Bei Schneider Weisse in Kelheim kündigen sich Baupläne an

Erfreuliche Nachrichten gab es ganz nebenbei im Kelheimer Bauausschuss zur Brauerei Schneider Weisse. Das hat das Unternehmen vor.
Diese hält seinem Standort im Herzen der Kreisstadt die Treue und will sich für die Zukunft rüsten.
Gebaut wird zunächst einmal noch nicht. Denn damit die Erweiterung der Produktion baurechtlich möglich wird, muss zuvor der Bebauungsplan („Hofanger“) geändert werden. Das dazugehörige Areal ist knapp 5000 Quadratmeter groß.
Startschuss für Verfahren
Im Bauausschuss am Montag lag ein Antrag der Brauerei vor. Erfreut nahmen Bürgermeister Christian Schweiger und die Ausschuss-Mitglieder diesen zur Kenntnis. Einstimmig signalisierten sie grünes Licht für den Aufstellungsbeschluss, der quasi das von der Brauerei beantragte baurechtliche Verfahren anstößt. Die Kosten dafür wird Schneider Weisse tragen.
Aus dem Antrag von der Familien-Brauerei geht hervor, dass diese auf ihrem Betriebsgrundstück an der Emil-Ott-Straße die Produktion ausbauen möchte. Bei der Erarbeitung der Planunterlagen habe der beauftragte Fachplaner festgestellt, dass die angedachte Erweiterung Abweichungen vom bestehenden Bebauungsplan erforderlich mache, war in der Sitzungsunterlage zu lesen.
Unter anderem gehe es um Baugrenzen und Bauhöhe, zudem brauche es eine Überarbeitung der immissionsschutzrechtlichen Vorschriften. Und wegen der Lage an bzw. unmittelbar vor der historischen Altstadt spielen auch städtebauliche und denkmalrechtliche Fragen ins Verfahren hinein. Deshalb der Antrag. Eine Änderung des Flächennutzungsplans sei dagegen nicht nötig, hieß es. Das Areal sei bereits jetzt als Gewerbegebiet dargestellt und daran ändere sich nichts.
Auf unsere Nachfrage gibt es von der Kelheimer Brauerei weitere konkrete Infos. Schneider Weisse wolle seine Produktionskapazität „flexibel aufstellen, um verschiedene Gärungs- und Herstellungsverfahren abzubilden“. Um die „gewohnte Schneider-Qualität zu liefern und die Markttrends mitgestalten zu können“, müsse die Brauerei in ihren (energieeffizienten) Ausbau investieren. Dafür gelte es, das „bisher ungenutzte Potenzial am Standort zu erschließen“.
Zwei Baustufen geplant
Konkret sei für die Erweiterung der Bereich des derzeitigen Mitarbeiter-Parkplatzes, sprich der Teil rechts von der Einfahrt gegenüber des Niederdörfl-Parkplatzes ins Auge gefasst.
In zwei Baustufen soll in den kommenden Jahren in den bestehenden Standort investiert und die Produktion erweitert werden.
Es gehe um die Modernisierung der Abfüllung. Diese Investition soll zudem laut Schneider Weisse helfen, den Energieverbrauch deutlich zu senken. Die angedachte Produktionserweiterung betreffe „hauptsächlich den Ausbau der untergärigen Gär- und Lagerkapazitäten und ist damit hauptsächlich für Schneider Helles vorgesehen“.
Bürgermeister Christian Schweiger freute sich im Bauausschuss, dass die Brauerei der Stadt treu bleibt. Dies sei in diesen Tagen „nicht selbstverständlich“. Daher stehe es der Stadt „gut zu Gesicht“ das Unternehmen zu unterstützen.
Zudem sei der Denkmalschutz früh eingebunden worden. Die Brauerei habe wegen ihrer besonderen Lage ein „gutes Gespür“ für dessen Belange.
Ludwig Birkl (FW) fragte nach, ob es bereits einen ersten Entwurf für die geplante Erweiterung gebe. Nein, entgegnete Schweiger. Aktuell sei rein der „Umgriff“ definiert. Dies sei der erste Schritt zur notwendigen Bebauungsplan-Änderung. Generell attestierte er der Brauerei bezüglich der Erweiterungspläne, „sehr proaktiv“ unterwegs zu sein.
Die Änderung des Bebauungsplans kann laut Stadtbauamt im beschleunigten Verfahren durchgeführt werden. Ist dieses rechtskräftig kann der konkrete Bauantrag gestellt werden. Aktuell hofft man bei der Brauerei auf einen Baubeginn „im Laufe des Jahres 2026“.
Weitere Themen im Bauausschuss
Werbetafeln: Für das Gebäude an der Ecke Regensburger Straße/Weltenburger Straße sind zwei neue Werbeanlagen beantragt. Sie sollen Tafeln ersetzen, die bereits an dem Gebäude angebracht waren. Die Untere Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt sah keinerlei straßenrechtliche Bedenken. So gab es auch vom Bauausschuss grünes Licht.
Lagerhalle: Im Gebiet „Saueracker II“ in Kelheim-Affecking ist der Bau einer neuen Lagerhalle geplant. Der Bauausschuss war einstimmig dafür. Zum westlich angrenzenden Wohngebiet ist ein acht Meter breiter Gehölzgürtel anzulegen, hieß es. Zudem sei ein zwei Meter breiter Grünsteifen gefordert, der auch dem Regenrückhalt dienen könne.
