Ausbau der B16 bei Nittenau: Staatliches Bauamt hat Planfeststellungsverfahren beantragt

Von Cornelia Lorenz · 15. Dezember 2024 um 05:00

Lang war es still um die Pläne für den dreistreifigen Ausbau der B16 bei Nittenau. Nun hat das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach aber den nächsten Schritt in die Wege geleitet: Für den ersten Bauabschnitt von Muckenbach in Richtung Roding hat die Behörde das Planfeststellungsverfahren beantragt. Nun sind die Bürger gefragt.

Bis 3. Februar können sie Einwendungen und Stellungnahmen zum Projekt abgeben. Konkret geht es derzeit um den geplanten dreistreifigen Ausbau der B16 auf dem 3,8 Kilometer langen Teilstück zwischen der Anschlussstelle Muckenbach und der zu Walderbach im Landkreis Cham gehörenden Ortschaft Dieberg.

Der Ausbau der B16 auf drei Spuren verbessere die Sicherheit und Qualität der Bundesstraße. „Kolonnenverkehr und Pulkbildung werden vermieden und damit ein stetiger Verkehrsverlauf gefördert“, argumentiert das Staatliche Bauamt.

Drei neue Brücken sind nötig

Im Zuge des ersten Bauabschnitts zwischen Muckenbach und Dieberg müssen laut Behörde drei der fünf vorhandenen Brückenbauwerke neu gebaut werden, und zwar die Unterführung beim Taubenweg in Nittenau, die Unterführung Kaltenbach sowie jene beim Fuchsenweiherweg bei Dieberg. Die Überführungen bei Treidling und beim Fuchsenschübelweg sollen unverändert bleiben.

Wie das Staatliche Bauamt weiter plant, soll die Verbreiterung der Fahrbahn grundsätzlich am nördlichen Fahrbahnbereich erfolgen. Während der Bauzeit soll die Fahrtrichtung Regensburg einspurig aufrechterhalten bleiben, die Umleitung in Richtung Cham soll über die Nittenauer Nordost-Umfahrung und Bruck auf die B85 erfolgen.

An der Anschlussstelle Muckenbach soll die vorhandene Rampe umgebaut werden, um die notwendige Länge der Beschleunigungsspur in Richtung Regensburg gewährleisten zu können. Auch die Einfahrtsrampe in Fahrtrichtung Roding soll um rund 60 Meter länger werden. Durch diesen Rampenumbau werde das „vorhandene Sicherheitsdefizit“ bezüglich des fehlenden Beschleunigungsstreifens in Richtung Regensburg beseitigt.

Nittenaus Bürgermeister befürchtet Verkehrsinfarkt

Im Juni 2021 hatte Frank Viehmann vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach den Nittenauer Stadträten die Pläne für den dreistreifigen Ausbau erläutert. Nach Bauabschnitt eins sollen noch zwei weitere folgen – alle drei zusammen umfassen eine rund neun Kilometer lange Strecke zwischen den Landkreisgrenzen zu Cham einerseits und zu Regensburg andererseits.

Wann Bauabschnitt eins tatsächlich starten kann, lässt sich derzeit noch nicht konkret benennen. Die Bauzeit von der ersten Rodung bis zur Verkehrsfreigabe werde aber voraussichtlich knapp drei Jahre betragen, sagt Claudia Willer vom Staatlichen Bauamt. Die weiteren Bauabschnitte würden dann direkt im Anschluss realisiert, „sofern die öffentlich-rechtlichen Genehmigungen vorliegen und die Finanzierung gesichert werden kann“.

Nittenaus Bürgermeister Benjamin Boml (FW) hatte nach der Präsentation der geplanten Bauabschnitte im Stadtrat im Jahr 2021 bereits erklärt, er befürchte einen Verkehrsinfarkt für Nittenau – allerdings nicht für den ersten Bauabschnitt, sondern für jenen Zeitraum danach, in dem der dreispurige Ausbau zwischen den beiden Nittenauer Anschlussstellen über die Bühne gehe. Denn hier gebe es tatsächlich nur die Möglichkeit, den Verkehr durch die Stadt umzuleiten. Während der Bauzeit müsse man mit 5000 Fahrzeugen zusätzlich in Nittenau rechnen – das sei niemandem zuzumuten, so das Fazit des Rathauschefs. Deshalb plädierte Boml auch dafür, die B16 auf dem Teilstück zwischen den beiden Nittenauer Abfahrten gar nicht auszubauen – auch weil es vor und nach diesem Abschnitt genügend Überholmöglichkeiten gebe.

Nun ist der Stadtrat gefragt

Zu dieser Position steht Boml auch heute noch. Jahrelang seien die Nittenauer Bürger wegen der Brückenbaustelle und der dadurch nötigen kilometerlangen Umleitung geplagt gewesen. Mit den Planungen für den ersten Bauabschnitt zwischen Muckenbach und Dieberg habe er dagegen keine Probleme. Im Januar soll sich der Stadtrat mit der B16 beschäftigen.