Rätselhafte Metallbarren: „Schatz“ im Keller von Brauerei Schneider Weisse in Kelheim gefunden

Ein kleiner „Schatz“ ist bei Hochwasser-Vorbereitungen bei der Brauerei Schneider Weisse in Kelheim gehoben worden. Wie Junior-Bräu Georg Schneider VII. mitteilt, wurde der Keller des Verwaltungsgebäudes leergeräumt. Zwischen alten Aktenschränken und Papierbergen kam eine Palette voller Metallbarren zum Vorschein.
Im hauseigenen Labor wurde das Material untersucht. In einem Wasserbad maß man die Verdrängung. Das Ergebnis: mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um Kupfer.
Notvorrat aus dem Zweiten Weltkrieg
Nun stellte sich die Frage, warum sich rund 400 Kilogramm Kupfer in der Brauerei befinden und aus welcher Zeit es stammt. Brauereichef Georg Schneider VI. brachte anhand einer Überlieferung seines Vaters, Georg V. Schneider, Licht ins Dunkel: „In früheren Zeiten wurde die Elektrizität für unsere Brauerei durch eine Turbine im Braubach erzeugt, der durch das Gelände fließt.“ Dieser hatte damals eine deutlich höhere Fließgeschwindigkeit, die erst durch den Bau des Altmühl Kanals in den 70er Jahren abgenommen hat. „Da man auf diesen Strom dringend angewiesen war, hatte man sich einen Notvorrat an Kupfer angelegt – abgeschiedenen in einem alten Kohlekeller, um das Edelmetall vor Zwangsenteignung zu schützen. Bei einem Ausfall des Wasserkraftwerks konnte man so schnell neue Bauteile, etwa Drähte für Kupferspulen, gießen. Dieser Vorrat wurde dann über die Jahrzehnte vergessen.“
Spende für Hochwasser-Helfer geplant
Die Hälfte der krude gegossenen Barren will die Brauerei für ihr Hauseigenes Museum behalten, sagt Georg Schneider VII. Der Rest soll verkauft werden und der Erlös für das anstehende Fest für die Kelheimer Hochwasserhelfer gespendet werden. Der Wert beläuft sich nach einer ersten Schätzung auf etwa 1600 Euro für 200 Kilogramm, sagt Schneider.
