Kleine Künstler legen eine Extraschicht ein

Von Wolfgang Abeltshauser · 17. Dezember 2024 um 15:00

Im Sommer arbeiteten Kinder und Jugendliche aus allen Abensberger Schulen fleißig an Tastmodellen von bekannten Gebäuden in der Stadt, die dazu dienen sollen, Stadtführungen für sehbehinderten Menschen besser erlebbar zu machen. Was ist daraus geworden?

Im Herbst sollten die Modelle eigentlich offiziell dem Stadtmuseum übergeben werden – es hat sich aber nichts getan. Inklusionsbeauftragte Marion Huber-Schallner, die das Projekt gemeinsam mit der ehemaligen Museumsleiterin Beatrice Wichmann ins Leben gerufen hat, gibt auf Nachfrage Entwarnung. Selbstverständlich sei das Vorhaben nicht etwa in der Mottenkiste verschwunden. Allerdings gibt es aus mehreren Gründen eine Verzögerung bis in den kommenden Sommer.

Wie berichtet hatte man versucht, für das Projekt aus mehreren Quellen eine Förderung zu ergattern – unter anderem ging es um Gelder aus dem Leader-Topf. Daraus werde es auch Unterstützung geben, denn es gebe eine klare Zusage. Allerdings fließe das Geld von dort anders als gedacht erst im kommenden Jahr.

Die Schülerinnen und Schüler haben bis zum Juli unter der Anleitung von Andrea Fochler-Irsigler Reliefs modelliert und bemalt, die danach in einem Ofen gebrannt wurden. „Dabei sind leider einige kaputt gegangen“, bedauert Huber-Schallner. Und so habe man sich entschlossen, das Schulprojekt in diesem Schuljahr weiterlaufen zu lassen.

Weitere Gebäude im Blick

Die Inklusionsbeauftragte freut sich, dass nach wie vor alle Schulen im Stadtgebiet mitmachen wollen. Bis in den Sommer sollen anstatt der beschädigten Modelle neue angefertigt werden.

Und ohnehin hatte sich Huber-Schallner vor einigen Monaten im Gespräch mit dieser Zeitung vorstellen können, eine zweite Runde des inklusiven Projekts anzugehen. Denn noch sind nicht alle wichtigen Bauwerke, die in Abensberg zu bewundern sind, auf diese Art und Weise verewigt. Als Beispiel nannte die Inklusionsbeauftragte die Abensberger Stadttore.

Der momentane Zeitplan sieht laut Huber-Schallner vor, die fertigen Tastmodelle im Juni oder Juli offiziell dem Stadtmuseum zu übergeben. Nach ihren Worten will dazu auch Wichmann nach Abensberg kommen.

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Die Schülerinnen und Schüler waren wie berichtet bisher vor allem im Werkunterricht damit beschäftigt, die Tastmodelle in Reliefform anzufertigen. Es ging dabei um Bauwerke wie den Herzogskasten, das Rathaus, die Aventinus-Statue, das Aventinum, Kloster- und Barbarakirche oder den Hundertwasserturm. Als Vorlagen dienten unter anderem alte Fotografien aus dem Depot des Stadtmuseums.

In einer gemeinsamen Aktion im Cabrizio in Offenstetten bemalten die jungen Künstlerinnen und Künstler die Modelle, bevor sie von Fochler-Irsigler in den Brennofen geschoben wurden.

Spezielle Stadtführungen

Zukünftig sollen diese Modelle mithelfen, dass Stadtführungen in der Babonenstadt für sehbehinderte Menschen erlebbarer sind als bisher. Denn die Modelle sollen beim jeweiligen Bauwerk platziert werden, so dass man sie berühren und ertasten kann, während die Stadtführerin oder der Stadtführer etwas über ihre Geschichte erzählt.

Wann das so weit ist, steht aber noch nicht fest. Denn die beiden Initiatorinnen des Projekts hatten sich vorgenommen, nach Übergabe der Modelle diese im Rahmen einer Ausstellung im Museum einige Zeit interessierten Besucherinnen und Besuchern zu präsentieren.

Sie haben sich den Maderturm vorgenommen: David Thiel, Malena Battenbach, Alisa Toholytska, Anna Mühlbauer (v. l.)