Kai übernimmt 2025 in Neustadt a. d. Donau

Von Wolfgang Abeltshauser · 16. Dezember 2024 um 11:00

Nach der Kündigung durch die Arbeiterwohlfahrt ist in Neustadt a. d. Donau ein neuer Träger für die Ganztagsbetreuung an Grund- und Hauptschule gefunden. Im Grundsatz bleibt alles beim Alten, im Detail gibt es aber doch Änderungen.

Ohne Gegenstimme beschloss der städtische Hauptverwaltungsausschuss am Mittwochabend, dass ab dem Schuljahr 2025/26 der Jugendhilfeträger „Kai e. V. – Bildung&Kultur“ (Kai) als Träger der Ganztagsbetreuung fungieren soll. Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) berichtete in der Sitzung, dass man sich nach der überraschenden Kündigung der Arbeiterwohlfahrt bei Nachbarkommunen umgehört habe, auf welche Weise bei denen dieses Angebot organisiert ist.

Und so sei man auf Kai gestoßen und habe Kontakt mit dem Verein aufgenommen. Mittlerweile habe man schon ein Konzept für die Fortführung der Ganztagsbetreuung mit den beiden Schulleitern besprochen.

Zeiten ändern sich nicht

Laut Memmel und Andrea Förstl von der Stadtverwaltung wird auch in Zukunft von Montag bis Freitag eine Ganztagsbetreuung angeboten. Dabei stellt Kai das notwendige Personal und übernimmt die Gesamtorganisation – einschließlich der Urlaubs- und Krankheitsvertretung sowie die Projektverwaltung.

Die Kommune ist weiterhin Sachaufwandsträger, stellt die Räume zur Verfügung und übernimmt die Betriebskosten. Anders als die Arbeiterwohlfahrt stellt Kai nicht das Personal für die Mensa, so dass die Stadt dies zusätzlich übernimmt. Allerdings wird Kai für den pädagogischen Ablauf und die Abrechnung der Mittagsverpflegung zuständig sein.

Nach den aktuellen Schülerzahlen errechnet sich laut Förstl eine Summe von rund 100.000 Euro, die die Stadt jährlich an den Träger zu überweisen habe. Es werde im Durchschnitt von 20 Verwaltungsstunden pro Jahr und Schüler ausgegangen. Markus Stiegler, der für Kai die Ganztagsbetreuung am Standort Abensberg koordiniert, stellte in der Sitzung die Arbeit seiner Organisation vor. Wichtig sei ihm, dass Schule, Eltern und Träger eng zusammenarbeiten. Sicherlich sei eine sinnvolle Hausaufgabenbetreuung der entscheidende Baustein.

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Er halte es aber für sehr wichtig, dass die Kinder täglich genügend Bewegung und Möglichkeiten fürs Spielen haben. So gebe es in Abensberg beispielsweise vor der Hausaufgabenzeit immer Raum für Sport oder Basteln. Kai sei mittlerweile an 17 Standorten in der Region vertreten – mit Ausnahme von Manching liegen alle innerhalb des Landkreises.

Fragen zum pädagogischen Konzept von Kai oder eine Debatte darüber gab in der Sitzung keine. Gründe für die Kündigung der Arbeiterwohlfahrt wurden keine genannt. Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte die Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt Elke Niedermeier schriftlich, dass der Schritt der Organisation nicht leicht gefallen sei. Es gebe dafür vielfältige Gründe, die man dem bisherigen Geschäftspartner auch mitgeteilt habe. Zu Details wolle man sich öffentlich aber nicht äußern.

Ein positiver Blick zurück

In der Sitzung blickte Memmel positiv auf die Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt zurück. Er sprach von einem großen Engagement, das in den vergangenen Jahren an den Tag gelegt wurde. „Für das sind wir sehr dankbar“, betonte der Bürgermeister. Und da die Arbeiterwohlfahrt, die seit Start des Angebots in Neustadt a. d. Donau mit im Boot war, frühzeitig das Signal gegeben habe, ab dem kommenden Schuljahr auszusteigen, sei man nicht unter Zeitdruck gewesen.

Förstl blickte zurück auf die Entwicklung der Ganztagsbetreuung in Neustadt a. d. Donau. Alles hat im Schuljahr 2007/2008 an der Grund- und der damaligen Hauptschule mit 50 Kindern begonnen. In den vergangenen 18 Jahren hat sich nach ihren Worten das Betreuungsangebot deutlich ausgeweitet. Aktuell sind 140 Kinder in der offenen und 40 in der gebundenen Ganztagsbetreuung der Grundschule in Neustadt a. d. Donau untergebracht. Bei der Mittelschule sind es 17 beziehungsweise 21 Schülerinnen und Schüler.