Diskussion ums Neunburger Altstadtfest – Stadträte mussten über Zukunft entscheiden

Von Jan Lange · 16. Dezember 2024 um 15:00

Der Veranstaltungskalender von Neunburg für 2025 ist gut gefüllt: Von der Schwarzachtalmesse und der Wiesn bis zu den Burgfestspielen und dem Burgadvent ist eine Vielzahl an Festen und Feierlichkeiten geplant. Fast hätte mit dem Altstadtfest eine Veranstaltung gestrichen werden müssen. Den Stadträten lag am Donnerstag ein Beschluss vor, das Event 2025 auszusetzen. Die Abstimmung ging denkbar knapp aus. Neunburgs Finanzen entwickeln sich derzeit nicht gerade rosig. Aus diesem Grund wird seit Monaten über Kürzungen bei den Ausgaben und Erhöhungen der Einnahmen diskutiert. Nachdem entschieden worden war, die Neunburger Burgfestspiele im Jahr 2026 pausieren zu lassen, um einen hohen fünfstelligen Betrag einzusparen, sollte nun auch das Altstadtfest ausgesetzt werden.

In der Beschlussvorlage wurde auf die zahlreichen Veranstaltungen im nächsten Jahr verwiesen. Wenn das Altstadtfest 2025 pausieren würde, erhöhe sich die Vorfreude, sind die städtischen Organisatoren überzeugt. „Die Menschen können sich mehr auf das Event freuen, was zu einer höheren Teilnehmerzahl führen kann. Veranstaltungsüberschneidungen können somit vermieden werden“, hieß es in der Beschlussvorlage. Zudem könnten die Organisatoren, wenn sie mehr Zeit zwischen den einzelnen Festen hätten, ein abwechslungsreicheres und ansprechenderes Programm entwickeln, so ein weiterer Aspekt, der aus Sicht der Verwaltung für eine Pause sprechen würde.

Die Organisatoren hätten mehr Zeit, Sponsoren zu gewinnen, was die finanzielle Basis des Festes stabilisieren könnte. Zudem könnten die Ressourcen besser eingesetzt und die Kosten für Planung und Organisation optimiert werden. Dies ermögliche eine gründlichere Vorbereitung und eine höhere Qualität der Veranstaltung, hieß es weiter in der Vorlage.

Viele andere Aktivitäten

Martin Scharf, Chef der FW-Fraktion, verwies ebenfalls darauf, dass es nächstes Jahr „eine große Anzahl an Aktivitäten“ gebe. „Irgendwann merkt das jeder im Geldbeutel“, war sich Scharf sicher.

Zu diesen vielen Veranstaltungen gehört auch das Heimatfest des Marktes Schwarzhofen, das vom 14. bis 17. August 2025 stattfinden soll. Das Fest in der Nachbargemeinde wird nur alle zehn Jahre gefeiert. Nach dem coronabedingten Ausfall 2020 wurde es auf 2025 verschoben. Am dritten Augustwochenende steigt aber üblicherweise auch das Neunburger Altstadtfest. Die Stadt hatte deshalb bereits den Termin um eine Woche nach hinten verschoben. Das war einigen Stadträten nicht genug. Sie plädierten für eine Pause im nächsten Jahr. Es sei „momentan nicht vergnügungssteuerpflichtig, zu kürzen und zu streichen“, meinte CSU-Fraktionschef Alexander Trinkmann. Aufgrund der schlechten Finanzlage sprach er sich dafür aus, das Altstadtfest einmal auszusetzen.

Auch Martin Scharf ging auf die finanzielle Situation ein. Erst vor einigen Tagen habe der Kreistag eine Erhöhung der Kreisumlage um 2,5 Punkte beschlossen. „Da kommt auf Neunburg einiges zu“, sagte er. Der Stadtrat sollte „einen gewissen Sparwillen zeigen“, fand der FW-Politiker. Scharf betonte aber, dass man das Altstadtfest nur im nächsten Jahr ausfallen lassen solle.

Dass eine Pause unbedingt notwendig ist, sahen andere Stadträte nicht so. Thomas Albang (CSU) erinnerte daran, dass man sich beim Workshop im März auf zehn Prozent Kosteneinsparungen bei den freiwilligen Leistungen verständigt hatte. Bei Gesamtkosten für das Altstadtfest von knapp über 23 500 Euro seien dies rund 2350 Euro.

Mehr Einsparpotenzial

Albang sieht sogar noch größeres Potenzial. So könnte bei der Werbung einiges an Kosten gespart werden. Auch der Sicherheitsdienst könnte anders organisiert und damit günstiger werden. Die Kosten für das Kinderland könnten durch eine andere Lösung wegfallen. Insgesamt habe er Einsparungen von fast 5000 Euro errechnet. Er plädierte dafür, mit diesen Einsparvorschlägen das Altstadtfest doch stattfinden zu lassen.

Albang unterstrich dies mit dem Hinweis, dass die dreitägige Veranstaltung die Haupteinnahmequelle für die Handballer des 1. FC Neunburg sei. Die Sportler übernehmen die Organisation der Stände und Bands auf dem Brandplatz und der Buchbindergasse.

Bei den Handballern sei es am Altstadtfest voll gewesen, meinte CSU-Stadtrat Bernhard Lober mit Blick auf das diesjährige Altstadtfest. Im oberen Bereich beim Rathaus sei es dagegen nicht so optimal gewesen, und viele Gäste hätten geschimpft. Es brauche ein neues Konzept, fand Lober. Damit unterstützte er seine Fraktionskollegin und 2. Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU), die sich dafür ausgesprochen hatte, einen Arbeitskreis ins Leben zu rufen, der sich um ein neues Konzept kümmern solle.

Als schließlich die Entscheidung anstand, stimmten zehn Stadträte für das Aussetzen des Altstadtfestes, zehn dagegen. Durch diesen Patt war der Beschlussvorschlag ablehnt – und das Altstadtfest 2025 kann wie geplant stattfinden.

Nach dem Votum begann eine Diskussion darüber, über welchen Vorschlag man hätte abstimmen müssen. Die Verwaltung hatte nämlich zwei gemacht: einen für die Aussetzung und einen für die Durchführung des Altstadtfestes. Walter Drexler (FW) war der Ansicht, dass über den Vorschlag der Durchführung hätte abgestimmt werden müssen, da dieser Kosten verursache und deshalb weitergehend sei. Laut Kommunalverordnung muss immer über den weitergehenden Vorschlag abgestimmt werden.

Geschäftsleiter Georg Keil verwies darauf, dass der Vorschlag zur Aussetzung ja abgelehnt worden sei und das Altstadtfest nicht pausieren werde.