Tunesier begehen in Regensburg Straftaten im Stundentakt: Vor Gericht bekommen sie einen Deal

Manchmal lag nicht mal eine halbe Stunde zwischen den Taten: Am Mittwoch stand eine Gruppe Tunesier vor dem Amtsgericht. Trotz mehrerer Geständnisse blieben Fragen offen.
Gemeinsam sollen die drei Männer einen Bekannten am Donauufer zusammengeschlagen und ausgeraubt haben – so zumindest in der Anklage. Bei zweien war das nur die Spitze des Eisbergs. Nur etwa eine Viertelstunde später zückte einer der Angeklagten (22) in der Albertstraße ein Messer. Der Grund: Ein Reisender wollte ihm keine Zigarette geben. Mit dem Griff der Waffe prügelte der tunesische Flüchtling auf sein Opfer ein. Wiederum eine halbe Stunde später klaute der 22-Jährige einem Mann am Stobäusplatz einen Rucksack. Bereits zwei Monate zuvor wurde der 22-Jährige schon einmal auffällig: Er klaute Waren im Wert von gut 250 Euro aus einem Drogeriemarkt in der Altstadt. Auch sein 41-jährige Mitangeklagte ist wahrlich kein unbeschriebenes Blatt. An einem Frühlingsabend im Mai klaute er innerhalb von nur wenigen Stunden sage und schreibe sechs Mal in ein und derselben Tankstelle in der Nähe seines Flüchtlingsheims. Er ließ laut Anklage stets Alkohol und E-Zigaretten mitgehen.
Tunesier: Rätselraten um Überfall in Regensburg
Dem dritten Angeklagten (27) wird neben der Prügelattacke am Donauufer vorgeworfen, vorgegeben zu haben, von zwei Tunesiern ausgeraubt worden zu sein. Er belog im Zuge dessen auch die Behörden.
Die Prozessbeteiligten führten nach der Verlesung der Anklageschrift ein rund anderthalbstündiges Rechtsgespräch. Dabei kam ein Deal heraus: Wenn die Angeklagten gestehen, winken ihnen Haftstrafen im Rahmen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren – also im bewährungsfähigen Rahmen.
Tunesier in Regensburg vor Gericht: Angeklagte nehmen Deal an
Nach intensiven Gesprächen mit ihren jeweiligen Verteidigern Philipp Janson, Christian Meisl und Marius Hoser willigten die Angeklagten ein. Daraufhin räumten Janson und Meisl die angeklagten Taten vollumfänglich ein. Beim dritten Tunesier (27) gibt es indes noch größere Fragezeichen. Er bestreitet, an der Prügelattacke am Donauufer beteiligt gewesen zu sein, sagte sein Anwalt Hoser. Einer der Mitangeklagten ließ über seinen Verteidiger Janson ausrichten, dass er den 27-Jährigen auch nicht am Donauufer gesehen habe. Der Tunesier räumte allerdings ein, die Polizei belogen zu haben, was den Raubüberfall zweier Landsleute anbelangt. Er sei tatsächlich attackiert worden, habe die beiden dann angezeigt – und sei daraufhin von ihnen bedroht worden. Daraufhin habe er aus Angst die Anzeige zurückgenommen.
Das Gericht kam nach der Hauptverhandlung zu dem Schluss, dass der 27-Jährige nicht am Raub an der Donau beteiligt war – dennoch wurde er wegen Strafvereitelung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er die Polizei belogen hat.
Auch die anderen beiden Tunesier bekamen Bewährungsstrafen. Dem Tankstellen-Seriendieb (41) droht eine Haft von einem Jahr und sechs Monaten, sollte er sich noch einmal etwas zuschulden kommen lassen. Der 22-Jährige, der binnen weniger Stunden mehrere Straftaten begangen hat, bekam eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten.