Maßnahmen wirken: Regensburger Bahnhof wird sicherer – Kriminelle Tunesier bleiben Problem

Es gibt gute Nachrichten aus dem Regensburger Bahnhofsumfeld – endlich, möchte man fast sagen. Die Kriminalität am Verbrechens-Hotspot sinkt leicht. Das geht aus aktuellen Zahlen der Polizei hervor, die hochrangige Vertreter der Behörden am Mittwochabend im Verwaltungsausschuss des Regensburger Stadtrats präsentierten.
Zur Erinnerung: Im vergangene Jahr schnellte die Kriminalitätsrate schlagartig nach oben. Gemeinsam beschlossen die verschiedenen Behörden zahlreiche Maßnahmen, um das Problem wieder einzuhegen – dazu zählt unter anderem der Ausbau der Videokameras. Polizeipräsident Thomas Schöniger betonte am Mittwochabend: „Seit heute laufen die Kameras.“ Er sei überzeugt, dass die zusätzliche Videoüberwachung zusammen mit dem Ausbau der Beleuchtung den Bahnhof sicherer machen.
Schöniger ging dabei auch auf eine angebliche Vergewaltigung Anfang des Jahres ein. Diese hatte bundesweit hohe Wellen geschlagen. „Wenn wir zu diesem Zeitpunkt schon Videoüberwachung gehabt hätten, hätten wir sehr schnell gesehen: Das hat so nicht passieren können.“ Darüber hinaus zeigt die Polizei seit einiger Zeit deutlich mehr Präsenz. All diese Maßnahmen zeigten erste positive Tendenzen, betonte Schöniger
Kriminalität am Regensburger Bahnhof: Täter sind oft Tunesier
Auf die konkreten Fortschritte ging Bernhard Huber, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Regensburg Süd, ein. Belastbare Zahlen gebe es erst mit der offiziellen Kriminalitätsstatistik im März, betonte der Beamte. Allerdings gebe es erste Tendenzen für die Zahlen im laufenden Jahr. So sei ein deutlicher Rückgang bei Sexualdelikten zu verzeichnen. „Die Zahlen liegen im niedrigen zweistelligen Bereich.“ Ganz überwiegend handele es sich dabei um sexuelle Belästigungen und Beleidigungen. Der stärkste Rückgang sei bei Betäubungsmitteldelikten zu verzeichnen. Das hänge aber auch mit der Legalisierung von Cannabis zusammen. Die Zahl der Straftaten lägen in einem niedrigen dreistelligen Bereich. Nur klein sei der Rückgang dagegen bei den Diebstahlsdelikten. Auch diese bewegten sich in einem niedrigen dreistelligen Bereich. Bei Rohheitsdelikten, also beispielsweise bei Körperverletzungen, zeichne sich ein leichter Rückgang ab.
Auffällig sei insbesondere die Täterstruktur, führte Huber aus. In Regensburg lebten rund 36 000 Migranten. Darunter seien etwa 200 Tunesier – ein Anteil von 0,12 Prozent an der Gesamtbevölkerung. „Diese 0,12 Prozent aller Einwohner begehen 13 Prozent der Straftaten im Stadtgebiet.“ Insgesamt seien etwa 100 Verfahren gegen tunesische Intensivtäter geführt worden, so Huber weiter. Gut 50 seien inzwischen abgeschoben worden. Der Chef der PI Süd, Markus Fuchs, ergänzte: „Es gibt keine Gruppe, die so auffällig ist.“ Die Tunesier seien insbesondere rund um den Bahnhof präsent.
Sicherheit am Regensburger Hauptbahnhof: Polizisten sind 30000 Stunden im Einsatz
Der stellvertretende Leiter der PI Süd ging auch auf die gesteigerte Polizeipräsenz ein. Zur Adventszeit seien noch mehr Beamte als üblich am Bahnhof unterwegs, um das derzeitige Waffenverbot dort umzusetzen. Insgesamt seien im laufenden Jahr rund 5200 Polizisten am Bahnhof im Einsatz gewesen. Diese leisteten knapp 30 000 Stunden Dienst.
Die Maßnahmen der Behörden, so Huber, sollen im Übrigen wissenschaftlich evaluiert werden. Dazu sollen in Zusammenarbeit mit der Universität Bürger befragt werden. Mit Ergebnissen rechne er im Frühjahr 2025.
Bahnhof in Regensburg: Umfeld soll sich verändern
Polizeipräsident Schöniger betonte, dass man erst am Anfang eines Marathons stehe. Die ersten Schritte seien aber gelungen. Dem pflichtete Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer bei. Auch die Stadtverwaltung bleibe engagiert. So werde der Kommunale Ordnungsservice (KOS) weiterhin Präsenz zeigen am Bahnhof. Darüber hinaus stehen einige weitere Maßnahmen an. Die Sanierung des Brunnens am Obelisken soll vorgezogen werden. Außerdem sollen ein Trinkwasserbrunnen und eine Notrufsäule installiert werden. „Die Leute sollen sich wohler fühlen“, betonte das Stadtoberhaupt. Auch der Bahnhofsvorplatz solle von seinem „desolaten Zustand“ wegkommen. Die Verwaltung beschäftige sich darüber hinaus auch mit dem Peterskirchlein.