Zoff in Velburg: Streit an einer Tankstelle eskalierte – und endete vor dem Richter

Von Peter Romir · 11. Dezember 2024 um 19:00

Es begann als Wortgefecht an einer Tankstelle – und weitete sich zu einer Bedrohung und Beleidigung aus, die einen Mann vor das Amtsgericht brachte. Es war nicht sein erster Besuch an diesem Ort.

„Wir kennen uns ja“, begrüßte ihn Richter Rainer Würth. Bereits sieben Mal war der 34-Jährige in den letzten Jahren auf der Anklagebank gesessen. Wegen Fahrens ohne Führerschein, des Besitzes von Betäubungsmitteln, wegen Geldwäsche und Urkundenfälschung.

Diesmal ging es um einen Vorfall, der sich im April an einer Tankstelle in Velburg zugetragen hatte. Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen war es zum Streit zwischen dem Angeklagten und einem anderen Mann gekommen. Dieser sagte, er sei Zollbeamter und möchte nicht angepöbelt werden, woraufhin der Angeklagte ein derbes Schimpfwort benutzte und dem Beamten Schläge androhte: „Ich hau dir aufs Maul, dann wirst du schon sehen, was du davon hast.“

Viele Vorstrafen

Fünf Zeugen waren geladen worden, um über den genauen Verlauf des Streits zu berichten – aber letztlich musste keiner davon aussagen. Denn gleich zu Beginn der Verhandlung gab der Angeklagte zu, dass alles sich so zugetragen habe und entschuldigte sich. Die Staatsanwaltschaft plädierte angesichts der zahlreichen Vorstrafen des Mannes dennoch auf eine kurze Freiheitsstrafe von vier Monaten, um dem Angeklagten vor Augen zu führen, dass er nicht wiederholt Gesetze brechen dürfe.

Harmlose Schimpfworte?

Verteidiger Thomas Lößel sah das gelassener. Aus seiner Sicht waren die Schimpfworte nicht sehr gravierend: „So eine Auseinandersetzung gibt es doch jeden Tag in Deutschland. Wenn wir alle anzeigen, wären unsere Gerichte schnell überlastet.“ Richter Würth sah das ähnlich und erließ lediglich eine Geldstrafe von 1 600 Euro.