladenbesitzerin weiter.
Die Einschlaggeräusche hatten wohl mehrere Anwohner mitbekommen, am schnellsten reagierte aber eine junge Frau, die direkt über dem Laden geschlafen hatte. Sie alarmierte die Wörther Polizei, die umgehend mehrere Streifenwagen in die Ludwigstraße beorderte. „Wir suchten natürlich gleich die Umgebung ab“, sagt Thomas Wagner, der Chef der Wörther Polizei. Und binnen weniger Minuten hatten die Beamten Erfolg.
Denn dem Täter war ein Teil der Beute auf dem Weg zu seinem wenige Meter entfernt liegenden Wohnhaus auf die Straße gefallen, was die Beamten anhalten ließ. Beim ersten Blick rundum sahen sie auch schon den 20-Jährigen im Garten, wo er gerade noch dabei war, sich seiner Tatkleidung zu entledigen, so schildert es die Polizei. „Einen Teil der Beute fanden wir auch gleich unter Laub versteckt“, heißt es dazu im Pressebericht der Polizei.
Attrappen im Schaufenster
Auch das Besitzerpaar des Geschäfts war von der Anwohnerin alarmiert worden und binnen kurzer Zeit in der Ludwigstraße. „Der Diebstahlsschaden ist relativ gering", sagt Irina Kugler. Denn in den Paletten in den Schaufenstern befanden sich nur Attrappen, erklärt sie weiter. Die Polizei gibt den Wert der Beute mit einem Betrag im unteren vierstelligen Bereich an. Auf dem Überwachungsvideo des Schmuckgeschäfts ist der Täter gut zu sehen, allerdings sei er sehr vermummt gewesen, sagt die Ladeninhaberin.
Der junge Mann, der vorläufig festgenommen wurde, wurde zunächst zur Kripo nach Regensburg gebracht, ehe ihn die Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß setzte. Der Grund: Er ist Heranwachsender und hat einen festen Wohnsitz. Auf ihn wartet nun eine Anklage wegen eines Einbruchdiebstahls.